25. Juni 2021
René Hildbrand

Ab heute esse ich Schnitzel ohne festen Wohnsitz – mein Leben in einer politisch absolut korrekten Welt

Seit ein paar Wochen kann man – Göttin sei Dank – auch bei schlechtem Wetter wieder in die Beiz. Nach über einem Jahr Zwangspause fahre ich mit meinem Kollegen Fredy in den nächsten Tagen endlich wieder einmal über Land. Wir besuchen seinen Lieblingsgasthof «Zur Wilde Frau» (früher «Zum Wilde Maa»).

Es ist ein rustikales, sehr gemütliches Lokal. Mitten auf der Schifferplatte des Stammtisches sind auf der eisernen Aschenbecherin drei kleine Behälterinnen befestigt: je eine mit einer Salz- und Pfefferstreuerin, die andere mit Zahnstocherinnen.

Zum Essen wird immer ein Liter Leitungswasser serviert. Dieses kommt frisch aus der Wasserhenne. In der «Wilden Frau» trifft man Gästinnen aller Altersgruppen.

Jeden zweiten Mittwoch kommen nach ihrer Sitzung die Jungfreisinnlichen zum Schlummertrunk.

Unsere Abende in dieser Landbeiz – sie liegt in einer Untenrumgasse (früher Sackgasse) – wurden meist zu Comedy-Abenden. Das lag an der lustigen Kellnerin Heike. «Ich bin eine Vorpommeranze und Bäuerinnentochter», so hatte sie sich einst vorgestellt. Heike ist eine Aufmerksamkeits-Junkiene. Doch fachfraulich auf der Höhe. Sie bemuttert ihre Gästinnen geradezu.

Am ersten Arbeitstag wurde sie von der Wirtin zum Umziehen nach Hause geschickt. Die Deuschländerin war ohne Büstenhalterin zum Dienst erschienen. Heike lakonisch dazu: «Ich bin halt immer die Sündengeiss.»

Freude hatte die Bescheidene unter anderem an ihrem Velo, welches zuvor während zwei Jahren damenlos beim Bahnhof abgestellt war. Während Corona ist Heike in ihr Mutterland zurückgekehrt. Wir werden sie sehr vermissen. Sie ist zu unserer Talisfrau geworden. Zwei Woche vor ihrer Abreise hatte sie sich im Bernbiet noch eine Bernhardiner-Welpin für das Gehöft ihrer Eltern gekauft.

Als ich mich mit Fredy telefonisch zum Besuch in der «Wilde Frau» verabredet hatte, erzählte er mir übrigens vom Auftritt eines deutschen Spitzenpolitikers bei «Maischberger». Dieser wurde von der Talkmasterin auf die mangelnde Gendersprache in seinem neuen Buch angesprochen. Der Gast: «Mein Buch umfasst 380 Seiten. Hätte ich immer Politikerinnen und Politiker, Bäuerinnen und Bauern geschrieben, wären es 530 Seiten geworden.»

Bei dem Politiker handelte es sich nicht etwa um Friedrich Merz oder Markus Söder  – nein, es war Robert Habeck, Co-Chef der deutschen Grünen und Grüninnen.

Zurück zur «Wilde Frau». Tipp: Fredy bestellt dort meistens das Wienerinnenschnitzel. Dazu trinkt er einen Dreier Liebfrauenmilch. Ich bevorzuge das Schnitzel ohne festen Wohnsitz (früher Zigeunerschnitzel).

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23 Kommentare zu “Ab heute esse ich Schnitzel ohne festen Wohnsitz – mein Leben in einer politisch absolut korrekten Welt”

  • holsderkuckuk sagt:

    Die ganze Bevölkerung sollte auf alle sogenannte "Leistungen" der SRG, also Radio und Fernsehen verzichten. Verzichtet auf alle Radio-und Fernsehsender von privaten Anbietern, denn auch diese werden durch die Serafegebühren gefüttert. Die grossen Zeitungsverlage betreiben Radio-und Fernsehsender um den Auftrag der der heiss bejubelten BR Sommaruga zu erfüllen und gleichzeitig Steuergelder in Gewinne in der Bilanz auszuweisen. Boykottiert Firmen die in der SRG werben, auch die Tageszeitungen.

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  • Der Stauffacher sagt:

    Ich werde ab morgen meine Unterwäsche über den Kleidern tragen, damit jeder sehen kann, als was ich am Morgen aufgestanden bin.

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  • Meinrad Odermatt sagt:

    Wie man sieht, macht die Wissenschaft unglaubliche Fortschritte. Hirnamputationen sind jetzt schon in Fernbehandlung möglich.

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  • peterlinz sagt:

    In Zukunft verrichten die Frauen nur noch Männerjobs: Militärdienst, Polizei, Waldarbeiterinnen, Bauarbeiterinnen, Kanalarbeiterinnen, Verwaltungsrätinnen. Die Kinder werden in Krippen und Schulen abgegeben, die von Männern geführt werden. Das Männerstimm- und Wahlrecht wird abgeschafft. Dem Mann wird verboten, junge Frauen hübsch und anziehend zu finden wie auch die Katzen zum Gemüsefressen umerzogen werden. Gemäss Gender erblicken wir die Welt ohne Geschlecht. Jede*:r kann auswählen...!?

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  • Werner sagt:

    Wir Schweizer Gutmenschen glauben stets als Vorbild für den Rest der Welt sorgen zu müssen. Es bleibt abzuwarten, bis wir Ländern, deren Sprache geschlechter-undifferenziert ist, diktieren, unsere Ideologie zu übernehmen. (ja, das gibt es auch, die Englische Sprache ist da nicht alleine)

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  • Werner sagt:

    Ich bin doch froh, dass in unserer Sprache langsam Klarheit Einzug hält. Es ist doch ärgerlich, beim generischen Maskulin alles mit Frauen teilen zu müssen. Wen also von Bürgern gesprochen wird und das Weibliche insgeheim inkludiert wird. Ich bin schliesslich ein Mann.

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  • beatz sagt:

    Han e langi Leitig gha , bis ich merkte wie es der Autor meinte😀
    Cooler Beitrag Kompliment .
    Trotzdem ist mir das schmunzeln bald stecken geblieben, denn wir sind auf direktem Wege in diese Sprachdiktatur, grauenhaft 😡

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  • T sagt:

    Und nach dem "Schnitzelinnen ohne festen Wonsitzinnen", zum Dessertinnen einen schönen, fetten "Dubler Mohrenkopf"!

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  • eduardkeller sagt:

    Die Genderinnen Verbrecherinnen treiben ein unglaubliches Unwesinnen. Wie lange lassen sich die Männinen dieses Chabisinnen gefallen?

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  • Marlisa Schmid sagt:

    Auch bei SRF sind die Gäule nun vollends durchgebrannt.Neuerdings gibt es nur noch Konsumentinnen, Wissenschaftlerinnen, Apothekerinnen, Grenzgängerinnen, Politikerinnen, und das sogar noch ohne Genderpause.... und der Mann wird völlig abgeschafft. Ausser bei den Terroristen und Mördern, da gibt es ihn noch. Er kann von Glück reden, dass er wenigstens noch bei den Studierenden, Velofahrenden, Streikenden, Protestierenden dabreit ist. Ich staune über die Engelsgeduld der Männer, die das hinnehmen

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    • Ba We sagt:

      Offenbar fehlende Produkte von Hühnern im unteren Bekleidungsstück?

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    • Benedikt sagt:

      Genau Marlisa, bei den meisten negativ besetzten Tätigkeiten wie Verbrecher, Raser, Schnarcher, Stalker und und und wird von der MainStream Presse grosszügigerweise auf die weibliche oder auch auf die genderneutrale Form wie z. B. Raserin oder Raser*in verzichtet. Es wird hierzu pauschal die männliche Form benutzt. Aufgrund so vieler Blödheit und Manipulationsgehabe seitens Mainstream-Medien habe ich mich von diesen schon seit einiger Zeit konsequent verabschiedet und es geht mir dabei sehr gut

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      • VP-Falger sagt:

        Wieso nicht "Mainstream Medien" durch "Zwangsabgabe Medien" in allen Texten ersetzen? Eine alte Verkäuferweisheit: "Was Du tausendmal wiederholst, wird beim Zuhörer (Kunden) zur Wirklichkeit und er sagt schlussendlich JA und unterschreibt den Vertrag."

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    • miles gloriosus sagt:

      Steigerungsphase:
      Die Frauinnen und die Frauer, die Männinen und die Männer,
      die Kindinnen und die Kinder, die Knäbinnen und die Knaben,
      die Mädchinnen und die Mädcher, die Transinnen und die Transer,
      auch auf Sachen auszudehnen:
      die Wasserhähne und die Wasserhennen ...

      Gemäss der Dürrenmatt'schen Dramentheorie:
      "Eine Geschichte ist dann zu Ende gedacht, wenn sie ihre schlimmstmögliche Wendung genommen hat. Die schlimmstmögliche Wendung ist nicht voraussehbar. Sie tritt durch Zufall ein."

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    • Marlisa Schmid sagt:

      Vermutlich hat man bei SRF diese neue Gendernorm eingeführt, um die bisherigen ellenlangen Ausführungen (Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler...) etwas abzukürzen. Dieser Genderwahnsinn ist einfach dämlich. Es wäre herrlich, damit sofort aufzuhören, bzw. diesen Unsinn zu verbieten.

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  • VP-Falger sagt:

    In der Absurdität der Sprachverhunzung habe ich noch die Literin Leitungswasser und die Dreierin Liebfrauenmilch lesen können...

    Als Verfechter des generischen Akkusativ esse ich speziell gerne Coppa und Parmaschinken. Ganz gelassen ohne "in" am Schluss und auch ungeachtet der CO2-Fürze der dafür gechlachteten Tiere. Auch Bündner Fleisch eine beliebt Jausezutat.

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  • Janosh sagt:

    Ich werd' verrückt. Wer um Himmels willen ist nur auf die Idee gekommen, dieses lächerliche Neudeutsch durchzupeitschen?
    Dem Frieden zuliebe schlage ich Vorliebe, dass wir ab sofort nur noch die WEIBLICH FORM anwenden. Damit hört vielleicht das ärgerliche Gekeiffe auf. Und wenn nicht? ...

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