27. Januar 2021
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Beschliesst der Bundesrat heute Lockerungen des Corona-Regimes? Oder haben wir bald Zustände wie in den Niederlanden?

Seit Wochen ist man jeden Mittwoch gespannt, was sich der Bundesrat wieder einfallen lässt, um weitergehende Einschränkungen zu beschliessen oder die bestehenden aufrechtzuerhalten. Nehmen wir es vorneweg: Es ist nicht davon auszugehen, dass die Landesregierungen heute die am 13. Januar beschlossenen Massnahmen wieder lockert.

Obwohl die Fallzahlen schon vorher im Sinkflug waren und es noch immer sind. Auch die sogenannte Übersterblichkeit, die einzelne Panikmacher gerne hervorstreichen, wenn sie nach noch strengeren Einschnitten rufen, ist in vielen Regionen nicht mehr gegeben. Leider ist es aber auch so, dass die Landesregierung und insbesondere Gesundheitsminister Alain Berset bisher immer einen Grund fanden, um weitere Massnahmen zu beschliessen oder eine Lockerung des Regimes hinauszuschieben.

Wortreich wird auf die Gefährlichkeit des mutierten Virus hingewiesen, oder, wie aktuell Patrick Mathys, Chef der Sektion Krisenbewältigung im Bundesamt für Gesundheit, betont, dass die Fallzahlen zu wenig rasch sinken. Das Ziel seien maximal 300 Neuansteckungen pro Tag. Am Ende kommt es immer auf dasselbe: Die Einschränkungen bleiben in Kraft. Wäre es nicht gescheiter, das Impftempo endlich zu erhöhen, statt dies bloss in den Abendnachrichten zu versprechen?

Dass die Stilllegung der halben Wirtschaft je länger je weniger gut ankommt und das Verständnis der Bevölkerung für die Einschränkungen kontinuierlich erodiert, zeigt sich in den Niederlanden. Dort spielen sich wegen der Corona-Massnahmen bürgerkriegsähnliche Szenen ab.

Warum forderte in den letzten Tagen trotzdem nur die SVP, dass der Bundesrat den landesweiten Lockdown für Läden und Restaurants aufhebt? Vielleicht wäre es hilfreich, wenn man die gesundheitspolitisch motivierten Einschränkungen wieder einmal einer fundierten Kosten-Nutzen-Rechnung unterziehen, bevor man das gesamte Land in ein künstliches Koma versetzt.

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10 Kommentare zu “Beschliesst der Bundesrat heute Lockerungen des Corona-Regimes? Oder haben wir bald Zustände wie in den Niederlanden?”

  • Philipp Zuercher sagt:

    Was ich bei jeder Erweiterung der einschneidenden Massnahmen vermisse, ist eine echte Darlegung der Ist-Situation und dann, noch viel wichtiget, eine Begründung der Massnahmen basiert auf verifizierbaren Facts statt auf weithergeholten Vermutungen.

    Wieso pochen Presse und Fernsehen nicht darauf?

    Die Bürger fühlen sich je länger je mehr verschaukelt!

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  • hape sagt:

    Warum gibt es in der Schweiz nicht die Möglichkeit des Impeachment?
    Berset ist längst überfallig dafür.

    Er hat grundsätzlich
    - sein Departement nicht im Griff

    und im Detail

    - das BAG tanzt ihm auf der Nase herum
    - die durchgeknallte Task Force macht und redet was sie will
    - um seine Wirtschaftszerstörung zu rechtfertigen werden mehr Tests angeordnet oder dem PCR auf seine anweisung hin mehr Zyklen verpasst - damit die Zahlen ja hoch bleiben

    und mehr...

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  • olive sagt:

    “Biochemiker und Nobelpreisträger Kary Mullis hatte den PCR-Test im Jahr 1983 entwickelt, um DNA-Sequenzen in vitro zu vervielfältigen. Sein Test, so Mullis, sei für diagnostische Zwecke nicht geeignet. Wie die Biologin Prof. U. Kämmerer, die Immunologin und Virologin Prof. Dolores Cahill u.a.m. im Corona-Ausschuss übereinstimmend erklärten, kann mit dem Test auch heutzutage nicht festgestellt werden, ob eine aktive Virusinfektion vorliegt. "

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  • olive sagt:

    Da nicht gesichert ist, wie die Impfung genau wirkt, möglicherweise "nur" gegen schwere Verläufe gut ist und man trotzdem ansteckend sein kann, wird die Maskenpflicht und der Lockdown weiter gehen.

    Zwingend wäre, dass die Nutzlosigkeit des PCR-Test offen gelegt würde ,
    dann wäre der Hysterie die Grundlage entzogen.
    Corona ist nicht mehr als eine mittelschweere Grippe, die ebnefalls tödlich ist für Immun-Geschwächte.

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    • Melanie sagt:

      Ganz genau so ist es.

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    • Mn11Pl09Ld sagt:

      Im Jahre 2020 starben 4270 Menschen mehr als im Durchschnitt der letzten 20 Jahre, aber genau gleich viele wie 2003 und sogar 1118 weniger als 2000.
      Nützen könnte eine Impfung den Menschen, die wegen ihres schwachen Immunsystems das Risiko haben, einen schweren Verlauf bei einer Ansteckung zu erleiden. Das sind 20 % der Angesteckten, also bis jetzt 100‘000 Menschen.Für Gesunde ist eine Ansteckung eher unwahrscheinlich und wenn, dann ist es eine Gratisimpfung.

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  • Oleo sagt:

    Die Idee, das Impftempo zu erhöhen, ist ja im Ansatz gut, nur wissen wir ja bekanntlich nicht erst seit heute, dass die Schweiz es nicht geschafft hat, eine genügend hohe Grundmenge zu bestellen.

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  • Edmo sagt:

    Ob die Einschränkungen wirklich gesundheitspolitisch motiviert sind, muss man sich längst fragen. Die Massnahmen sind derart widersprüchlich, nutzlos und unausgegoren, dass man auf der Suche nach den Motiven offener denken muss. Wahrscheinlich geht es viel mehr um den 'Great Reset' als um ein Virus. Dann ergibt plötzlich alles Sinn. Wir sollen weniger konsumieren und nicht reisen. Alle Restaurants dicht machen ist gut gegen jedes Reisefieber. Läden dicht machen bremst den Konsum merklich.

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    • Reutimann Werner sagt:

      Diese Ideen mögen ja etwas für sich haben. Sollte dieser "great reset" eintreten, wird es nicht mehr nur um Reduktion der Konsumation, der Reiserei oder Gasthaus-Besuche gehen. Dann werden wir eine komplett "neue Ordnung"erleben. Mit alleinigem Sagen durch die Landes-Regierung (geführt durch SP-BR und geduldet durch die Liberalen-BR) und die sogenannten, teilweise selbsterwählten Eliten. "Prost Nägeli!"
      RE

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      • Melanie sagt:

        Natürlich geht es um eine 'neue Ordnung = great reset". Um die digitale Gesellschaft (Überwachungsgesellschaft!) nämlich und auch um die Abschaffung des Bargeldes: dann ist Geld, Vermögen, Verschuldung noch klarer einfach ein fake und laufend manipulierbar. Für diese neue Ordnung braucht es Fussvolk, das alles schön brav mitmacht, weil es Angst hat und nichts mehr hinterfragt, sondern GLAUBT. Corona-Gläubige eben. Wer Gehirn und Verstand hat, merkte das spätestens schon letzten Sommer.

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