21. April 2021
Marcel Odermatt

Dänemark will syrische Flüchtlinge in die Heimat schicken. Die Schweiz dagegen nicht. Warum?

In Dänemark passierte dieser Tage Bemerkenswertes: Die dortigen Behörden schätzen die Situation in der Gegend um die Hauptstadt Damaskus als sicher ein. Aus diesem Grund werden erste Flüchtlinge zurückgeschickt. Was das Ganze noch erstaunlicher macht: Im skandinavischen Land ist kein Rechtspopulist an der Macht, sondern eine sozialdemokratische Regierungschefin.

Was macht nun die Schweiz? Folgt sie dem Beispiel?

Eine Anfrage beim Staatssekretariat für Migration ergibt, dass der Bund nicht daran denkt. Aufgrund der allgemeinen Sicherheits- und Menschenrechtslage in Syrien sowie der anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen in Teilregionen des Landes sei der Vollzug der Wegweisung nach Syrien nach wie vor als generell unzumutbar, sagt Sprecher Lukas Rieder. «Dies gilt auch für die Hauptstadt Damaskus.»

Die völlig andere Beurteilung zeigt vor allem eines: Die Schweiz und Dänemark haben die ähnlichen oder gar die gleichen Möglichkeiten, die Situation im Bürgerkriegsland einzuschätzen. Wie sicher oder unsicher sich die Situation darstellt, ist für alle schwierig zu beurteilen. Dass die beiden Länder zu einem anderen Resultat kommen, hat politische Gründe.

Der Bund will anders als Dänemark den Kurs im Asylwesen nicht verschärfen.

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4 Kommentare zu “Dänemark will syrische Flüchtlinge in die Heimat schicken. Die Schweiz dagegen nicht. Warum?”

  • VP-Falger sagt:

    9 Bundesräte und noch zwei Ressorts und Pöschtli Verteilerei. Wenn der sozialistische Dampfer einmal Fahrt gewonnen hat, ist er schwer zu bremsen. Weshalb? Weil auch die Bürgerlichen noch mehr und noch mehr Geld riechen.

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  • Edmo sagt:

    Die Asylindustrie ist gross und mächtig. Sie ist mit unseren Behörden und der internationalen NGO-Mafia hervorragend vernetzt. Es bräuchte in unserem Land eine starke politische Führung, um das Heft wieder in die eigene Hand zu nehmen. Doch die zuständige BR Keller-Sutter bangt um ihren Verbleib in der Regierung und macht daher bei Rotgrün brav Liebkind. Das kostet die Steuerzahler zwar unnötig Milliarden, doch was kümmert es KKS, wo es doch um ihre politische Existenz geht.

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  • T sagt:

    Das wäre auch ein Widerspruch gegen die Vorgaben der UNO Agenda 2030, wenn die offizielle Schweiz sich für die Interessen des eigenen Landes einsetzen würde. Das würde nur unseren nationalen Interessen dienen und unseren Nationalstaat sichern. Wo kämen wir denn da hin, wenn sich unsere Landesregierung dem Eid verpflichtet fühlen würde?

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    • hape sagt:

      Dabei würde sich die Schweiz ja für die Interessen Syriens einsetzen, wenn die Leute nach Hause gschickt werden. Angefangen mit der abgehauenen Intelligenzia des Landes, denn die werden gebraucht, um Syrien wieder aufzubauen, die Bevölkerung ärztlich zu versorgen und vieles mehr...

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