09. April 2021
Thomas Renggli

Hilflose Alibipolitik und dreiste Geschichtsleugnung: Zürich benennt das Haus «Zum kleinen Mohren» um

Das Haus «Zum kleinen Mohren» steht am Neumarkt 22 in der Zürcher Altstadt – und dies seit dem späten Mittelalter.

1974 wurde es unter Denkmalschutz gestellt. Zwischen der ersten und zweiten Etage ziert ein Wandgemälde mit einem dunkelhäutigen Jungen und einem Brotkorb die Fassade. Das Bild bezieht sich auf die Zeiten des Kolonialismus und die Tatsache, dass im Untergeschoss früher eine Bäckerei ihre Waren anbot.

Doch nun geht es dem kleinen Mohren an den Kragen. Die Zürcher Stadtregierung will alle rassistisch anmutenden Bezeichnungen aus dem Strassenbild entfernen.

Es ist ein hilfloser Versuch, ein Problem zu bekämpfen, das niemand schönreden will, das kaum durch die Auslöschung von Strassen- oder Häusernamen gelöst werden kann. Im Gegenteil: Die Stadt Zürich verleugnet die eigene Geschichte und macht sich der Alibipolitik verdächtig.

Im «Zum kleinen Mohren» wuchs übrigens ein gewisser Hans Imholz auf. Der Sohn des Bäckermeisters und späterer Erfinder der Städtereisen (Imholz Reisen) ahnte das Übel kommen. Vor einiger Zeit hatte er in einem Brief an Stadtpräsidentin Corine Mauch festgehalten, dass er durch den Namen seines Elternhauses nie negativ geprägt wurde oder rassistische Gedanken entwickelt habe.

Dem kann kaum widersprochen werden. Mit seinem Reisebüro öffnete Imholz vielen Schweizern das Tor zur Welt – die Idee dazu entsprang im dritten Stock des Hauses zum kleinen Mohren.

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23 Kommentare zu “Hilflose Alibipolitik und dreiste Geschichtsleugnung: Zürich benennt das Haus «Zum kleinen Mohren» um”

  • astrid sagt:

    George Orwell, 1984 hat begonnen: Die Anpassung der Vergangenheit, nach dem Gutdünken der Gegenwart.

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  • Juergen sagt:

    Unvergessen die legendären Jazz Konzerte im Mohren in Willisau, zB mit dem Black-Panther Sympatisant Archie Shepp. Captain Kirk hätte das seinerzeit wohl als normal empfunden.

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  • Meinrad Odermatt sagt:

    @Albert: Was denken Sie was das Ziel dieser "Globalisierer" ist? Wenn es um Sozialismus ginge, dann müsste ein globales "China" das Vorbild sein. Das scheint mir aber nicht so. Die Konzerne wollen an die Macht, ohne sich mit Staaten herumschlagen zu müssen und die Weltregierung soll von ihnen gestellt werden. Die Sozialisten sind die nützlichen Idioten die bei der Beseitigung ihrer eigenen Staaten mithelfen. Dann braucht man sie nicht mehr. Was meinen Sie?

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  • verena sagt:

    Aha, das ist also Rassismus bekämpfung?
    Da radieren die einfach ein Bild und die Benennung eines Hauses mit dem Bezug auf einen dunkelhäutigen Menschen aus!?!?
    Soll also von der Bildfläche verschwinden!
    Da bleibt die Frage, was geschieht hier mit der Akzeptanz anderer Menschen?

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  • Edmo sagt:

    Keine hilflose Alibipolitik, sondern die knallharte Umsetzung einer abartigen Ideologie. Wir sollen als Gesellschaft transformiert werden. Dazu gehört es, viele Dinge einfach auszulöschen. So wie Donald Trump in den USA überall ausgelöscht wird, so sollen unsere Kultur und unsere Vergangenheit ausgelöscht werden. Die Zürcher Stadtregierung ist der Inbegriff von Dekadenz, linker Ideologie und Zerstörung.

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  • Mueller sagt:

    Wenn ich den Anderen als anders erkenne ,bin ich streng genommen schon ein Rassist! Wenn ich den Gleichen als gleich erkenne ,bin ich dann bei den Guten?

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  • johann6a sagt:

    Alles untrügliche Anzeichen westlicher Dekadenz. Unsere Politik - nicht nur in der Kleinstadt Zürich - beschäftigt sich mit Bagatellproblemen und ist für das Wichtige blind. Die "Konkurrenten" in der grossen weiten Welt freut es.

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  • Collina sagt:

    Hab mal am Zuerichberg an der Moehrlistrasse gewohnt. Unser Wohzimmer hatte den Namen "Moehrli Pub". Parties jede Woche. Heute wuerden wir wohl festgenommen.

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  • peter789 sagt:

    Linke brauchen immer Feinde, die sie bekämpfen können.
    Rechtsextremismus, Rassismus, Klimawandel, Ungleichheit...
    Darum hieß die Mauer in Berlin auch "Antifaschistischer Schutzwall".

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  • hape sagt:

    Was mich in der kommunistischen Hochburg Zürich gewundert hätte, wenn solches nicht passieren würde.

    In Zürich leben immer mehr Leute, die nehmen. Diejenigen, die geben könnten, verziehen sich in die Agglomeration.

    Dafür dürfen wir dann alle Finanzausgleich zahlen und da scheuen sich die Kommunisten nicht, Geld vom bösen Kapitalismus zu nehmen. Und sei es nur dafür, ein Haus umzubenennen.

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  • THINK sagt:

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    Da gibt es noch das Gelbe Haus in der Zürcher Altstadt (Beleidigung der Asiaten), das rote Gatter, der rote Turm, die rote Feuerwehr und nicht zuletzt die rote Zora mit den roten Haaren (Beleidigung der SP-Clubfarbe und Indianer): Alles sauber machen, alles muss weg. Gratis-Tram, Gratis-Badi, Gratis-Wohnen, Gratis-Faulenzen, Gratis-Hansdampf-in-allen-Gassen.
    Mached wiiter so - guet Nacht am Sächsi!

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  • THINK sagt:

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    Die Zürcher Stadtregierung widerspiegelt die Zürcher Stadtbevölkerung und damit seine Wähler! Wo sind die Zürcher "mit de Zürischnurre"? Tot oder ausgewandert. Schaut mal die Namen der Geburtenbildchen im Tagblatt (Amtsblatt der Stadt Zürich). Woher kommen die alle? Woher kommt denn die Stadtpräsidentin? Aus einem ehemaligen Gau der Zürcher. Woher kommen denn die Veloheinis in der Stadt (keine Gümmeler) mit ihren E-Bikes, E-Trottinetts, Skateboards?

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  • Janosh sagt:

    So weit ist die Zürcher Regierung gesunken. Wehe, wenn der Besitzer eines unter Denkmal- oder Heimatschutz stehenden Hauses Änderungen z.B. an der Fassade machen wollte. Selbst für Laien nicht erkennbare Korrekturen oder wärmetechnische Verbesserungen wurden jeweils kaltschnäuzig abgelehnt.
    Aber heutzutage gelten andere Regeln. Bisher nannte man das 'Arschkriecherei'

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  • Albert sagt:

    Die Massenmerdien sind zu einer Sekte verkommen und treiben die Regierungen vor sich her. Rassismus, Genderwahn, Internationalismus, EU-Bewunderung, Rechts- und SVP-Bashing, CO2-Steuern und Klimawahn, Corona-Panik etc. - auf alles wird moralisierend eingedroschen. Passend zu diesem sektenartigen Gebahren gibt es Null Platz für andere Meinungen. Das Schlimmste: die dekadenten Schweizer heissen das gut, wählen zunehmend mehr grün und links und wollen allen ihr Untertanentum aufdrängen.

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    • olive sagt:

      Zum Sektenverhalten gehört zwingend auch die Panikmache, Panik vor dem Ausstieg aus der Sekte, nicht mehr dazu zu gehören.

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      • Albert sagt:

        ... ganz genau olive - und der Angst vor dem Teufel, der sich durch die Nichtgläubigen zeigt, die es alle auszugrenzen gilt. Diese Ausgrenzung spielen die Massenmerdien leider nur allzu perfekt; ihre Wahrheitsdiktatur lässt nichts anderes zu, als die totalitäre Wahrheit. Und all die Gläubigen spielen da als Teil dieses Sektentums selig mit; egal ob als Zeugen Coronas, als Klimajünger der letzten Tage, als EU-Anbeter oder als Internationalistin in der antirassistischen Genderkirche. Dekadenz pur!

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    • Meinrad Odermatt sagt:

      Wozu dienen die nicht-zwingenden «Menschenrechte»? Eine nationale Eigentümerdemokratie ist ein nicht zu knackendes Bollwerk der Freiheit. Weil nur Stimmberechtigte etwas zu sagen haben. Aber mit "Menschenrechten gegen egoistische Demokratie", "Menschenrechten gegen diskriminierende Selbstbestimmung", "Menschenrechten gegen Volksrechtsprivilegien", "Menschenrechten gegen ungerechte Verfügungsgewalt" ist die Demokratie zu knacken. Zu eliminieren.

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      • Meinrad Odermatt sagt:

        All diese Stossrichtungen haben einen gemeinsamen Nenner: Mit (nicht zwingenden) Menschenrechten wird der Kampf gegen das Eigentum geführt. Mit Anti-Rassismus, Anti-Diskriminierung, Open Society and Open Borders (keine Grenzen, d.h. keine Eigentumsrechte!). All das zielt auf die Auflösung der bestehenden globalen Weltordnung ab. Diese basiert nämlich - ohne Ausnahme - auf dem Eigentum (demjenigen der Staaten und der Völker). Nur die Religion ist grenzüberschreitend, da nicht von dieser Welt.

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        • Albert sagt:

          Den bürokratischen, regulierungsbeflissenen Linken fehlt halt die praktische Lebenserfahrung, dass Geld vom Arbeiten kommt, wodurch Werte geschöpft werden. Sie glauben, dass Geld von den Reichen kommt. Also sehen sie sich gezwungen, das Geld dort zu holen, wo es nun mal hat. Und genau das bedeutet letztlich dieses grosse Umverteilen, das einzige wahre Bestreben der Linken, das sich nicht ohne Überwindung des Kapitalismus und somit Abschaffung des Eigentums bewerkstelligen lässt.

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          • Meinrad Odermatt sagt:

            Die "Komplikation" besteht darin, dass es nicht nur Linke sind. Es geht nicht um Sozialismus, das sieht nur auf den ersten - und zweiten - Blick so aus. Soros, Buffett, die Rothschilds und andere "Wirtschafts-Philanthropen", die eine Weltregierung ohne souveräne Nationalstaaten anstreben, sehe ich nicht als Linke. Die finanzieren das ganze. Hier ist eine diabolische "Arbeitsgemeinschaft" am Werk. Ziel: Auslöschung der historisch gewachsenen Zivilisation. Sie bauen dann ihre eigene auf..!!!

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          • Albert sagt:

            An Meinrad Odermatt: Soros, Buffett, Schwab, Bill Gates und andere "Wirtschafts-Philantropen" sind deshalb so erfolgreiche "Gutmenschen", weil sie mit moralintriefender Impertinenz, Angst- und Horrorszenarien an die niederen Instinkte appellieren: Gier, Geiz, Neid, Selbstgerechtigkeit und Überheblichkeit. Und diese sind nun mal die Grundpfeiler des Sozialismus, der als Wahrheitsdiktatur Krieg führt gegen Eigentum, Selbstverantwortung, Selbstbestimmung, Neutralität und Freiheit.

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