19. August 2021
Christoph Mörgeli

Alle Jahre wieder lesen wir die Rangliste der häufigsten Namen der Neugeborenen. Warum schlägt der Noah den Mohammed?

Alle Jahre wieder veröffentlicht das Schweizer Bundesamt für Statistik die neuste Liste der beliebtesten Vornamen der Neugeborenen beiderlei Geschlechts.

Bei den Mädchen obsiegte 2020 die Mia (ein Name mit mehreren Ursprüngen und Bedeutungen). Auf Platz zwei brachte es die althochdeutsche Emma («die Allumfassende»). Ich hätte nie erahnt, dass der Vorname meiner allumfassenden Grosstante je wieder in Mode kommt. Warum nicht gleich Berta, wie meine Grossmutter? Als dritte steht auf der Rangliste die Mila, was slawisch «die Angenehme» heisst.

Der Mode-Trend geht eindeutig Richtung Kürze und Vokale. Bei den Knaben obsiegt der hebräisch-stämmige Noah (korrekt ausgesprochen eigentlich Noach), der Architekt der berühmten biblischen Arche. Es folgt der Vorname Liam, aus Irland herkommend und eine Kurzform für William (Wilhelm), gewissermassen also die trendigere Version von Willy. Matteo – auf dem dritten Platz – ist die italienische Version des Evangelisten Matthäus im Neuen Testament.

Nun sind unsere Statistiker von grösster politischer Korrektheit und wollen niemanden beunruhigen. Darum führen sie die folgenden, durchaus häufigen Vornamen in ihrer Statistik jeweils eigenständig: Mohamad, Mohamed, Mohammad, Mohammed, Muhamed, Muhammad, Muhammed, Muhammet. Wetten, dass die schweizerische Vornamens-Rangliste ansonsten anders daherkäme?

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10 Kommentare zu “Alle Jahre wieder lesen wir die Rangliste der häufigsten Namen der Neugeborenen. Warum schlägt der Noah den Mohammed?”

  • W. Schmidhofer sagt:

    Bitte Adrenalin zurückfahren. In 2020 hat das Bundesamt für Statistik in der ganzen Schweiz 718 männliche Vornamen erfasst. Das Total der Mohamed Varianten ist 77. Wäre dies als ein Name verbucht worden, dann läge dieser an 112. Stelle. Herr Mörgeli, bevor Sie Ihren sinnlosen Kommentar lostreten, hätten Sie besser in der Statistik nachgeschaut. Bedenken Sie bitte, auch Ämter liefern recht oft recht brauchbare Angaben! Übrigens, seit 1918 wurden nur 1004 männliche Vornamen verwendet.

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  • Heidi sagt:

    Auf jeden Fall stehen die Statistiker in unseren Bundesämtern zuoberst auf der Rangliste der Manipulation. Siehe Corona. Da ist die Namensstatistik lediglich eine kleine Fingerübung.

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  • TheRealLaurel sagt:

    Habe beim Lesen herzlich gelacht. Ja, es ist so eine Sache mit den Vornamen - diese Ranglisten bilden den Zeitgeist doch recht genau ab. Ich habe eine Nichte, die schon vor gut 20 Jahren den Namen Mia bekam; damals vermutlich noch in Affinität zu Mia Farrow oder einfach nur, weil's was anderes war. Den vorderen Rang von Liam führe ich auf Liam Neeson zurück - aber wahrscheinlich ist er die zeitgemässe Variante von "Kevin". Auch für Noah habe ich eine Vermutung: einfach Matthäus 24,37-39 lesen.

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  • Rote Pille sagt:

    Die grösste Gruppe der CH-Muslime - also primär Bosnier (ehem. orthodoxe Christen) und Kosovo-Albaner (ehem. Katholiken) - geben ihren Kindern eher traditionelle Vornamen aus ihrem ehem. christlichen bzw. durch das osman. Reich islamisierten Kulturkreis. Mohammed ist da meines Wissens nicht sehr verbreitet. Mittlerweile gibt es aber mehr Albaner (mind. 260k) als Bündner im Kt. Graubünden, somit ist Albanisch die heimliche 4. Landessprache der Schweiz. Bedenklich - Demografie ist Schicksal.

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