26. Juli 2021
Christoph Mörgeli

Boris Johnson sei der «richtige Mann am richtigen Ort», urteilt die «NZZ am Sonntag». Sie hat es auch schon ganz anders gesehen.

In der Politik gehe es auch darum, bei den Menschen anzukommen, sie mitzureissen und zu überzeugen, kommentierte die gestrige Sonntagsausgabe der NZZ. Seine Selbstironie, selbst seine Fehler machten den britischen Premier Boris Johnson zum «erfolgreichen Politiker». Und weiter im wörtlichen Zitat: «Johnson ist der richtige Mann am richtigen Ort.»

2018 beschimpfte dieselbe NZZ am Sonntag Johnson noch als «Brandstifter». Er sei die «Verkörperung all dessen, was die Politik verunstaltet», überhaupt nichts als «der alte Clown hinter der neuen Maske». Mit ihm werde Politik «zum Werkzeug der Selbstbeweihräucherung, zum verantwortungslosen Experiment». Johnson huldige der «kreativen Zerstörung».

Vor zwei Jahren wusste die NZZ am Sonntag, dass Boris Johnson «den Brexit-Karren in den Dreck gefahren» habe. In dieser Art Drecklerei ging’s weiter, wenn ein Experte in der gleichen Zeitung festhielt, die Figur Johnson sei der Beweis, «in welch katastrophaler Situation die Konservativen in Grossbritannien» seien: «Wenn Johnson den Mund aufmacht, kommt zur Hälfte Falsches raus.»

Und überhaupt: «Wenn die Briten Johnson folgen, werden sie sich eine ziemlich blutige Nase holen.» Es werde zu Konflikten kommen, «auch solche kriegerischer Art».

Was lernen wir aus dem Krieg der NZZ am Sonntag? Nichts ist unbedeutender als die Zeitung von gestern. Das gilt nicht nur für die Wochentage, sondern erst recht für die Sonntage.

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14 Kommentare zu “Boris Johnson sei der «richtige Mann am richtigen Ort», urteilt die «NZZ am Sonntag». Sie hat es auch schon ganz anders gesehen.”

  • Heinrich sagt:

    Johnson läuft Zick-Zack wie ein verfolgtes Reh. Nach der Aufhebung der Corona Massnahmen hat er kurzfristig das Handy-Ping System bekannt gegeben, welches von seinem Pharma-Corona-Team ausgearbeitet wurde. Es macht PING auf dem Handy und man muss sofort 10 Tage zu Hause in Isolation gehen, da scheinbar ein Corona-Kontakt vorliegt. Hundert -Tausende mussten in Quarantäne. Es fehlen die Mitarbeiter und die grossen Lebensmittel Versorger haben jetzt Probleme. Die UK Presse berichtet davon täglich.

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  • Markus Saurer sagt:

    Seit Kappeler nicht mehr in der NZZaS schreibt, ist deren Wert ins Minus gekippt. Vorher hat sie Kappeler noch gerade knapp auf Null kompensiert.

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  • Ulf Nordmann sagt:

    Die NZZ ist auch nur noch ein Gehirnwäscheinstrument am Tropf des Staates. Kann weg!

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    • Meinrad Odermatt sagt:

      Ja, hie 8und da bürgerlich in Schweizer Tradition. Regelmässig aber provokativ linke oder "mainstream" Themen "zur Diskussion stellend". Was am Ende nur diesen nützt. Einer von diesen Autoren war einmal Simon Gemperli. Heute haben andere seinen Platz eingenommen. Oftmals schon in der Luzerner Zeitung einschlägig aufgefallen. Mir kommt da der Jelmoli in den Sinn: The house of brands. Man stellt die Infrastruktur für andere zur Verfügung. Man will aber die Meinung der NZZ, nicht von Dritten.

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    • Meinrad Odermatt sagt:

      Ja, hie und da bürgerlich in Schweizer Tradition. Regelmässig aber provokativ linke oder "mainstream" Themen "zur Diskussion stellend". Was am Ende nur diesen nützt. Einer von diesen Autoren war einmal Simon Gemperli. Heute haben andere seinen Platz eingenommen. Oftmals schon in der Luzerner Zeitung einschlägig aufgefallen. Mir kommt da der Jelmoli in den Sinn: The house of brands. Man stellt die Infrastruktur für andere zur Verfügung. Man will aber die Meinung der NZZ, nicht von Dritten.

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  • baloiszydeco sagt:

    Dabei ist Eric Gujer ein mich beeindruckender Journalist. Aber eben, er ist Chefredaktor der NZZ unter der Woche und anscheinend nichts zu tun mit der Nutzlosen Zürcher Zeitung am Sonntag. Höchste Zeit Markenklarheit zu schaffen, etwa Gujer spot "ich bin nich Sonntag".

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  • Peter Eschmann sagt:

    Ein Bekannter sagte mir schon vor sechs Jahren, ziemlich frustriert: Eine Zeitung , die auch in Zürich produziert wird, kann man nicht mehr lesen, weil alles unwahr ist, was geschrieben wird. Und die Weltwoche kann man nicht mehr lesen, weil alles wahr ist, was sie schreibt. 🤭🥺

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  • Bytheway sagt:

    Auch die taz hat zu meiner Verwunderung ihre Sympathien für Johnson entdeckt. Man fragt sich, what happened?

    https://taz.de/Grossbritanniens-Premier-Boris-Johnson/!5781951/

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    • Edmo sagt:

      Johnson hat die Ernährungsdiktatur angekündigt. Hohe Abgaben für alles, was als ungesund gilt. Verbindliche ärztliche Vorgaben zur Ernährung. Mehr staatliche Überwachung. Covid-Zertifikat hoch sieben. Die erste grosse Ausdehnung der Coronadiktatur auf weitere Lebensbereiche. Da muss einen der Jubel der NZZ nicht wundern. Boris ist ganz auf Linie. Seine Angebetete wird es schon richten und die NZZ ist ob der grenzenlosen staatlichen Allmacht begeistert.

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  • Bischi49 sagt:

    Ich zitiere hier den ehemaligen Stadtingenieur von Zürich, Prof. Richard Heierli: „Mach dir keinen Kummer, morgen kommt die nächste Nummer!“

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  • Arnold Ganz sagt:

    Manchmal kommt man als NZZ-Leser nicht um den Eindruck herum, dass in der Redaktion der NZZ ein Krieg um die Wahrheiten stattfindet. Sehr deutlich wird dies, wenn im gleichen Zeitraum, von den vielleicht schon viel zu lange in GB arbeitenden in Korrespondenten, über die katastrophalen Folgen des Brexit berichten, und dann in der NZZ wieder die überzeugende Verhandlungsführung eines Boris Johnsons mit der EU bejubelt wird. Die politische Haltung sollte in der Redaktionen NZZ klarer hervortreten!

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  • Realo100 sagt:

    Die NZZ betreibt Windfahnenpolitik….meine ehemals favorisierte Zeitung enttäuscht mich je länger desto mehr. Zum Glück gibts noch die Weltwoche

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