15. Juni 2021
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Florian Schwab

Alle im Land wissen, warum Petra Gössi zurücktritt – nur sie selber offenbar nicht. Mit Andri Silberschmidt drohte eine Steigerung

Was Petra Gössi nicht gesagt hat: «Meine Damen und Herren. 63 Prozent der FDP-Mitglieder haben am Sonntag beim CO2-Gesetz gegen die Partei gestimmt. Ich ziehe die Konsequenzen und trete zurück. Danke.»

Stattdessen wirft die scheidende FDP-Präsidentin mit Wattebäuschen. In den letzten Jahren «durfte ich mit Ihnen eine liberale Umweltstrategie erarbeiten». Es sei jetzt aber an der Zeit, sich vermehrt wieder dem Beruf zu widmen.

Erst ganz am Schluss kommt sie verklausuliert auf das CO2-Waterloo zu sprechen: «Jetzt haben wir die einmalige Chance, die verschiedenen Strömungen unter neuer Führung zusammenzubringen.»

Noch kurz vor ihrem Rücktritt hatte Gössi diesen explizit ausgeschlossen und Dinge gesagt, wie: Die FDP gehöre sowohl bei einem Ja wie auch einem Nein zu den Siegern. Denn im zweiten Fall lasse sich an der FDP vorbei kein neues CO2-Gesetz zimmern. Aha.

Mit anderen Worten: Petra Gössi tritt zwar zurück, ist aber der Meinung, alles richtig gemacht zu haben.

Ein Treppenwitz der Geschichte wäre es, wenn – wie gemunkelt wurde – der Zürcher Jung-Nationalrat Andri Silberschmidt das Parteipräsidium übernähme.

Anders als die von Haus aus grundbürgerliche Schwyzerin Petra Gössi hört er nicht nur auf die falschen Einflüsterer aus dem Zürcher Linksfreisinn. Sein Nationalratsmandat hat er ihnen gar direkt zu verdanken. Silberschmidt war die Waffe, mit der das Zürcher Partei-Establishment den sperrigen Gewerbedirektor Hans-Ulrich Bigler aus dem Nationalrat manövrierte.

In Sachen Anpassungsfähigkeit nach Linksgrün wäre er in etwa Gössi hoch zwei. Gut für die Partei, hat sich Silberschmidt gestern Abend vorerst aus dem Rennen genommen.

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28 Kommentare zu “Alle im Land wissen, warum Petra Gössi zurücktritt – nur sie selber offenbar nicht. Mit Andri Silberschmidt drohte eine Steigerung”

  • holsderkuckuk sagt:

    Ist es den vielen Kommentatoren eigentlich aufgefallen, dass sich in den Räten zu wenig geschäftsfähige tatkräftige Unternehmer befinden? Die Mehrheit der Parlamentatier sind Juristen, Angestellte der öffenlichen Hand und natürlich die vergeistigten Sozialarbeiter nicht zu vergessen. Alle Vertreter dieser Gruppen kennen nur das Prinzip, wie macht man schnell ein kleines Vermögen, man nehme ein grosses. Die Roten, die Grünen und die Guten schaffen keinen Mehrwert, sie können es gar nicht.

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  • Pablo sagt:

    Christian Wasserfallen, könnte als neuer Präsident, die FDP vor einem weiteren Zerfall retten, da bin ich mir ganz sicher.

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  • Wuschel10 sagt:

    Zu gross ist der Scherbenhaufen den Gössi hinterlässt. Und achtung die mitverantwortlichen linken Multimilionäre Gössi, Portmann, Müller, Fiala, Caroni, Keller-Suter, Silberschmid, etc. werden im Parlament weiterhin ihr Unwesen treiben. Darum schlage ich eine Neugründung einer rechtsfreisinnigen Partei vor. Das Potenzial von hauptsächlich jungen Freisinigen Kämpfern wäre sehr wohl vorhanden. Diese könnten auch in den rot grün braunen Städten wieder viele Anhänger gewinnen.

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  • markus.schudel@gmx.ch sagt:

    Es ist ganz einfach für die FDP, wenn sie nicht in der Bedeutungslosigkeit versinken und einen BR-Sitz oder zwei verlieren will: Sie stellt eine wirklich bürgerliche, eher Mitte-rechts Parteispitze auf, die auch die sozialen Belange der Einheimischen im Auge behält, und mistet - zusammen mit der SVP - den grün-linken Saustall endlich aus, ohne ängstlich darauf zu schielen, was die EU, das Ausland oder die MSM davon halten. Dann kommts gut!

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  • Hoenggi55 sagt:

    Gössi wie Ritz zwei Blindgänger oberster Güte !! Gut mit ihren Kollegen Wermuth Meier Molina Glättli und wie sie alle Heissen , Dummschwätzer und Scharlatane hoch Drei !!

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  • Hegar sagt:

    Ich trauere Gössi‘s vergossenen Grössenwahnsinn keine Träne nach.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt, dass die FDP eine Parteilenker erküren wird, der sich wieder den liberalen Werten verpflichtet fühlt und nicht dem Zeitgeist.

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  • Marlisa Schmid sagt:

    Das gestrige Geschwurbel von Frau Gössi war einfach nur lachhaft und verlogen. Natürlich ist sie aufgrund der krachenden Niederlage zurückgetreten. Ich kenne fast keine Politiker, die nicht lügen. Nicht umsonst geniessen sie neben Versicherungsvertretern, Bankern, Steuerbeamten den allerschlechtesten Ruf. Besonders peinlich war ihre Bemerkung, dass sie ihre Arbeitsmarktfähigkeit aufrecht erhalten möchte (wörtlich so gesagt). Und das alles mit ihrem üblichen dämlichen Grinsen vorgetragen.

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  • Bischi49 sagt:

    Die Vakanz wird zur Chance für die FDP wenn es ihr gelingt, einen Präsidenten, eine Präsidentin zu finden, der / die gradlinig liberal und staatskritisch politisiert und auch keine Berührungs- oder Konkurrenzängste mit der SVP hat, sowie die Kraft aufbringt, eine nicht nur dem Namen nach liberale Umweltpolitik zu entwickeln, als überzeugende Alternative zur linksgrünen Gängelungspolitik. Eine Herkulesaufgabe, ich weiss und wünsche der Partei alles Glück dazu, weil sie wichtig ist für die Schweiz

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    • Marlisa Schmid sagt:

      Die besten zwei Kandidaten wären Wasserfallen oder Burkart. Die verkörpern noch das was man unter Freisinn versteht. Eine veritable Katastrophe wäre Carroni. Er hat bei der Lauber Affäre eine ganz schlechte Figur gemacht. Ausserdem hat er einen grossen Anteil am Scheitern der Durchsetzungsinitiative gehabt, als er das Mätzchen vom Apfeldieb erzählte, der im Fall einer Annahme der Initiative ausgeschafft würde. Also einer, der rechts blinkt und links einbiegt.

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  • Juerg Brechbuehl Diplombiologe sagt:

    Schlechter Sieger. Nachtreten wenn die Verliererin schon am Boden liegt, gehört sich nicht.

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    • VP-Falger sagt:

      Wer an der Spitze steht, darf nicht mit Samthandschuhen angefasst werden! Schon gar nicht bei solcher Überheblichkeit.

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    • Josef Hofstetter sagt:

      Auch ein Diplombiologe könnte sich mal mit der Wirklichkeit auseinander setzen. Auch er könnte sich einmal überlegen ob die Schweiz, Flächenmässig sehr klein, das Klima verändern kann. Es ist mir klar, dass Sie auf Geld aus diesem Topf hätten profitieren können-

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  • Edmo sagt:

    Petra Gössi ist ein weiteres Paradebeispiel für weibliche Führungskräfte. Grosse Töne spucken, freihändig und lustvoll nach emotionalen Befindlichkeiten regieren, die Basis permanent aussen vor lassen und jeden Fehler als grossen Sieg feiern. Hat der Schaden katastophale Ausmasse angenommen, kommt der Absprung. Möglichst in eine höhere Liga. Es gibt immer was zu vernichten. Ich weiss, dass auch Männer so funktionieren können, aber bei den Frauen scheint es beinahe endemisch zu sein.

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  • Arnold Ganz sagt:

    Die Art wie sich Frau Gössi in Diskussionen darstellt, lässt dem Zuhörer oder Zuschauer keine Zeit, sich auf das geschliffene und bestens vorbereitete „Geschwätz“ einzulassen. Die Antworten und Einwendungen von Frau Gössi kommen in einem überwältigenden Wortschwall als Monolog daher, welcher als nicht mehr hinterfragbar daherkommt. Hinter dieser Art zu kommunizieren steckt weniger Sicherheit als vorgegeben. Die Abstimmungsergebnisse haben das Kartenhaus noch rechtzeitig zum Einsturz gebracht

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Es fällt immer wieder negativ auf, wie verlogen, unehrlich und arrogant falsch sich Politiker(innen) verhalten! Petra Gössi hat mit ihrem Rücktritt und deren unehrlichen Begründungen ein Paradebeispiel abgeliefert! Am Folgetag der verlorenen Abstimmung (CO2-Gesetz) tritt die FDP-CEO(in) mit reinen Privatbegründungen also nach 5 Jahren zurück! Dass solches Verhalten in allen Parteien vorkommt, ist kein Geheimnis. Dass aber eine gescheite, bürgerliche Elitefrau so unehrlich verschwindet....... !

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  • Stefan Mueller sagt:

    Bei den Wischiwaschi hoch2 spielt es nun wirklich keine Rolle mehr, wer den toten Gaul...

    aus Prinzip einfach immer gegen die SVP

    ....sattelt!
    Zudem bei dem Personal...sollten die mal die Putzfrau oder einen Chauffeur fragen der nicht an irgend welchen GfS ( Genossen für Scheinumfragen) Heuschrecken Halunken Kasachstan oder Müllstream-Seilen hängt!
    Oder eventuell grad direkt bei einer Fucinelle oder Badran anfragen!

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  • Realo100 sagt:

    Frau Gössis Rücktritt hat nichts mit der Abstimmungsniederlage zu tun und Frau Baerbock hat IQ200. Bitte Entsprechendes ankreuzen 😜

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