21. April 2021
Christoph Mörgeli

Adolf Muschg, Niklaus Meienberg, Ursula Koch: Wie sich Linke für den Vierfach-Mörder Günther Tschanun eingesetzt haben

In seinem Weltbild und seiner Selbstrechtfertigung war SP-Mitglied Günther Tschanun gut eingebettet in den linken Zeitgeist. Routiniert sprach der Alt-Achtundsechziger von «Brutalo-Wirtschaft» und «struktureller Gewalt». Die ihm zur Seite stehenden Sozialarbeiter teilten sein Weltbild eines «unmenschlichen Systems».

Dabei hat der angeblich so Machtlose 1986 die schlimmstmögliche Form der Macht ausgeübt, nämlich fünf Untergebene niedergeschossen, wobei nur einer knapp überlebte. Doch Adolf Muschg, Schriftsteller und SP-Mitglied, bezeichnete in einem Leserbrief einen Journalisten als eigentlichen «Schreibtischtäter», weil er zuvor kritisch über Tschanuns Leistungsausweis berichtet hatte.

Der linke Autor Niklaus Meienberg meinte in der Weltwoche, man müsse gar keine Mörderseele haben, «um einmal wie Tschanun zu explodieren». Es sei «die grausige Normalität in unseren Amtsstuben und Bürokratien», die «solche Verzweiflungsschüsse auslösen kann».

Die neugewählte SP-Stadträtin Ursula Koch wusste gegenüber Journalisten noch vor ihrem Amtsantritt genau, wer die wahren Schuldigen waren: «Das Bauamt stand unter sehr starkem Druck der Bauwirtschaft. Dann der finanzielle Druck, der Personalstopp.» Dann machte sie die Tschanun-Opfer zu Tätern: «Er wurde von seinen Mitarbeitern nicht akzeptiert.»

Wer sich sonst noch für Günther Tschanun eingesetzt hat, lesen Sie morgen in der Weltwoche.

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15 Kommentare zu “Adolf Muschg, Niklaus Meienberg, Ursula Koch: Wie sich Linke für den Vierfach-Mörder Günther Tschanun eingesetzt haben”

  • minibixi2008 sagt:

    Was ich nie begreifen werde ist dass ein Mehrfachmörder oder überhaupt ein Mörder der Menschen in den Tod schickt nach einer gewissen Zeit wieder frei rumläuft.
    Solche Täter haben für mich absolut kein Recht mehr.
    Die Linken und die Grünen Gutmenschen verstehen wahrscheinlich die Mörder die in ihrer Kindheit schlimmes und unmenschliches erlebt haben, oder von ihren Mitmenschen zu Mördern gemacht wurden, so wie es uns immer eingeredet wird.
    Für die Opfer haben sie allerdings wenig Verständnis.

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  • beatz sagt:

    Dem Meineberg gebe ich zu hundert Prozent recht.Passt genauestens ins hier und jetzt! Wo wird den der Massnahmen Wahnsinn ausbaldowert,der Angstteppich immer weiter ausgelegt um uns gefügig zu machen und mit gezinkten Zahlen am Leben erhalten? Genau,in den Amtsstuben!Nein, man braucht keine Mörderseele zu haben um jetzt durchzudrehen.

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  • Florence sagt:

    Die Welt steht Kopf! Einen vier-Fach Mörder zu rechtfertigen ist zutiefst widerlich! Dieses linke Geschwafel von böser Jugendzeit und ungerechten Arbeitskollegen... Kein Mensch hat das Recht einem anderen nach dem Leben zu trachten . Viele Menschen hatten eine schwere Jugend, aber sie werden erwachsen und können von gut und böse unterscheiden. Wenn nicht, müssen sie für ihr Tun Verantwortung übernehmen. DU SOLLST NICHT TÖTEN ! Dieser Mann gehört , wie alle Verbrecher, hinter Gitter.

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  • Paul Streuli sagt:

    Das die Linken in der Schlagzeile das Kürzel SP nicht sehen wollten ist klar wie Klossbrühe, wäre er ein SVP-Mitglied gewesen, dann hätten diese Weltverbesserer wie bei der Abwahl von Herr Blocher einen Freudentanz hingelegt. Bei den Medien würde die Schlagzeile lauten: „War SVP-Mitglied“.

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  • bernhard sorg sagt:

    Es ist befremdend, dass diesem kriminellen Mörder so viel mediale Beachtung geschenkt wird. Viel informativer wären Berichte über die Angehörigen der Ermordeten und ihr Schicksal. Der Verlust eines Menschen im besten Alter durch einen irren Gangster braucht eine jahrelange Verarbeitung und hinterlässt tiefe, unverwischbare Spuren. Die grausame Tat wird durch den Medinhype verharmlost.

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  • WinstonC sagt:

    Moussolinis Wurzeln im radikalen Sozialismus sind Tatsache und heute bloss nichtmehr ausreichend bekannt/bewusst. Das nationalsozialistische wie das faschistische System richteten sich explizit an die Arbeiterschaft, unterfüttert mit gezielten Wohltaten für diese Zielgruppe. Diese inconvenient truth verliert nicht an Qualität, auch wenn sie heute schamhaft stillgeschwiegen wird... - von den Linken!

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  • Edmo sagt:

    Wir alle neigen dazu, uns die Welt ordentlich zurechtzulegen, somit zu den Guten zu gehören und die Dinge richtig zu sehen. Es braucht ein gesundes Mass an kritischem Geist, um sich nicht selbst zum Idioten zu machen. Genau dieses Stück Selbstkritik vermisse ich bei den Linken und Grünen schmerzlich. Sie sind absolute Weltmeister im Zurechtbiegen der Wahrheit. Selbst Massenmörder werden zu Helden oder Opfer der Gegebenheiten umgedeutet. Tschanun gehört mit 4 Morden noch zu den Harmlosesten.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Hätte damals der 5-fach-Mörder Tschanun statt 5 Beamte einen wohlstandssuchender Migrant erschossen, würden die gleichen extrem Linken (Schriftsteller, Publizisten, Politiker. etc.) bis heute von einer scheusslichen und unglaublichen Tat sprechen und schreiben! Diese Realität macht die "Alt-68iger", Links- und Einheitsweltideologen stets zu unglaubwürdigen "Gutmenschen"! Wer ständig gegen den Steuermotor "Wirtschaft", die Banken und die SVP schimpft und anderseits einen 5-Fachmörder ........!

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    • Mueller sagt:

      Die linken Trolle , die sich hier mit Daumen runter die Zeit vertreiben, sollen sich bewusst sein, dass sie keine Gutmenschen sind! Sozialismus ist unmoralisch; er befiehlt eine brutale Diktatur des Proletariats, er befürwortet den Diebstahl an Gütern des Anderen; er belohnt die Faulen und bestraft die Fleissigen, indem im Sozialismus alle gleich entlöhnt werden sollen! Welch tolle Ideologie!

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    • steinlin sagt:

      Sie sagen es: Gegen den Steuermotor "Wirtschaft, Banken und SVP" schimpfen und das Geld das so herein kommt, mit beiden Händen zusammen raffen.

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  • Moning Hans-Joerg sagt:

    Da die absolute Wahrheit immer in linker Hand sich hält, ist es recht und logisch dass die Linken auch das letzte Wort behalten. Das Verrückte daran ist, dass anscheinend niemand bemerkt wie linkes Gedankengut sich wendete zum Stil den Mussolini und Hitler so raffiniert beherrschten. Der Faschismus zeichnete sich doch dadurch aus im Besitz der einzig gültigen Wahrheit zu sein. So schliesst sich nun der Kreis und höchstens merkt die feine Wahrheit nur der Greis.

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