17. Dezember 2020
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Alex Baur

Bund und Kantone setzen sich gegenseitig unter Druck, weil keiner die Verantwortung tragen will

Die Swiss Covid Taskforce ist da, um die Landesregierung zu beraten. Doch statt nüchtern zu informieren, setzt sie ihren Auftraggeber mit alarmierenden Pressekonferenzen unter Druck. In den Kantonen sind es einzelne Spitalärzte, welche ihren Arbeitgeber, also den Staat, mit öffentlichen Auftritten in den Lockdown treiben. Der Bund fordert die Kantone zum Handeln auf, einige Kantone verlangen vom Bund strikte Direktiven. Es geht um die Schliessung der Skigebiete.

Warum lassen sich Regierungen von ihrem Personal herumdirigieren wie Tanzbären? Warum handeln Bund oder Kantone nicht einfach selbst? Weil keiner die Verantwortung übernehmen will. Der Bund kann dereinst sagen, die Kantone haben es so gewollt, und die Kantone werden sagen, die Wissenschaft hat gefordert. Keiner riskiert etwas, alle sind fein raus. Man nennt es organisierte Verantwortungslosigkeit.

Dabei ist die Zahl der Corona-Toten und Hospitalisierten gemäss dem aktuellen Wochenbericht des BAG (Stand 16. Dezember) einmal mehr gesunken wie auch der Anteil an positiven Tests. Statt sich zu freuen, hebt man die absolute Zahl der positiven Tests hervor, die um rund 10 Prozent gestiegen ist – und unterschlägt dabei, dass die Zahl der Tests um 20 Prozent gestiegen ist. Je mehr man testet, desto mehr Positive gibt es, was für sich bekanntlich nichts bedeutet.

Es ist zu befürchten, dass die vermeintlich kecke Schweizer Regierung wie gewohnt auf Druck aus dem Ausland einknicken wird – und ihren Untertanen das Skifahren über die Festtage verbietet. Und keiner ist dafür verantwortlich.

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