04. Januar 2021
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Roger Köppel

BAG-Chefin Anne Lévy erlaubt Hunde am Arbeitsplatz und stellt Leute ein

Was lernen wir aus bald einem Jahr Corona? Die Schweiz ist nicht mehr Ernstfall-tauglich. Das bestätigt sich auch in der Pandemie. Es ist nichts Neues. Das Ur-Sinnbild dieses Verfalls an Ernstfalltauglichkeit ist seit Jahren die Schweizer Armee. Einst weltweit bestaunt als Einsatzwunder, mobilisierte das Milizheer innert 48 Stunden bis zu 800000 Soldaten – ohne Computer, nur mit Zetteln. Heute mobilisieren wir innerhalb von drei Tagen nur noch rund 20000 Soldaten.

Nicht mehr Ernstfall-tauglich: Das gilt auch für das angeblich beste Gesundheitswesen der Welt und seine Leitbehörde, das Bundesamt für Gesundheit (BAG), ausgestattet mit rund 600 vollbesoldeten Bundesbeamten. Die neue Direktorin, Anne Lévy, Politologin, erklärte in der Tagesschau vom 2. Januar, sie habe durchgesetzt, dass die Angestellten jetzt auch ihre Hunde an den Arbeitsplatz mitnehmen dürfen – das fördere ein gutes Arbeitsklima. Das sind die BAG-Probleme des Jahres 2021.

Derweil gelingt es der Schweiz nicht, genügend Impfstoffe gegen Covid zu beschaffen. Der Andrang ist enorm, das Angebot zu knapp, auch die erst im Dezember installierten Computersysteme halten nicht mit. Viele Risikopatienten versuchen verzweifelt, sich anzumelden, sie kommen nicht durch, die Systeme brechen zusammen. Zum Vergleich: Israel sicherte sich bereits vor der Zulassung rund 8 Millionen Impfdosen. Bereits über eine Million Israeli sind geimpft.

Die Schweiz ist nicht mehr Ernstfall-tauglich, dafür haben sie im BAG jetzt Hunde in den Büros und ein gutes Arbeitsklima. Frau Lévy erzählte der Tagesschau auch, sie habe „mehr Leute reingenommen“, also ihr Management verstärkt. Das wird all die Unternehmer und Gewerbler freuen, denen das BAG die Betriebe geschlossen hat und die keine Leute mehr anstellen dürfen, sondern entlassen müssen.

 

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