25. Januar 2021
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

1000 Rekruten rücken nicht zur RS ein. Verteidigungsministerin Amherd feiert das als Erfolg

Vor einigen Tagen begannen 12000 Schweizer mit der Rekrutenschule. Wegen des Coronavirus müssen jedoch nicht alle in die Kaserne einrücken. Der physische Eintritt erfolgt gestaffelt. 5000 Rekruten starten die RS im Homeoffice. Sie müssen sich drei Wochen selbständig via Fernunterricht theoretische Grundkenntnisse des Militärs und des militärischen Alltags aneignen und parallel dazu auch ein Sporttraining absolvieren. Erst ab dem 8. Februar geht es dann nicht bloss virtuell, sondern auch physisch zur Sache.

Nun hat das Verteidigungsdepartement (VBS) von Bundesrätin Viola Amherd nach der ersten Woche RS im Fernunterricht eine Art Situationsbericht durchgegeben. Man habe wegen ein paar technischer Probleme mit dem sogenannten «Learning Management System LMS» keinen sehr guten Start erwischt. Als Erfolg wurde dagegen hervorgehoben, «dass mehr als 80 Prozent der 5000 Rekruten sich im LMS angemeldet und erste Lektionen bereits absolviert haben.» Da kommen alle Wehrdienstpflichtigen ins grosse Staunen.

Was das VBS da frohlockend verkündet, heisst eigentlich nichts anderes, als dass 1000 Rekruten die erste RS-Woche geschwänzt haben. Jeder, der Militärdienst leistet oder geleistet hat, weiss: Nicht zum Dienst einrücken ist keine Petitesse, dafür gibt es Knast. Das sieht man unter Amherd offenbar nicht mehr so eng.

Vielleicht wäre es gut, wenn die VBS-Chefin sich endlich um ihr Departement kümmern würde, statt in den Medien über weitergehende Covid-19-Massnahmen zu spekulieren.

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4 Kommentare zu “1000 Rekruten rücken nicht zur RS ein. Verteidigungsministerin Amherd feiert das als Erfolg”

  • gatofel sagt:

    Die Armee ist komplett demontiert worden. Brauchen wir vielleicht eine Notsituation um unsere Landesverteidigung , damit wir aus dieser undefinierbaren Lage raus kommen?
    Dann wäre ggf. die „beste Armee der Welt“ wieder zu haben ...

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  • perren13 sagt:

    Wo ist die Schweizer Armee in der Covid Krise im Einsatz ?

    Die Schweizer Armee glänzt mit Abwesenheit - in Israel hat die Armee das Impfkommando übernommen - die Resultate könnten unterschiedlicher nicht sein: 3.5 Mio Geimpfte in Israel - knapp 110'000 in der Schweiz !

    Noch Fragen ?

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  • Fede sagt:

    Das gleiche Département ist doch auch für den Kauf der 700‘000 defekten, sowie massiv überteuerten Schutzmasken, verantwortlich. Wer wird wohl dafür gerade stehen, dass solch‘ grobe Fehler geahndet werden..??

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  • jameselsener sagt:

    Die Armee haben wir alle gemeinsam über die letzten Jahrzehnte politisch und nach und nach auch wehrtechnisch zerstört.

    Für mich ist dieses 'Schwänzen' ein Zeichen dafür, dass wir die Schweiz wirklich tiefgreifend überdenken müssen.

    Wäre eigentlich ein Thema für die SVP und von dort wird wohl leider nicht viel kommen, ausser dass alles so wieder werden muss, wie es schon lange nicht mehr ist.

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