09. April 2021
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Bundesrätin Simonetta Sommaruga: Wenn es um CO2 und Klima geht, nimmt es die Sauberfrau mit der Wahrheit nicht so genau

Im Juni werden wir über die CO-2-Revision abstimmen. Soviel steht heute bereits fest: Diese Gesetzesrevision macht uns alle ein bisschen ärmer, sollte sie angenommen werden. Heizkosten, Benzin, Wohnen, Ferienreisen usw. sollen teurer werden – zur Rettung des Weltklimas.

Verständlicherweise versucht SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga, die Folgen ihres Weltrettungsprogramms schönzureden.

Eine Niederlage kann sie sich nicht leisten. Sie würde sich auch international blamieren. Sommaruga sitzt neu in einer Kommission der internationalen Energieagentur, die für den Klimagipfel in Glasgow COP26 Empfehlungen ausarbeiten soll.

Wohl auch darum nimmt es die sonst für ihre Pingeligkeit bekannte Magistratin im aktuellen Abstimmungskampf mit der Wahrheit nicht immer genau.

So behauptete sie kürzlich in einem Interview mit der Zeitung Links, es gebe «nach wie vor keine Abgabe auf Benzin». Tatsächlich müssen die Erdölimporteure CO2-Emissionen mit Klimaschutzmassnahmen kompensieren. Um diese zu finanzieren, können sie 10 bis 12 Rappen auf den Benzinpreis schlagen. Das bekommen all jene zu spüren, die auf das Auto angewiesen sind.

Sommaruga sagt auch, dass Mieter von der Vorlage kaum betroffen sind. Das Gegenteil ist der Fall. Die Förderung von Gebäudesanierungen, die seit 2010 am Laufen ist und mit der aktuellen CO2-Revision noch forciert wird, führt seit Jahren zu steigenden Mieten. Die Aufschläge nach einer Sanierung stehen in keinem Verhältnis zu den Einsparungen bei Heiz- und Nebenkosten.

Darauf wiesen in den letzten Jahren auch Linke wie Nationalrat Michael Töngi (Grüne), Präsident der nationalrätlichen Verkehrskommission hin. Töngi war früher Generalsekretär des Mieterinnen- und Mieterverband Schweiz. Auch Sommarugas Parteikollegin, die Berner Regierungsrätin Evi Allemann, warnte davor, als sie noch den Berner Mieterverband präsidierte.

Warum widerspricht heute niemand mehr Sommaruga?

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11 Kommentare zu “Bundesrätin Simonetta Sommaruga: Wenn es um CO2 und Klima geht, nimmt es die Sauberfrau mit der Wahrheit nicht so genau”

  • Peter Rossa sagt:

    warum widerspricht heute niemand mehr Sommaruga?
    ...weil sie doch so lieb und nett und zart ist, kein böses Wort spricht, eine "aufrechte" Sozialdemokratin ist, volksnah, so bescheiden in einer günstigen bundeseigenen Kleinst-Wohnung lebt, immer bei den Guten zuvorderst dabei ist, fast ein rotes Engelchen ...

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  • Elba sagt:

    Fr. 100.- pro Familie Mehrkosten laut Sommaruga? Bei nur 1x Ferien kommt alleine durch die Flugabgabe schon das 5fache zusammen. Die Fahrt zum Flughafen nicht einmal gerechnet. Und das sind nur 2 von 52 Wochen im Jahr. In den restlichen 48 Wochen muss die Familie wohnen, heizen, einkaufen, sich in Beruf und Freizeit bewegen usw. Da wäre es schon mehr als ein Wunder, wenn Sommaruga den Familien nur die von den Gegnern kolportierten Fr. 1'000.- aus der Tasche ziehen würde.

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  • steinlin sagt:

    Seit diese Frau verkündet hat, eine Familie mit 4 Personen müsse jährlich mit Fr. 100.00 Mehrkosten rechnen, glaube ich ihr nichts mehr. Heizungskosten, Benzin, Flugabgaben usw. diese Aussage ist lächerlich.

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  • Edmo sagt:

    Die politische Agende der rotgrünen despotischen Kapitalismusüberwinder lässt sich nicht glaubwürdig erklären. Deshalb ziehen diese Lügenbarone todbringende Katastrophen vor. Klima und Corona sind genau die richtigen Themen, um die Menschen zur Verzweiflung und in die Arme der vermeintlichen Retter zu treiben. Leider zeigt sich, dass trotz extremer Bildungsausgaben die kognitiven Fähigkeiten grosser Teile der Bevölkerung nicht ausreichen, um die frechsten und dümmsten Lügen zu erkennen.

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  • peter789 sagt:

    Wann haben es Linke je genau mit der Wahrheit genommen?
    Sozialistische Politik braucht die Manipulation, die Propaganda und letztlich auch die Repression wie ein Verbrennungmotor seinen Treibstoff.

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  • mikueder sagt:

    Die ganze Klima Sache offenbart den Grössenwahnsinn dieser Menschen. Sie machen sich selber zum Gott über alles und meinen in der Lage zu sein "Das Klima", also letztendlich das Wetter in x Jahrzehnten (wenn sie selber gar nicht mehr da sind) steuern zu können! Völlig absurd und abgehoben...!

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  • D.Z. sagt:

    Es widerspricht niemand, weil der seit mehr als einem Jahr bei «Corona» zu beobachtende Mechanismus der Ausgrenzung Andersdenkender mittels Moralkeule beim Thema Klima schon lange erfolgreich angewendet wird. Die forcierte Dekarbonisierung in der Schweiz hat null Auswirkungen auf das Klima, es geht nur um Profilierung und, natürlich, Schaffung einer immensen Subventionswirtschaft, finanziert durch Zwangsabgaben.

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  • Haemmi sagt:

    Aufgrund ideologisch bedingter, fehlender Weitsicht und damit verbundener Ausblendung von realen Optionen wie neue AKW-Generationen und alternativen Brennstoffen (eFuel aus Windenergie usw.), sowie nicht mehr sichergestellten landeseigener Stromversorgung muss dieses CO2-Gesetzt abgelehnt werden.

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  • T sagt:

    Wahrheit, offener Diskurs und Transparenz in Sachen Machbar- und Wirksamkeit in Klima Frage? Nicht erwünscht, da man ja weiß, dass der Mensch das Klima weder beeinflussen noch "retten" kann. Das CO2 wird ediglich benutzt, um den Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen und die Marktwirtschaft zu zerstören. Geschickt aufgezogen um den westlichen Lebensstil und den Kapitalismus zu überwinden. Mit der rechten, geballten Faust in ein grün-sozialistisches Zwangsregime.

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  • Albert sagt:

    Es wird durchaus widersprochen - nur nicht über die Massenmerdien. Doch die heute arg dekadenten Schweizer wollen sich primär leider oft ausschliesslich einzig über die Massenmerdien informieren und sind somit Teil dieser Sekte.

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    • Andreas sagt:

      Es gibt leider noch zu viele, die sich nicht im Internet selbst informieren. Auch wenn da oft auch falsches steht. Zu erkennen was richtig und falsch sein kann, erfordert Zeit und Mühe.
      Ein Freund lehnt Internet ab, er hat die AlpenPrawda (SZ) und den Rück-Spiegel im Abo und schaut die abendliche Tagesatire.

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