11. Juni 2021
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Roman Zeller

Braumeister Alois Gmür weibelt lustig fürs CO2-Gesetz – doch hat er seine eigenen Emissionen unter Kontrolle?

«Lieber ein Fass Bier als ein Fass Erdöl!» So lautet der Jux, mit dem sich Alois Gmür, Einsiedler Braumeister und Mitte-Nationalrat, für ein Ja zum CO2-Gesetz stark macht.

Was hat dieser Spruch mit dem CO2-Gesetz zu tun? Was meint Gmür?

Völlig klar ist, dass ihm Bier besser schmeckt als Öl – logisch. Dies sollte sogar noch für jene gelten, die den Gerstensaft abstossend finden und sich nicht wie Bierkönig Gmür täglich eine Kostprobe gewähren.

Womöglich – ziemlich sicher – zielt sein Slogan auf den Klimaschutz, auf die CO2-Bilanz, mit der er fossile Brennstoffe ins Abseits stellen und sein Leibgetränk ins Rampenlicht rücken will.

Aber wie nachhaltig ist ein Fass Bier, das Gmür bekanntlich lieber ist?

Kritiker könnten einwerfen, dass beim Gärprozess Kohlensäure, also Treibhausgas entsteht. Eine Brauerei, die jährlich 200.000 Hektoliter Bier produziert, stösst rund 200.000 Tonnen Kohlenstoff-Dioxid aus.

Da Gmürs Familienbrauerei pro Jahr 25.000 Hektoliter abfüllt, entsprechen diese rund 50.000 bis 100.000 Fässer (je nach Fassungsvolumen) rund 0,06 Prozent der Schweizer CO2-Emissionen.

Es ist zu hoffen, dass Gmürs Abstimmungs-Schalk nicht sein Bier verdirbt, es könnte vielleicht bald etwas ölig schmecken.

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7 Kommentare zu “Braumeister Alois Gmür weibelt lustig fürs CO2-Gesetz – doch hat er seine eigenen Emissionen unter Kontrolle?”

  • Meinrad Odermatt sagt:

    "Eine Brauerei, die jährlich 200.000 Hektoliter Bier produziert, stösst rund 200.000 Tonnen Kohlenstoff-Dioxid aus." Also wie geht jetzt das?

    Auf 1 Hektoliter (100 lt) eine Tonne (1000kg) CO2 ? Kann das jemand plausibel erklären?

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  • euseg sagt:

    Für eine FREIE SCHWEIZ! Das Volk entscheidet und nicht irgendwelche gutbezahlte Politikern und Staatsangestellte, die von unseren Steuern leben.
    Datum 5 X NEIN am 13. Juni 2021.

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  • maBagra sagt:

    Peinlich wie sich ehemals gstandene Mannsbilder für die rotgrüne Klima-Lobby zum Affen machen. Dem lieben Gmür wird der CO2-Rülpser noch schnell zum abgestandenen Rohrkrepierer mutieren. Vermutlich hat er aber schon geschmeidigerweise einen Masterplan für CO2-freies veganes Solar-Dünnbier in der Schublade, das er mittels SRF-betreuter Marktkampagne seinen klimahysterischen Gesinnungsgenossen andrehen wird

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Solche Beispiel gäbe es sehr viele: Die "Anderen" sollen und müssen, ich aber produziere Bier, Plastikgeschirr, treibe Spitzen-Sport oder sonstige eigene Bedürfnisse! Was die CO2-Befürworter doch alles tun, um am 13. Juni "jubeln" zu können! Wir sollten auch etwas wichtiges tun: 5 Mal NEIN in die Urne schieben!

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  • Mueller sagt:

    Wahrscheinlich war er besoffen, als er seinen Werbespruch kreierte!

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  • Edmo sagt:

    Ohne echten Klimanotstand bräuchten wir kein CO2-Gesetz. Die Vorlage beweist also, dass wir den Notstand haben. Deshalb schlage ich vor, Gmürs Brauerei als Notmassnahme vorübergehend still zu legen. Damit können 0.06 Prozent CO2 sofort eingespart werden. Die Notmassnahme kann aufgehoben werden, sobald der Anteil E-Autos in unserem Land auf 45 Prozent angewachsen ist. Ich bin sicher, Gmür wird das gefallen. Jeder will doch seinen Teil zur Rettung des Planeten beitragen.
    5 x NEIN am 13. Juni.

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  • Haering sagt:

    OMG: CO2 Abgaben auf Bier! Liebe Biertrinker, geht bitte alle schnellstmöglich zur Urne !

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