28. Januar 2021
Marcel Odermatt

Bürgerliche Frauen engagieren sich für das Burka-Verbot – mit klassischen feministischen Argumenten. Gut so

Der Abstimmungskampf zur Anti-Burka-Initiative kommt in die Gänge. Den Anfang machten diese Woche die Delegierten der Waadtländer Freisinnigen. Völlig überraschend sprach sich die FDP Waadt mit 104 zu 87 Stimmen für das Verhüllungsverbot aus. Dies obwohl die Mutterpartei im Dezember das Anliegen einstimmig bei einer Enthaltung den Bach abgeschickt hatte und FDP-Bundesrätin Karin Keller-Sutter das Begehren vehement ablehnt.

Noch mehr Schwung in die Angelegenheit bringt jetzt eine überparteiliche Frauengruppe. Die beiden Nationalrätinnen Marianne Binder-Keller (CVP/AG) und Monika Rüegger (SVP/OW) haben mit der Islamismus-Expertin Saïda Keller-Messahli das Komitee «Frauenrechte Ja» lanciert.

Die drei Exponentinnen argumentieren genauso, wie es von linken Feministinnen zu erwarten wäre. «Unser Rechtsstaat garantiert allen Frauen die gleichen Rechte. Wir tolerieren im selben Staat nicht zweierlei Recht. Für die einen Frauen mehr als für die anderen», schreibt das Trio auf der Webseite des Bündnisses.

Gar nichts anfangen kann die Frauengruppe mit dem Königsargument der Gegner, dass ein Problem bewirtschaftet werde, dass gar nicht existiere, weil nur wenig Burka-Trägerinnen in der Schweiz leben würden. «Die Grösse eines Unrechtes, vorliegend Diskriminierung und Sexualisierung, misst sich nicht an der Anzahl derjenigen, die es betrifft. Das Argument, es brauche kein Verhüllungsverbot, weil man wenige verhüllte Frauen anträfe, ist absurd. Unser Grundrecht muss alle schützen», schreibt das Komitee.

Eine Begründung, der man schlecht widersprechen kann.

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