30. September 2021
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René Hildbrand

Der Bund lehnt das Bündner Abschuss-Gesuch für Welpen ab. Hoch lebe der Wolf!

Die Bündner dürfen keine Jungwölfe abschiessen. Das Bundesamt für Umwelt hat ihrem Gesuch kürzlich eine Abfuhr erteilt. Gut so.

Damit in ein Rudel eingegriffen werden darf, muss der Wolf mindestens zehn Tiere reissen. Und die Herde muss geschützt sein.

Doch mit der Behütung hapert es.

Zugegeben, es gibt kein schönes Bild ab, wenn Schafe, Ziegen oder Kälber von Wölfen getötet worden sind. Jedes Schaf hofft, ungeschoren
davonzukommen.

Dennoch ist der Canis lupus ein soziales Tier mit Familiensinn. Aber eben ein Fleischfresser. Er ist sozusagen der Balthasar Glättli unter den Raubtieren.

Fakt ist, dass jedes Jahr weit mehr Nutztiere durch Abstürze oder Krankheiten umkommen als durch Wolfsrisse.

Tierhalter haben in diesem Fall Anspruch auf Entschädigung. Richtig so.

Zahlen beweisen, dass Wölfe stetig weniger Nutztiere reissen. Und dass sie die Wälder schützen.

Genauso wie ich hat das Raubtier nämlich auch Rehe, Hirsche und Gämse zum Fressen gern – und sorgt damit für einen gesunden Ausgleich.
Der Wolf geniesst international einen hohen Schutz von den Staaten. Selbst in Indien.

Und in immer mehr Provinzen Chinas. Beim Thema Wolf geht es mehr um Emotionen als um Fakten. Schade. Koexistenz ist möglich.

Ich bin kein Wolf im Schafspelz – aber von diesem Raubtier fasziniert.

Leicht angespannt sein werde ich erst, wenn im Oberengadin der erste Komodowaran auftaucht.

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25 Kommentare zu “Der Bund lehnt das Bündner Abschuss-Gesuch für Welpen ab. Hoch lebe der Wolf!”

  • Marcel Zueger sagt:

    Ganz offensichtlich hat sich Herr Hildbrand weder mit den Betroffenen noch fachlich mit dem Thema fundiert auseinandergesetzt. Längst werden reihenweise Schafe auf geschützten Herden gerissen, es gibt Angriffe auf Esel, und erste Rinder (Gewicht 300 kg - entsprich einem kapitalen Hirschstier) wurden getötet. Der positive Effekt auf den Wald wird oft kolportiert, nachgewiesen und flächig zu erwarten ist er indes nicht. Für Informationen und Erfahrngsberichte: https://www.facebook.com/groups/19329

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  • tomcat37 sagt:

    Mich nimmt bloss wunder, wie viele Hunde ein Wolf in Zürich töten dürfte, bevor er beseitigt würde - wohl kaum mehr als zwei.

    Im Gebirge hingegen darf er grössere Mengen an Schafen „reissen“ (klingt doch viel harmloser als „töten“), bevor er abgeschossen werden darf. Dabei ist es nicht der Hunger, für welchen sich ein Rudel ein einziges Schaf teilen könnte. Es sind total „fehlprogrammierte“ Wölfe, welche ihre potenziellen Ernährungsquellen vernichten und danach liegen und verderben lassen.

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    • specht8057 sagt:

      Irgendwelche Behauptungen bringen uns auch nicht weiter. Was in Zürich geschehen würde, weiss man nicht. „Grössere Mengen“: wie viel Fleisch essen Sie im Jahr? Warum stört es Sie nicht, wenn wir Menschen grössere Mengen Tiere abschlachten, beim Wolf aber schon? Und dass der Wolf nicht zurückkehren würde, stimmt auch nicht. Natürlich würde er zurückkehren um weiter zu fressen. Aber das Schaf ist ja dann nicht mehr da

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  • Eulenlaender sagt:

    Wo Jagdgesellschaften aktiv sind, brauchen wir keine Wölfe um den Wald zu schützen. Nichts gegen Füchse, Dachse, Marder und andere Mäusevertilger, aber grössere Raubtiere gehören nicht die die bewohnte und bewirtschaftete Umgebung der Menschen. Dagegen finde ich die Idee mit den Krokodilen im Zürichsee nicht schlecht, denn wo es Krokodile gibt, gibt es keine Haie. 😀

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  • Beat Furrer sagt:

    Peter Bodenmann ist ein total Linker, mit meist völlig irrigen Annahmen und Schlussfolgerungen. Andreas Moser von Netz Natur will die Natur fördern, verschweigt aber, dass er dadurch etwa 8 Mio Menschen beseitigen müsste. Denn seine ideale Natur geht von ca. 20'000 Leuten auf dem Gebiet der Schweiz aus. Also ein totaler Träumer oder einer, der uns via SRF irreführen durfte.
    Die Zahlen von den Schafsrissen stammen vom 2018. Heute ist die Wolfspopulation gewachsen und bedient sich an den Schafen.

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  • Hoenggi55 sagt:

    Der Wolf wie auch der Bär haben bei uns in der Wildbahn keinen Platz mehr, darum ausser in Wildgehegen, wo sie für keine Nutztiere mehr eine Gefahr darstellen und überwacht werden, können sie sich frei bewegen ! Aber in der von den Bauern genutzten Alpweiden haben sie keine Berechtigung mehr ! Also bin ich für einen rigorosen Abschuss dieser Raubtiere, ohne Wenn und Aber !

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  • ich sagt:

    Wir haben doch so viele liebe Hunde und Wolfshunde, wozu brauchen wir wilde Wölfe, die sich exponentiell vermehren und exponentiell Schafe und Kühe reissen. Noch schlimmer ist die geplante Bärenansiedlung, die zum Glück bisher nicht geglückt ist, alles so ein Unsinn im wunderschönen Bauern- und Wanderparadies Schweiz wie die geplante ekelhaft verunstaltende Gift-Windmühlen-Pandemie. Giftgrün-Gutmenschtiergebaren am falschen Platz.

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  • Bischi49 sagt:

    Es gibt nur einen einzigen Wolf, den man fürchten muss, das ist der aus „homo homini lupus“

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  • werfur sagt:

    Eigentlich gäbe es für den Wolf keine bessere Diät als zartes Veganer-Fleisch von grünen Politikern. Aber dafür sind sich die Herrschaften doch zu schade. Sie opfern lieber Schaf-Herden und Bauern-Tölpel. Wölfe sind natürlich eine Gefahr, für Menschen, die dort auftauchen.

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  • hape sagt:

    Der Vergleich mit Glättli passt. Und wichtig: Der Wolf ist - was seine Beute angeht - ebenso unbelehrbar wie Balthasar. Sonst würde er sich auf Reh, Hirsch, Gemse & Co. beschränken und die Nutztiere in Ruhe lassen. Aber eben: Wolf orientiert sich an Balthasar Glättli. Der verschont auch keinen!

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  • Henoch sagt:

    Bund und Verwaltung ist durchseucht mit Tierschutz-Romantiker und zeitgeistlichen Irrlichtern. Da wird sich in Zukunft nichts ändern .... bis sich vielleicht das erste Wolfsrudel im Platzspitz niederlässt.

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  • minibixi2008 sagt:

    Wem egal ist wenn so viele Schafe gerissen werden der fühlt sich als allmächtig und nur der Mensch hat das Recht zu leben. Tiere sind für ihn Untertanen.
    Diese Idioten bringen es fertig eines Tages Löwen und Tieger bei uns auszusetzen. Für mich hat jeder Regenwurm mehr Recht auf Leben als viele Zweibeiner.

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  • Marlisa Schmid sagt:

    Die arroganten Beamten in ihren geheizten Amtsstuben dulden also weiterhin, dass die blutrünstigen Wolfshorden über die Schafherden der Bergbauern herfallen und auf bestialische Weise hunderte von Lämmern verstümmeln. Wölfe töten nicht EIN einziges Lamm und fressen dieses mit Haut und Haaren, sondern sie fallen gleich über Dutzende Lämmer her und lassen diese auf jämmerliche Art verenden. Die Schafzüchter sind verzweifelt und brechen in Tränen aus, wenn sie am Morgen ein Schlachtfeld antreffen.

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    • Marlisa Schmid sagt:

      ...Der Wolf hätte von Anfang an dezimiert werden sollen. Es gibt schlicht keinen Platz für ihn in unserem dichtbesiedelten Land. Nun verbreitet er sich unkontrolliert in unserem Berggebiet. Innerhalb eines Jahres hat sich der Bestand verdoppelt. Die Wolfsfreunde sind meist Städter, Grüne, Bauernhasser, die gegen Herdentiere sind, da diese offenbar CO2-Emissionen verursachen. Nun bleibt den Schafhaltern nichts anderes übrig, als selber die Flinte aus dem Keller zu holen und die Wölfe zu erlegen.

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  • gian sagt:

    "Hoch lebe der Wolf". Täterschutz! Das Imperium schlägt zurück, die Rache der Eidgenossenschaft an Alt Fry Rätien. Ihr (Widmer-Schlumpf & Redlight Vincenz) habt das Bankgeheimnis getötet, wir lassen eure Geissli und Schäffli töten. Die Stunde der Wilderer naht, die Erben Gian Marchet Colanis werden aktiv. Der Bündner Jäger 1772-1837 hielt sich unerwünschte Unterländer mit Warnschüssen vom Leibe. Gut so. Viva la Grischa.

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  • Juerg Brechbuehl Diplombiologe sagt:

    Wölfe haben in der Kulturlandschaft nichts verloren. Wölfe sind keine vom Aussterben bedrohte Spezies. Ob wir in der Schweiz wölfe haben oder nicht, hat keinen Einfluss auf das Überleben der Art. -- Im Unterschied zu den einzelgängerischen Luchsen mit ihrem Territorialverhalten, wird die Grösse der Wolfspopulationen einzig durch das Futterangebot begrenzt. Die Idee, dass man nur die Schafe besser schützen müsse, ist weltfremd. -- Sollen doch die Luxuslinken aus den Städten im Sommer Schafe hüten

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    • olive sagt:

      "Wölfe haben in der Kulturlandschaft nichts verloren" Das ist die eine Seite, überlegenswert. Die andere ist, dass jedes Jahr 4000 Schafe sterben, weil "Die Gefährdung der rund 230'000 Schafe auf Schweizer Alpen geht also weniger von Grossraubtieren aus als vielmehr von der Nachlässigkeit des Menschen, der die Tiere zu wenig gut oder gar nicht behirtet." Dies sagt der Tierschutz.
      Deshalb ist das Gejammer der Schafbauern einzig auf das Generieren von Geld zu bewerten.

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      • Beat Furrer sagt:

        Das stimmt sicher nicht. Der Wolf gefährdet die Schafe und die Schafhaltung in den Bergen. Die Aussage, dass mehr Schafe verunfallen als vom Wolf gerissen werden, dürfte auf eine schon jahrzehntealte Erhebung (als es keine oder ganz wenige Wölfe in den Alpen gab) zurückgehen.
        Es ist ein Skandal, dass die Unterländer den Berglern vorschreiben, wie die mit dem Wolf umzugehen haben. Der Mensch ist der natürliche Feind des Wolfs. Wenn der Mensch den Wolf nicht töten darf, nimmt der Wolf überhand.

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        • olive sagt:

          "Vor dem Wolf starben in den Schweizer Alpen jeden Sommer 5000 Schafe. Weil man diese sich selbst überliess. Jetzt hat sich die Zahl der toten Schafe halbiert. Weil man auf sie besser aufpasst. Und weil die Wölfe pro Sommer nicht einmal 1000 Schafe totbeissen. Nüchtern betrachtet, retten die Wölfe somit jeden Sommer mindestens 2000 Schafen das Leben." schreibt Bodenmann im August in der WW.
          Auch Andreas Moser von Netz Natur äusserte sich so. Er regte sich sträflich auf über die Schafbauern.

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          • olive sagt:

            ...A b e r damit sage ich nicht, dass wir in der Schweiz Wölfe haben müssen. Dass die "Flachländer" in ihren Büros entscheiden, was die Bauern zu tun haben, ist auch nicht neu.
            Aber es ist ein Fakt, dass viele Schafhalter sonst gar nicht pingelig sind mit ihren Schafen, nur wenn es um den Wolf geht.

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          • Beat Furrer sagt:

            Die Schafe starben nicht, weil "sie sich selber überlassen wurden" und es waren 2011 4200 Tiere. Was Bodenmann schreibt ist mit wenigen Ausnahmen völliger Unsinn. Der versteht von praktisch allem nichts. Bei Andreas Moser handelt es sich um einen Naturromantiker, der mit der Idealbevölkerung von 20'000 Menschen auf dem Gebiet der Schweiz rechnet. 8 Mio Menschen müssten also verschwinden.
            Diese Träumer rechnen nicht nur bezüglich den Schafen falsch sondern bezüglich jedem wirtschaftlichen Thema.

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  • Pascal Luethi sagt:

    Ja, leider die romantische Sicht der Städter.
    Ich plädiere dafür, dass sich die "Bergler" organisieren und im Bad Tiefenbrunnen in Zürich ein paar Krokodile und Piranhas aussetzen - und dann den Leuten erklären, wie toll das Ganze nun ist. Und wehe, eines der Tiere wird gefangen oder gar abgeschossen...

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  • Hilti sagt:

    20 Wölfe reissen dieses Jahr im Wallis über 300 Schafe! Schweden ist 10 mal grösser als die der Schweiz. Und reguliert die Wolfspopulation auf 300 Tiere. Ergebe bei identischer Anwendung für die Schweiz maximal 30 Wölfe.
    Wollen wir aus der Schweiz einen Zoo machen? Kein Problem - dann müssen wir aber noch 20 Krokodile im Zürisee aussetzen.

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  • Stefan Mueller sagt:

    Logo Hildebrand, Sozn-Bananenrepublik-üblich wissen Unbeteiligte immer Bescheid!
    Städter zwangen Berglern Wölfe auf..klaro...denn man stelle sich vor, Bergler würden das Gleiche fordern: Wölfe im Dählhölzi und Tsüriberg!
    Nur weil Wolfsgeschichten aus Yellowstone so herzig sind, sind sie logo auch im stark bevölkerten Alpenland super!
    Lustig aber wie Typen, mit Hämmerle/Schweizerin-des-Jahres/Schlumpf/Pult/Semadeni/Giacometti Vizenz etc. als Ihre Besten im Filz, nun auf Unterländer-Hilfe hoffen!

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