02. März 2021
Christoph Mörgeli

Andrea Caroni kämpft um seine politische Zukunft – doch er tut es ungeschickt

Andrea Caroni, Ständerat aus Appenzell-Ausserrhoden, gehört zu den schnellsten und gescheitesten Parlamentariern unter der Bundeshauskuppel. Darum ist er sich genau bewusst, dass gegenwärtig die Weichen für seine politische Zukunft gestellt werden. Denn als Präsident der Gerichtskommission macht er – um in seiner Vatersprache zu bleiben – bei der Vorauswahl eines neuen Bundesanwalts nicht eben bella figura.

Der freisinnige Karrierepolitiker hat sorgfältig Stufe um Stufe seiner Laufbahn aufgeschichtet. Beim Rücktritt von Karin Keller-Sutter käme die FDP nur schwerlich am Ostschweizer Caroni vorbei. Vielleicht unter diesem Druck hat ihn jetzt sein Temperament zu stark mitgerissen. Appenzell und Italianità ist eine explosive Mischung – das weiss man spätestens seit dem Innerrhödler Carlo Schmid.

In der SRF-«Samstagsrundschau» bezeichnete Caroni mutmassliche Urheber von Indiskretionen seiner Gerichtskommission als «hochgradig kriminell». Und wünschte sich, dass die Bundesanwaltschaft diese Schwerkriminellen «in Handschellen aus unserer Kommission holt». Um zeitgleich der Nation zu verkünden, er habe für eine der Bundesanwalts-Kandidatinnen und gegen die Verschiebung gestimmt. Merke: Auch der hypernervöse Kerkermeister Caroni nimmt’s mit dem Kommissionsgeheimnis nicht haargenau.

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3 Kommentare zu “Andrea Caroni kämpft um seine politische Zukunft – doch er tut es ungeschickt”

  • Chantania sagt:

    Wenn Caroni, notabene der freisinnigen Partei angehörig, wie im Sommer auf Tele-Züri, als Legitimation des Maskenzwangs im ÖV, unsere Zivilgesellschaft mit einer RS vergleicht, dann beweist er damit nichts Anderes als skupellosen Karriereismus zum Schaden des Landes und Verrat übend an der liberalen Sache. Zum Teufel mit ihm!

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  • bhueti sagt:

    Karrierepolitiker sagt alles. Habe ihn auch schon getroffen und genau diesen Eindruck gehabt. Karriereziel Bundesrat - gelernt von seinem Mentor. Gescheit, schnell aber vieles dem grossen Ziel unterordnen. Nicht meine Lieblingsbesetzung für ein Mitglied der Legislative. Es gibt noch andere Parlamentarier dieser Gattung. Sind dann leider Ich-Vertreter statt Volksvertreter.

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  • Christian H sagt:

    Wenn sich da der Herr Caroni nur nicht verspekuliert. Ich glaube kaum das die Ostschweiz nach Keller Sutter gleich wieder einen Bundesrat erhält. Und wenn sind da noch der Kt Thurgau und Schaffhausen die sicher auch Ansprüche geltend machen.

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