07. Mai 2021
Marcel Odermatt

Die Verwaltung will uns darauf aufmerksam machen, wie gesund Früchte und Gemüse sind. Es ist die unnötigste Kampagne der Geschichte

Die Uno hat das aktuelle Anno zum Internationalen Jahr für Früchte und Gemüse ausgerufen. Angesichts der aktuellen Herausforderungen auf diesem Globus einigermassen erstaunlich – aber es sei den Beamten der Vereinigten Beamten unbenommen. Etwas müssen sie ja tun.

Die Schweiz zieht jetzt mit. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen lanciert eine Kampagne. Der Inhalt: «Früchte und Gemüse sind ein wichtiger Bestandteil einer gesunden und nachhaltigen Ernährung. Sie tragen zum physischen und psychischen Wohlbefinden bei», schreibt die Berner Verwaltung gestern in einer offiziellen Mitteilung.

Der Werbefeldzug verdient einen Preis. Und zwar den für den banalsten, einfallslosesten und unnötigsten der Geschichte.

Vielleicht gibt es Länder, wo so eine solche «Informationskamagne» Sinn macht und die Menschen noch nicht wissen, dass Früchte und Gemüse Teil einer ausgewogenen Ernährung sind. Unwahrscheinlich, aber wer weiss.

In der Schweiz können wir aber auf solche Aktionen verzichten. Das Steuergeld könnte besser verwendet werden.

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12 Kommentare zu “Die Verwaltung will uns darauf aufmerksam machen, wie gesund Früchte und Gemüse sind. Es ist die unnötigste Kampagne der Geschichte”

  • johann6a sagt:

    Es geht hier einzig und allein um die Selbstbeschäftigung von unkündbaren Beamten. Die Anbieter bestimmen das Angebot.

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  • pietrowilli sagt:

    Ich vermute es geht dabei darum, die Konsumenten auf Fleischverzicht resp. Fleischverbot vorzubereiten. Auf alle diese langfristigen Pläne wie Zwangsimpfen, Zwangstransplantationen etc. wurden wir jahrzehntelang unbewusst durch nudging und libertären Paternalismus weichgeklopft.

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  • VP-Falger sagt:

    Von dekadentem Gigantismus übernommene Gutmenschenverblendung... Das ist doch keine Steuergeldverschwendung, sondern Gutmenscheninvestition, welche aus dem Gelddruck Button der Nationalbank kommt. Wie, Herr Odermatt können Sie nur denken, dass das Steuergelder sein könnten. Mit der New Brave World Elektronik haben die Gutmenschen den Geld-Druckerpresse-Button gefunden. Gerade habe ich erfahren, dass die USA die letzten zehn Jahre mehr Geld gedruckt haben, als in ihrer gesamten Existenz davor.

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  • Brunoli sagt:

    Diese Verwaltung würde besser einmal darauf hinweisen, dass es 47 Bausteine der Ernährung gibt, die der Mensch zu sich nehmen muss, damit er gesund bleibt und sich wohlfühlt. Es sind dies Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Fettsäuren und Aminosäuren. Dass man Früchte und Gemüse essen soll, weiss eh jede und jeder. Das muss man in der Schweiz nicht mehr kommunizieren.

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  • Meinrad Odermatt sagt:

    Wie wär's mit einem Volksernährungsgesetz? Sonst bekommt man das nie in den Griff!

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  • Bischi49 sagt:

    Während 6 Jahren jedes Jahr 10% der Stellen der Bundesverwaltung abbauen würde zwingen, deren Tätigkeit auf das Wesentliche zu beschränken. Allerdings, sparen würde man damit nicht gross, denn an Stelle der Finanzierung durch Steuergelder würden die Damen und Herren einfach der Arbeitslosenversicherung zur Last fallen.

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    • Dyx sagt:

      Das parkinsonsche Gesetz der Verwaltung: (habe es vor 45 Jahren gelesen)
      - Die Verwaltung beschäftigt sich selbst.
      - Vorgesetzte Beamte werden anhand der Anzahl ihrer untergebenen Angestellten entlöhnt.
      - Je höher der Beamte aufsteigt, desto flauschiger wird der Teppich unter seinen Füssen.
      Kein Chef-Staatsangestellter wird jemals eine Ausdünnung seiner wichtigen Denkabteilung unterstützen. Den Ast, auf dem man sitzt, sägt man sich nicht ab.

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  • Edmo sagt:

    Noch weit mehr als die sinnlosen Banalitäten, die unser aufgeblähter Behördenapparat am Laufmeter produziert, kostet der ebenso sinnlose Alarmismus. Wenn uns die Behörden mit Klimakatastrophen und Pandemien in Angst und Schrecken versetzen, wird es richtig teuer. Dann folgen auf die Behlehrung Verbote, teure Vorschriften, horrende Abgaben und Strafsteuern. Da lasse ich mich lieber über Früchte belehren. Weit lieber wäre mir alledings eine konsequente Ausdünnung des Staatsapparates.

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  • T sagt:

    Klassischesch Nudging, welches der Bund ja offiziell zur Lenkung, sprich der Beeinflussung der Bevölkerung verwendet. Nicht nur bei Früchten. Gut, dass durch das CO2 die Grünflächen, die Ernteeträge und die Größe der Früchte, in den letzten 30 Jahren gestiegen ist. Honi soit qui mal y pense.

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  • Richard Fischer sagt:

    Die Verwaltung, in diesem Fall die Unternehmung BAG (!) würde besser daran tun, eine aussagekräftige Informationskampagne *Wie trage ich meine Schutzmaske richtig* in alle Haushalte zu führen, damit wir sobald wie möglich ein Leben wie vor der Pandemie haben !

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  • Arnold Ganz sagt:

    Das Ergebnis von Lange-Weile in den Verwaltungen, wo man sich in den Büros zunehmen auf den Füssen herumsteht.

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  • Artes sagt:

    Die Welt und insbesondere das Stückchen Schweiz darauf hat sonst ja keine anderen Sorgen.

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