15. Dezember 2020
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Rolf Hürzeler

Brexit: Die Briten wollen ihre Fische zurück – recht haben sie

Das hatten wir schon einmal. Vor genau 41 Jahren liess die damalige Premierministerin Margaret Thatcher die EU wissen: «Ich will mein Geld zurück.» Es wollte ihr nicht einleuchten, dass die britischen Steuerzahler die hoch defizitäre Landwirtschaft der Franzosen subventionierten.

Jetzt sind wir wieder so weit. «Wir wollen unseren Fisch zurück», sagen die unerschrockenen britischen Fischer und versehen ihre Fangboote mit solch farbigen Parolen an der Reling. Sie können nicht verstehen, warum ihre Berufskollegen vom Kontinent, vor allem die Franzosen, in den ergiebigen britischen Gewässern der Nordsee fischen.

Aber es geht um mehr als um Fangquoten: Die kämpferischen britischen Fischer machen ihren Landsleuten klar, wie wichtig der Brexit für sie ist. Da können die Politiker in Westminster lange von neuen internationalen Handelsverträgen schwärmen oder über den EU-Gerichtshof in Luxemburg herziehen. Das alles bleibt für die meisten abstrakt. Geht es hingegen um die Fischereirechte ist klar, was gemeint ist: Nämlich die Zukunft des nächsten Fish-‘n’-Chips-Shops um die Ecke – das will sich keiner nehmen lassen, schon gar nicht von den Franzosen.

Schlaue Ökonomen haben errechnet, dass die britische Fischerei nur 0,1 Prozent des Bruttoinlandprodukts erwirtschaftet und halten den Streit um diesen Punkt im Brexit-Deal für unerheblich. Ganz falsch. Dieser Wert belegt einzig, dass Ökonomen wieder einmal eine «Chippy» in der High Street besuchen sollten.

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