10. Dezember 2020
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Alain Berset lässt sich in einem neuen Buch als Krisenmanager feiern. Das kommt nicht gut an

Während das Coronavirus noch immer Menschen tötet, Unternehmen in den Ruin treibt und viele arbeitslos macht, inszeniert sich der Gesundheitsminister dieses Landes in einem Buch als grosser Zampano der Krisenbewältigung. Bundesrat Alain Berset hat sich in vier mehrstündigen Gesprächen den Fragen des früheren NZZ Chefredaktoren Felix E. Müller gestellt. Entstanden ist daraus nun ein Buch mit dem Titel «Wie ich die Krise erlebe – Bundesrat Alain Berset im Gespräch mit Felix E. Müller.»

Die Corona-Krise ist jedoch zu Ernst, als dass man den Kampf gegen das Virus zur Selbstdarstellung missbrauchen darf. Das sagen jedenfalls Parlamentarier, die sich überrascht zeigten, dass der Gesundheitsminister mitten in der Pandemie Zeit für solchen Geschichten findet. Die Krise ist auch alles andere als bewältigt. Das wiederholt Berset selber bei jedem Auftritt. Vom Gesundheitsminister erwartet die Schweiz deshalb, dass er sich prioritär auf die Krisenbewältigung konzentriert und nicht auf das Verfassen von Büchern.

Der Gesundheitsminister wirkt längst nicht mehr so souverän wie in der ersten Phase der Krise, als ihn Zeitungen wie die NZZ glorifizierten. Es scheint, als habe er in den letzten Wochen die Kontrolle über das Krisenmanagement verloren. Zeitweise trugen der Gesundheitsminister und Experten der Taskforce ihre Differenzen über Medien aus. Auch die Kantone wiedersetzten sich wiederholt dem Diktat aus Bern. Nun will er wohl zeigen wer der Chef und dafür das halbe Land wieder lahmlegen –gegen den Widerstand der Kantone.

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