21. April 2021
Henryk M. Broder

15 Länder der Bundesrepublik haben einen Antisemitismus-Beauftragten. Die Sonderbehandlung der Juden macht Fortschritte

Wie der Norddeutsche Rundfunk kürzlich meldete, gibt es jetzt auch in Hamburg einen Antisemitismus-Beauftragten. Er werde sich darum kümmern, gab der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt bekannt, «die Sichtbarkeit des jüdischen Lebens in Hamburg zu verbessern».

Der neu ernannte Beauftragte erklärte, ihm «persönlich» komme es vor allem darauf an, «Jüdinnen und Juden und jüdisches Leben nicht nur vor dem Hintergrund der Shoah zu betrachten, sondern als Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt».

Damit haben fast alle 16 Länder der Bundesrepublik einen (oder eine) Antisemitismus-Beauftragte(n), bis auf Bremen, wo man noch überlegt, ob man die Jüdinnen und Juden als Überlebende der «Shoah» betrachten soll oder als Bürgerinnen und Bürger der Hansestadt Bremen.

Damit ist die Sonderbehandlung der Juden in Deutschland einen guten Schritt voran gekommen. Aus den Objekten einer gross angelegten Vernichtungsaktion wurden Objekte einer staatlichen Fürsorge, welche die Sichtbarkeit des jüdischen Lebens «verbessern» möchte.

Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung ist allerdings anderer Meinung. Er hat vor Kurzem den Juden abgeraten, eine Kippa in der Öffentlichkeit zu tragen. Zu viel Sichtbarkeit könnte Folgen haben. Vor allem für die Juden.

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8 Kommentare zu “15 Länder der Bundesrepublik haben einen Antisemitismus-Beauftragten. Die Sonderbehandlung der Juden macht Fortschritte”

  • Peter Rossa sagt:

    vergessen wir nicht Ignazio Silone, ital. Schriftsteller und Mitbegründer der KP Italiens, 1946 : " der Faschismus ist tot, aber der Faschismus wird wiederkommen. der neue Faschismus wird aber nicht sagen: ich bin der neue Faschismus, er wird sagen: ich bin der Antifaschismus" !...

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  • Wolfgang Pietsch sagt:

    Dem wäre leicht beizukommen wenn sie einen erprobten Mullah verpflichten würden. Oder geht es jetzt um Arbeitsplätze, nachdem die Wirtschaft getötet wurde ?

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  • Mueller sagt:

    Hoffentlich prüfen diese Antsemitismus-Beauftragten auch akribisch genau, wieviel Hass von muslimischen Migranten eingebracht wird!

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Was vor 80 Jahren in Deutschland passierte ist mit gar keiner Begründung zu verharmlosen! Der Diktator Hitler und seine Nationalsozialisten haben ein Blutbad angerichtet, das auch nach bald 100 Jahren niemand begreifen und entschuldigen kann! Dass aber die Juden seither jedes Jahr eine Gedenkfeier weltweit inszenieren und nun in Deutschland diese Religion einen Sonderstatus erhalten hat, bringt keine Entflechtung oder Verminderung von kritischen Stimmen! Im Gegenteil!

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    • HMB sagt:

      Ich denke , Sie fokussieren sich auf ein Nebenthema des Problems das von Herrn Broder - schön sarkastisch - vorgetragen wurde. Ihm, Herrn Broder, geht es wahrscheinlich um die Betonung der Tatsache, dass eine „Sonderbehandlung“ der Juden vor 80 Jahren, möglicherweise vergleichbare Einstellungen diesem Volk gegenüber aufweist wie das heutige plakative „overprotection“ das sich in teilweise verrenkten Äußerungen der Politiker offenbart. Es erinnert mich. an die groteske Diskussion in Oregon

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  • T sagt:

    Die grössten Antisemiten sitzen nicht nur in Hamburg in der Regierung und schließen Verträge mit Islamisten? Wer verarscht hier wen?

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  • Albert sagt:

    Volkserziehung: die Elite meint den Menschen beibringen zu müssen, wie sie korrekt zu denken haben. Hat langfristig immer das Gegenteil des Gutgemeinten hervorgebracht - und zwar nachhaltig!

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