18. März 2021
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Alain Berset lobt das italienische Spital-System – hat er sich einmal in italienischen Krankenhäusern umgesehen?

Gesundheitsminister Alain Berset hatte am Mittwoch im Parlament einen schweren Stand. Es ging zum wiederholten Mal in dieser Session um die Pandemie. Die Nationalräte, vornehmlich jene von der SVP, löcherten, ihn mit Zusatzfragen. In einem Fall ging es um die Gefährlichkeit des Covid-19-Erregers.

Um aufzuzeigen, wie heimtückisch das Coronavirus ist, verwies Berset auf Italien. «Wenn es so harmlos wäre, hätte man in Norditalien nie eine Überlastung des Spitalsystems erlebt», erklärte er. Norditalien habe eines der besten Spitalsysteme der Welt.

Hat er sich in Italien umgesehen oder verbreitete er nur die Propaganda seines italienischen Amtskollegen?

Die Italiener weisen zwar im Verhältnis zum Bruttosozialprodukt die höchsten Gesundheitsausgaben aus. In der Rangliste über die besten Gesundheitssysteme der Welt figuriert das Land aber ganz weit hinten.

In Italien ist die Zweitklassenmedizin besonders ausgeprägt. Privatpatienten kriegen eine Spitzenbehandlung. Alle anderen (70 Prozent) haben Glück, wenn sie bei Notfällen innert nützlicher Frist behandelt werden. Es braucht nicht viel, bis das italienische Spitalsystem kollabiert.

Die Krankenhäuser in Norditalien haben auch bei der Bewältigung der Pandemie kläglich versagt. Sie waren nicht bloss heillos überfordert, sie waren die eigentlichen Superspreader – indem sie Corona-Patienten in Altersheime auslagerten.

In einer Sparte sind die Italiener absolute Spitzenklasse: In keinem anderen europäischen Land sterben mehr Spitalpatienten an multiresistenten Keimen.

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24 Kommentare zu “Alain Berset lobt das italienische Spital-System – hat er sich einmal in italienischen Krankenhäusern umgesehen?”

  • steinlin sagt:

    Jetzt hat Berset wieder einmal etwas gesagt, was seine Inkompetenz aufzeigt !

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  • Smart20 sagt:

    Alain Berset will tatsächlich behaupten Italiens Spitäler hätten ein Überlast gehabt? Italien ist schon seit Jahren überlastet. Ich glaube, dass er auch an einem verseuchten Gehirn leidet. Das kommt davon wenn man Müllsender wie SRF schaut. Italien hat verboten zu begraben, wegen so ein paar Vollpfosten, die behaupten, wir hätten ein Virus Problem. Da sie nur wenige bis gar keine Krematorien hatten, mussten nun alle dort verbrannt werden. Das dies Stau erzeugt ist wohl die logische Folgerung.

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  • hape sagt:

    Die Italiener haben ein sportliches Ziel: Möglichst keine Steuern zahlen. Und da spart halt der Staat auch das Gesundheitswesen kaputt. Zur Kompetenz: Ich habe einen italienischen Arzt kennengelernt, der verzweifelt eine Stelle als Neurochirurg in Europa sucht, um das Handwerk richtig zu lernen. Fazit: Eine Absage nach der anderen, weil seine Ausbildung in Italien verglichen mit dem Rest von Europa unter dem unteren Ende rangiert. Wunderts uns da, wenn C-Patienten zutode geheilt werden?

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    • Florence sagt:

      Würden Sie gerne 70% Ihres Verdienstes an den Staat abgeben.?Beinahe 8 1/2 Monate pro Jahr für einen Staat ackern in dem nichts funktioniert? Bei den italienischen Ärzten muss ich Ihnen Recht geben. Deshalb empfehle ich jedem, der nach Italien kommt, Mitglied bei der REGA zu werden.

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  • Heidi sagt:

    Alain Berset wäre nicht der erste Politiker, der noch im Amt bereits für seine künftigen Mandatgeber arbeitet, die ihm für die Zeit nach dem Bundesrat lukrative Verwaltungsratssitze und sonstige hochbezahlte Posten in Aussicht stellen, sofern er durchsetzt, was sie gerne haben möchten. Möglicherweise erklärt dies, warum Berset taub und blind ist gegenüber jeglichen Lockerungen.

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  • steinlin sagt:

    Nicht das Spitalsystem in Norditalien ist eines der besten der Welt, aber die italo Massanzüge die unser pseudo-Sozialist Berset immer trägt, gehören zu den besten.
    Berset ist und war seit jeher, ein Schwätzer.

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    • Florence sagt:

      Vielleicht auch der Hut ein Borsalino?
      Bei der Zeremonie heute in Bergamo hätte er gut hingepasst inmitten all dieser Heuchler. Draghi mit Leichenbittermiene zur Kranzniederlegung ein Bäumli gepflanzt etc.etc.und in der Zeit suchen die Obdachlosen etwas warmes zu essen und eine windgeschützte Ecke um sich einwenig aufzuwärmen.. Die Zahl der Armen steigt stetig an wegen dieses blödsinnigen Lockdowns. Wen kümmerst? Hauptsache Kranzniederlegung im Maßanzug.

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    • tinaabegg sagt:

      Betset's Maßanzüge???! Are you kidding me??

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  • Mark S. sagt:

    Berset ist so fest mit seiner Agenda beschäftigt, dass er sich nicht mal mehr die Mühe macht, annähernd plausible Begründungen zu erfinden.

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  • beatz sagt:

    Wiederum beweist der Mann dass er in Sachen C weiterfahren wird wie bisher. Meine Wut steigt täglich, ebenso meine Trauer mit ansehen zu müssen wie leicht Menschen manipulierbar sind, die schrecklich schweigende Mehrheit jedenfalls. Die die alles gutheissen oder sogar noch strengere Massnahmen begrüssen würden, wie uns die manipulierten Umfragen glauben machen.
    Ich frage mich wann ein durch die Massnahmen komplett ruinierter, kaputter Mensch ein Blutbad anrichten wird im oder vor dem Bundeshau

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  • Dieter Graf sagt:

    Alain Berst muss weg, sofort!

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  • rochristen sagt:

    Das ist der treffende Ausdruck. Es ist mir schon am Anfang der Krise aufgefallen, dass Alain Berset ein unendlicher Schwätzer ist.

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  • olive sagt:

    «Wenn es so harmlos wäre, hätte man in Norditalien nie eine Überlastung des Spitalsystems erlebt»,

    Das ist ja wirklich hochbedenklich, dass Herr Berset so etwas sagt. Entweder lügt er bewusst oder er weiss nicht Bescheid, beides wäre schlimm.
    Norditalien kommt jeden Winter an seine Belastungsgrenze.

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  • ThinkAgain sagt:

    Zu Bergamo habe ich gehört, dass die italienische Regierung befohlen habe, die Covid-Toten zu kremieren. Da dies in Italien völlig unüblich ist, waren die wenigen Krematorien komplett überlastet. Konnte das aber nicht verifizieren. Weiss da jemand etwas?

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    • Silvio Valentino sagt:

      Stimmt, aber nur wenige ausgewählte Krematorien. Zu Beginn der "Pandemie" liess die Regierung der Lombardei die Hälfte der Bestattungsunternehmen schliessen, wegen der Ansteckungsgefahr (!). Die Verlegung von Infizierten in Pflegeheimen (RSA), wo sie viele hochbetagte und vorerkrankte Insassen ansteckten, führte zu Engpässen in den wenigen Spitälern, die diese aufnahmen und oft medikamentös falsch behandelten und zu Tode intubierten. Eine Strafuntersuchung der Magistratur läuft (Richtung Sand).

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      • Andreas sagt:

        Es war damals zu lesen, dass alle Verstorbenen aus Sicherheitsgründen verbrannt werden sollten, da man in Italien, Bergamo nicht wusste, wer denn Corana noch haben könnte .

        Deshalb waren die Kreamatorien natürlich hoffnungslos überlastet

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    • Gadsden flag sagt:

      Das hatte ich auch schon gehört. Wahrscheinlich ist die Kremierung aus Gründen der Seuchenbekämpfung Pflicht, was auch sinnvoll ist. Könnte es sein, dass die Lastwagen mit den Särgen einfach aus Kapazitätsgründen in Krematorien verfrachtet wurden, die die Aufgabe bewältigen konnten?
      Da braucht es gar nicht so viele Todesfälle, ein Lastwagen voller Särge sieht immer dramatisch aus.

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  • winner16 sagt:

    Wenn es noch einen Beweis braucht, um zu erkennen, dass der Bundesrat nicht mehr auf diesem Planeten zuhause ist, dann dieses "Lob"! Da könnte man noch vorher Donald Trump eine Medaille für Diplomatie verleihen!

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  • Florence sagt:

    Es wäre Alain Berset zu wünschen, einmal für ein paar Tage in italienische Spitalpflege zu müssen! Wo unter den Betten alles liegt,was im Verlauf des Tages um den Patienten verbraucht ,und weggeworfen wurde:Verbände, Wattenbäusche,aufgerissene Infusionsnadel -und Schlauch -Verpackungen.Wo Kranke Toiletten ,die 1x am Tag durchgewischt ,wo Desinfektionsmittel mit Wasser verdünnt werden weil die ASL sparen muss. Dringende Untersuche NUR privat,sonst wartet man 6-?Monate .Ausser ma hat „Freunde“.

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  • jameselsener sagt:

    Managgia la miseria! Mit einem solchen ich kann es nicht anders sagen Schwätzer in der Regierung wie Berset muss es einfach schiefgehen.

    Ich habe viele Jahre in Italien gelebt und weiss aus eigener Erfahrung wie marode das italienische Gesundheitssystem ist.

    Meine ex-Partnerin, sie ist hohe Beamtin im Justizministerium in Rom, hat es gerade wieder einmal erlebt. Sie spricht heute von Italien als failed State.

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    • Silvio Valentino sagt:

      Florence und Sie liegen richtig. Die Situation in den Regionen Lombardei, Venetien, Trentino-Alto Adige und Friaul-Julisch Venetien kenne ich sehr gut. Da habe ich Verwandte, Freunde und Bekannte, einige von ihnen arbeiten im Gesundheitswesen, darunter Ärzte und Pflegepersonal. Im letzten Jahr haben wir uns intensiv ausgetauscht. Die Zustände waren immer schon prekär, nach den Kürzungen und Schliessungen der letzten 20 Jahren sind sie katastrophal. Und wir sprechen von Norditalien. Berset lügt.

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