01. November 2021
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Marcel Odermatt

Bei der Debatte über die Pflege-Initiative wird vergessen: Die Zuwanderung ist der Grund, warum es immer mehr Arbeitskräfte braucht

Die Pflege-Initiative hat beste Chancen, am 28. November vom Volk angenommen zu werden. Wer hat etwas dagegen, dass Krankenpfleger, die wichtige Aufgaben für die gesamte Gesellschaft tätigen, gute Arbeitsbedingungen vorfinden? Richtig: niemand.

Was in der aktuellen Diskussion jedoch vergessen geht: Ein wichtiger Grund dafür, warum die Schweiz immer mehr Leute braucht, die als Pfleger und Pflegerin tätig sind, ist die Zuwanderung. 1991 lebten in diesem Land 6.8 Millionen Einwohner. 30 Jahre später sind es bereits 8.6 Millionen!

Die Konsequenzen sind klar: Mehr Menschen bedeutet, dass es in allen Bereichen – auch bei den Krankenbetreuer - mehr Arbeitskräfte braucht.

Was dieses Land betreibt, ist eine typische Pflästerli-Politik. In vielen Bereichen wird es in den nächsten Jahren zu Engpässen kommen – weil die Bevölkerung weiter in unglaublichem Tempo wächst.

Und es wird so weitergehen: Schliesslich müssen – um beim Bespiel des Pflege-Personals zu bleiben – viele der Menschen, die heute aus dem Ausland in die Schweiz kommen, eines Tages selber auch gepflegt werden.

Wenn an dieser Entwicklung etwas geändert werden wollte, müsste man das Thema Zuwanderung angehen.

Leider fehlt in Bern dazu der politische Wille.

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12 Kommentare zu “Bei der Debatte über die Pflege-Initiative wird vergessen: Die Zuwanderung ist der Grund, warum es immer mehr Arbeitskräfte braucht”

  • holsderkuckuk sagt:

    Im Spitalwesen ist vieles unbefriedigend. Der perverse Gedanke der Politiker, ein Spital müsse rentieren ist Beweis genug. Der kaufmännische Direktor steht über dem medizinischen. Die Revision der Krankenkassen durch die BR Ruth Dreyfuss, als kostensenkend angepriesen, ist der Ursprung allen Übels. Die Fallpauschale, in Deutschland bereits als negativ erkannt, wurde bei uns durchgeboxt. Die Politiker unfähig sich von Gesundheitsökonomen und weiteren Experten zu distanzieren, als Manövriermasse.

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  • Homer1941 sagt:

    Grad war ich im Kantonsspital Baden in einem "Viereschlag" weil die Halb- und Privatzimmer ausgebucht waren. (So what) Zwei Türken ein Mazedonier und ich: Freude herrscht und täglich Rambazamba mit den Familienclans der lieben Bettnachbarn. Dankä viiilmol!

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  • AWM sagt:

    Die von Herrn Odermatt vertretene These halte ich für gewagt: Ja es braucht mehr Pflegepersonal, wenn es mehr Einwohner hat. Dieses kommt zu einem sehr grossen Teil aus dem Ausland, weil es sonst nicht genügend Pflegekräfte gäbe.
    Aber die Gründe liegen viel tiefer: Die Ineffizienz des Gesundheitswesens verursacht mehr Personal als nötig, was wiederum die Prämien stetig steigen lässt.
    Einige Stichworte: viel zu viele Spitäler, falsche Anreize, die zu überflüssigen Behandlung führen, etc.

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    • Eliza sagt:

      Es gäbe genügend FaGe etc., aber man zieht ihnen billigeres unausgebildetes EU-Personal vorgezogen wird. Ich weiss dies von zwei Pflegefachfrauen, die deshalb lange Zeit keine Anstellung bekamen! Jammern ist halt in wie das Nichtbezahlen besserer Löhne!

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  • coyote sagt:

    Falls wirklich Mangel an Pflegepersonal ist, warum muss dann die Anwärterin die Schulung von CHF 3'000.-- im Voraus bezahlen? Habe aus den Medien entnommen, dass der Bund grosse Ausgaben vorgenommen hat für die Pflege. Sind diese Gelder nur für die oberen Etagen, nicht für die Personen, die eine Ausbildung machen wollen. Nicht jede Aussteiger/In die eine Pflege erlernen möchte hat diese Summe, somit lassen viele diese Schulung fallen und orientieren sich leider dann anders, schade.

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  • Markus Kappeler sagt:

    Die Pflegeinitiative zeigt gnadenlos auf, dass wir in einem Matriarchat leben. Auch andere Berufe sind sehr wichtig und zwar für alle, nicht nur für Kranke. Nur schon Fahrer (meist Männer) sind genau so wichtig, haben aber keinen Schutz. Wenn die nicht arbeiten, wird der Spital nicht beliefert, kommt die Pflegerin und Arzt nicht zum Arbeitsplatz und niemand hat zu Essen. Das gerade die besonders gut geschützten Arbeitnehmer in der Gesundheitsindustrie jammern ist echt der Gipfel.

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  • UrsD sagt:

    Bravo, da treffen Sie den Nagel voll auf den Kopf. Leider glauben immer noch viel zu viele Leute, dass man mit Zuwanderung das Problem "Arbeitskräftemangel" lösen könne, während es ja genau umgekehrt ist. Aber dieses Phänomen ist nicht neu. Beispiele dafür sind Irrtümer wie "E-Autos produzieren weniger CO2", "die Schliessung von Gesundheitseinrichtungen wie Hallenbäder, Saunas, etc., die das Immunsystem vieler Menschen masssiv beeinträchtigte", habe geholfen, Corona zu bekämpfen, etc..

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  • Edmo sagt:

    Diese These ist sehr gewagt. Es wandern ja auch viele Pflegekräfte in die Schweiz ein. So ergibt sich ein gewisses Gleichgewicht. Das Gleichgewicht wird an anderen Orten weit mehr gestört. Wir kommen mit der Bereitstellung von Infratruktur nicht mehr nach. Unsere Kultur geht vor die Hunde. Die Versorgungssicherheit nimmt rasant ab. Die Pflege-Initiative geht viel zu weit und gehört abgelehnt. Aber das Argument der Zuwanderung sticht da nicht.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Das politische Thema "Zuwanderung" war und wird nie in eine politische Abstimmung mit einbezogen ! Migration wird weiterhin mit keinem Wort erwähnt und weiterhin völlig tabuisiert! Im Gegenteil, weiterhin verlangen die links/grünen Globalisten(innen) neue Verhätschelungen und Integrations-Einrichtungen! Die Justiz, die Strafanstalten und die sozialen Hängematten sind mehrheitlich durch Migranten belegt ! Wer einen Spitalbesuch macht, erkennt schnell. warum es immer mehr Personal braucht!

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  • VP-Falger sagt:

    Nicht nur die Zuwanderung ist schuld, sondern die Regierung, welche die ungebremste Zuwanderung nach wie vor befeuert, statt den Ausbau der Spitäler und des Pflegepersonals gefördert zu haben. Im Gegenteil: Spitäler wurden parallel zur Masseneinwanderung abgebaut. Ein eindeutiges Versagen der Regierung. Was da im Berner Bundeshaus da verfassungsbrecherisch kreucht und fleucht, ist langsam nicht mehr aushaltbar.

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  • Juerg Brechbuehl Diplombiologe sagt:

    Der Artikel geht am Hauptproblem vorbei. Der wichtigste Grund ist, dass man dem Pflegepersonal einen überbordenden bürokratischen Aufwand aufbürdet. Eine durchschnittliche Krankeschwester verbringt einen Drittel ihrer Arbeitszeit beim Ausfüllen von Computereingabemasken für Krankenkassenabrechnungen. Würde man das Personal stattdessen zum Pflegen einsetzen, dann hätten wir längst genug davon. --> www.nzz.ch/schweiz/buerokratie-in-der-pflege-fuer-jeden-wc-gang-eine-notiz-ld.16525

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