15. Januar 2021
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Christoph Mörgeli

Berset übernimmt bei der Shutdown-Medienkonferenz ungefragt das Zepter. Guy Parmelin muss die Rolle des Bundespräsidenten noch finden

Die Corona-Medienkonferenz vom Mittwoch leitete der neue Bundespräsident Guy Parmelin ein. Er tat dies mit wohltuend trockenen, nüchternen Worten. Nicht wegen sprachlichem Unvermögen, sondern weil dies seinem Naturell entspricht. Das wirkt für viele Bürgerinnen und Bürger befreiender als die immer etwas zwanghaft gestrengen Worte und Blicke seiner Vorgängerin Simonetta Sommaruga, die jedermann ein schlechtes Gewissen einimpfte.

Nun hat also Parmelin das Bundespräsidium übernommen. Und sich an der Covid-Sitzung gleich in die präsidiale Rolle geflüchtet, mit der er begründen kann, warum er seinen Parteikollegen Ueli Maurer bei dessen wirtschaftsfreundlichen Anträgen im Regen stehen liess. So kamen die harten Verschärfungsvorschläge von Gesundheitsminister Alain Berset im Gremium mit sechs zu einer Stimme durch. Was die Laune von Ueli Maurer nicht verbessert haben dürfte.

An der Medienkonferenz übernahm dann aber Alain Berset ungefragt das Zepter. Er fiel Guy Parmelin ins Wort und kaperte den Vorsitz, indem er die Journalisten und das Podium führte – ganz nach Lust und Laune.

So widerstandslos dürfte Guy Parmelin sich das Heft nicht aus den Händen reissen lassen. Jetzt ist er der Chef, und das sollte man merken. Parmelin könnte dann auch dafür sorgen, dass Bersets Wortschwall nicht unbegrenzt ausufert, ohne dass er wirklich etwas sagt. Denn eines ist sicher: Das Coronavirus lässt sich durch das Geschwätz von Alain Berset am wenigsten eindämmen.

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1 Kommentar zu “Berset übernimmt bei der Shutdown-Medienkonferenz ungefragt das Zepter. Guy Parmelin muss die Rolle des Bundespräsidenten noch finden”

  • peter.b sagt:

    Massnahmen, Massnahmen, Massnahmen..........
    Maximal 5 Familienmitglieder und nahe Freunde zuhause, aber unbegrenzte Anzahl fremder Reisender im OeV. Auch für die heilige Kuh sollten Abstandsregeln gelten!

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