25. Oktober 2021
Thomas Renggli

Anarchie im Letzigrund: GC und der FCZ trennen sich unentschieden. Verloren hat der Fussball, weil sich die Fans wieder bekriegten

Es hätte ein wunderbarer Fussballabend sein können: Sechs Tore, Spektakel, 16.000 Zuschauer.

Doch dann übernahmen Chaoten aus dem FCZ-Lager das Kommando, stürmten den GC-Block und feuerten Petarden in die Menge.

Schreiende Kinder, rennende Eltern, Rauch und Flammen: Szenen wie im Krieg – und ein Déjà-vu der unfassbaren Art.

Schon im Oktober 2011 war das Zürcher Derby wegen ähnlichen Szenen abgebrochen worden.

Diese Vorfälle rücken ein Thema in den Vordergrund, das die Klubs am liebsten ausblenden würden: Die Gewaltexzesse im Umfeld von Super-League-Spielen gehören zur schlechten Gewohnheit und halten vor allem Familien und Frauen vom Stadionbesuch ab.

Umso irritierender mutete es an, dass die «Anti-Hooligan-Gesetze» von öffentlichen Einsprachen während Jahren blockiert worden waren.

Die Fans plädierten für Selbstregulierung und interessierten sich plötzlich für den Datenschutz. Gleichzeitig klammern sie grosszügig aus, dass sie durch ihr Verhalten die Fussballstadien zu rechtsfreien Zonen machen.

Gefordert ist die Liga: Sie muss die Vereine so bestrafen (mit Forfait-Niederlagen und Punkteabzug), dass es ihnen richtig weh tut.

Und die Klubs müssen die schwarzen Schafe im Zuschauerbereich konsequent aussperren. Denn in der Zeit der lückenlosen Videoüberwachung (und der Zertifikatspflicht) kennen sie die Täter ganz genau.

Wer etwas anderes behauptet, verkauft die Öffentlichkeit für dumm.

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13 Kommentare zu “Anarchie im Letzigrund: GC und der FCZ trennen sich unentschieden. Verloren hat der Fussball, weil sich die Fans wieder bekriegten”

  • Isaac sagt:

    Und wo ist der linksgrüne Polizeivorstand ? Am Velowegli zeichne wahrscheinlich!

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  • Silvio Valentino sagt:

    Stadien sind kein rechtsfreier Raum OK. Wem obliegt es, die Rechtsordnung in einem Staat durchzusetzen? Den Vereinen mit ihren Ordnungsdiensten? Der Fussball-Liga? Den Fan-Organisationen? Nein, dem Staat mit seinen Organen Strafverfolgung, Justiz, Polizei, Gerichte. Wer die "Ultras-Szene" kennt weiss, dass die Vereine gar nicht effizient eingreifen können. Undercover-Arbeit und harte Strafen, das ist der Weg. Der politische Wille fehlt. Diese Chaoten könnten ja mal nützlich werden. Siehe Antifa.

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  • mhol sagt:

    Die Massenseele ist zu schändlichster Barbarei fähig. Dieselbe zusammengeschlossene Seele, in welcher d Individuum alles zugunsten d Massenseele abgibt rottet sich innerhalb von solchartig fundamental abgeschottetem krebsartigem Geschwür in zerstörerischem Tun gegen aussen ab: Einerlei ob randalierende Fans, ÄssÄffÄff mit Kotz-Brock undCo, MassenMedienLügenKreise, Dark-Berset und restlicher PolitfritzAbschaum. Psychologie der Massenseele. Gustave le Bon lässt grüssen. (.. und andere auch)

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      • mhol sagt:

        Die Randale beim Mannschafts-Port, dient als Dampf-Ventil. So entstand der Hooliganismus. Da findet jeder gewaltbereite Systemfrustrierte eine Bühne für seinen destruktivem Hass. Mit Sport hatte dies noch nie zu tun. Auch auf Seiten der Vereine. Dort allerdings wurden stets nur der Wegfall der Einnahmen befürchtet + nichts unternommen. Also richtet man sich nach dem Geld: ähnlich wie die Zeitungen, Politik, Gesundheit usw.: überall ähnlich. Ändern wir doch das Prinzip .. oder gehen unter ..

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        • Silvio Brandolin sagt:

          Bringen Sie Ultras und Hooligans nicht durcheinander, das sind völlig unterschiedliche Szenen. So wie Grümpelturnier und Champions League, um im Jargon zu bleiben. Ultras sind zugedröhnte Loser, Hooligans sind Elitetruppen des Irrsinns.

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          • mhol sagt:

            Daaanke für Erhellung. Schien mir bisher nicht von hoher Dringlichkeit, diese unterscheiden zu können. Wer seinen Frust in Hass auslebt ist entweder verirrt, verwirrt und vielleicht auch krank. Als Möglichkeit dann noch abgrundtief boshaft und nahezu süchtig nach allem was hasserfülltes destruktives Ausleben ermöglicht. Genau daran wird es sichtbar im Äusseren.

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  • minibixi2008 sagt:

    Je dümmer die Menschheit wird desto brutaler wird das Leben für die nicht dummen.

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  • Christian Weber sagt:

    Diese eigenartigen "Fankurven" zerstören schon mit ihrem grässlichen langweiligen Singsang eine echte Fussballstimmung. Man hat den Eindruck, dass sie kaum am eigentlichen Fussballgeschehen auf dem Platz interessiert sind, sondern vor allem sich selber in Szene setzen wollen. OK, sind meistens junge Leute. Aber dämliches Zünden von Feuerwerken und Werfen von Petarden gegen Zuschauer darf es nicht geben. Gewisse Klubs hätscheln diese Fankurven und geben ihnen eine Bedeutung, die sie nicht haben.

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  • S. Jost sagt:

    Ach, und ich dachte, die mit Zertifikat sind die besseren Menschen.... Selbstlos, solidarisch, staatstreu. Wie man sich doch täuschen kann.

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  • Realo100 sagt:

    Bei solchen Chaoten sollte es eine Nulltoleranz, verbunden mit saftigen Strafen geben. Was da geboten wurde, geht in Richtung vorsätzliche Gefährdung des Lebens.

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  • St. Jakob 1444 sagt:

    Nun, die einfachste Lösung wäre, wenn sich alle Weicheier wieder vom Fussball verabschieden würden. Ich erlebte noch Zeiten, als sich die Swiss Indoors Besucher geradezu ekelten, wenn sie im Joggeli unten unsere Wege kreuzten. Dann begriffen sie, dass unsere Party viel geiler war und wollten mit dabei sein. Leider waren sie aber nicht genug Mann dazu. Und nun müssen wir echten Kerle erdulden, dass im Joggeli Regeln eingeführt wurden, die auch jeder Schwuchtel den Matchbesuch ermöglichen sollen.

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