18. Mai 2021
Wolfgang Koydl

Amerika hat ein neues Problem: Wie kriegt man Schneewittchen ohne Kuss wach?

Eines kann man den Aposteln politischer Korrektheit nicht vorwerfen: Fantasielosigkeit. Immer wenn glaubt, nun sei der Gipfel des Irrsinns erreicht, geht’s noch höher.

Jüngstes Opfer ist Schneewittchen. Nicht wegen der Zwerge. Wegen dem Kuss. Wie konnte Disneyland Kalifornien seine neueste Achterbahn nur mit dieser brutalen Szene schmücken.

Denn der Kuss der wahren Liebe, mit dem der Prinz sie von dem Fluch erlöst – er ist Symbol für männliche Dominanz, wenn nicht gar eine verschlüsselte Vergewaltigung.

Verwirrt? Es ist so einfach. Eine schlafende Frau ist wehrlos und ein Kuss ein sexueller Akt. Im Schlaf konnte Schneewittchen ihr Okay nicht geben (Only yes means yes). Ergo: Stiefmutter und Prinz steckten wohl unter einer Decke. Die eine verabreichte die K.O.-Tropfen, der andere profitierte.

Disney soll sich nun ein anderes Ende einfallen lassen. Denken wir mal nach. Der Prinz rüttelt sie wach? Er schüttet ihr Wasser ins Gesicht? Auch zu übergriffig.

Weisst du was, Prinz? Lass sie liegen und such dir eine wache Maid. Neu-englisch woke genannt.

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12 Kommentare zu “Amerika hat ein neues Problem: Wie kriegt man Schneewittchen ohne Kuss wach?”

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