29. Januar 2021
Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Corona-Hilfsgelder: Wenn die Milliarden fliessen und keiner mehr genau weiss wohin

Als Bundespräsident Guy Parmelin und Bundesrat Ueli Maurer, am Mittwoch weitere Milliarden für Corona geschädigte Privatpersonen und Unternehmen ankündigten, erntete das SVP-Duo Applaus. So wurde die Härtefallhilfe um weitere 2.5 Milliarden Franken aufgestockt, eine Neuauflage des Covid-Kreditprogrammes angekündigt und die Bezugsdauer für Arbeitslose verlängert. Gut so.

Aber hat noch irgendwer die Übersicht darüber, was unter dem Titel Corona alles finanziert wird? Und vor allem in welcher Höhe und Kadenz?

Es gibt eine Grafik der Bundesverwaltung über die Unterstützung des Bundes für Einzelpersonen und Unternehmen wegen Corona. Haben Sie gewusst, dass die Luftfahrt mit 1,8 Milliarden Franken, Bahn und Bus mit 735 Millionen unterstützt werden? Dass für Selbstständigerwerbende 7,5 Milliarden aus der Erwerbsersatzordnung bereitstehen, sowie 20,2 Milliarden Franken als Kurzarbeits-Entschädigungen?

Womöglich stehen in dieser Grafik kommenden Woche bereits höhere Beträge. Das sagt aber noch nichts darüber aus, ob sie auch tatsächlich abgeholt wurden und von wem.

Der Teufel steckt wie immer im Detail. Oder in den Eckwerten für die Teilnahme an dem einen oder anderen der vielen Programme. Diese verändern sich inzwischen fast ebenso rasant wie die Corona-Fallzahlen.

Beispiel Härtefallverordnung: Musste man bis vor vierzehn Tagen noch einen Umsatzrückgang nachweisen, wenn man in den Genuss von Unterstützung kommen wollte, ist das seit dem 13. Januar nicht mehr nötig. Liegt es an diesem Wirrwarr, dass die Gelder zu spät bei den Betroffenen ankommen? Bekommen die Richtigen die Hilfsgelder?

Das grösste Puff gibt es bei den Covid-Krediten. Laut Handelszeitung hat hier nicht einmal der Bund die Übersicht. Es gebe keine Transparenz darüber, wie viele Kredite die Unternehmen in Anspruch genommen hätten. Wann und wie die Kreditnehmer ihre Corona-Schulden zurückzahlen werden, sei ebenfalls eine Blackbox.

Da könnte also noch einiges auf den Bund zukommen.

212 2

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.