08. Februar 2021
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Das BAG will keinen Schweizer Impfstoff finanzieren – das Amt subventioniert lieber ausländische Pharmafirmen

Das Eidgenössische Parlament hat letzten Herbst gut 28 Milliarden Franken zur Förderung der Bereiche Bildung und Forschung gesprochen.

Wir sollten uns jetzt aber überlegen, ob wir dafür tatsächlich so viel Geld ausgegeben wollen, wenn wir am Ende die Errungenschaften unserer Forscherinnen und Forscher nicht ernst nehmen.

Das kommt einem spontan in den Sinn, wenn man einen Artikel im Sonntagsblick über Schweizer Impfstoff-Forscher gelesen hat.

Diese haben seit Oktober ein eigenes funktionierendes Vakzin gegen Covid-19 bereit. Die Massenproduktion scheiterte bisher aber an der Anschubfinanzierung. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) war nicht bereit, 45 Millionen Franken dafür aufzuwerfen.

Natürlich muss man das alles mit Vorsicht geniessen. Weshalb haben diese Wissenschaftler nicht schon im Herbst Krach geschlagen? Sind die Vakzine Made in Switzerland tatsächlich so wirksam wie von den Forschern behauptet?

Letzteres hätte man ja herausfinden können, wenn das BAG dazu Hand geboten hätte. Aber offenbar ist das Vertrauen in die eigene Forschung und Entwicklung nicht sehr gross – obwohl man jährlich Milliarden hineinbuttert.

Über die Erklärung, die das BAG vorschob, kann man nur noch den Kopf schütteln. Die Impfstoffeinkäuferin des Bundes erklärte, das BAG habe dieses Projekt nicht unterstützt, weil der Bund keine Industriepolitik machen dürfe.

Salopp gesagt ist damit die staatliche Förderung gewisser Industriezweige gemeint. Als ob das derzeit ein Problem wäre.

Die halbe Wirtschaft hängt wegen regionaler und nationaler Lockdowns am staatlichen Tropf. Die Krise kostet uns Milliarden. Wir subventionieren allein ausländische Pharmaunternehmen mit 800 Millionen, um Impfstoffe zu reservieren, den diese in den bestellten Mengen nicht liefern.

Und dann hat man hat keine 45 Millionen für ein Schweizer Serum, weil das Industriepolitik sei. Das soll einer noch verstehen.

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5 Kommentare zu “Das BAG will keinen Schweizer Impfstoff finanzieren – das Amt subventioniert lieber ausländische Pharmafirmen”

  • Fede sagt:

    Wenn diese Meldung stimmt, dann kann man wirklich nur den Kopf schütteln..! Da hätten wir die Möglichkeit, eigens produzierte Impfstoffe zu fördern und unabhängiger zu sein von externen Abkommen die nicht eingehalten werden und müssen so fadenscheinige Argumente gegen eigene Impfstoffe, akzeptieren..!? Wo bleibt die Logik und der normale Menschenverstand..?

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  • rebuar sagt:

    Und warum wird da politisch niemand aktiv? Z.B. die SVP? Kuschen jetzt alle? Wir sind endgültig verloren.

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  • Markus Schneebeli sagt:

    Es ist nicht das erste Mal, dass das BAG den Eindruck hinterlässt, einer anderen Macht zu dienen als dem Souverän. Scheinbar hat der Bundesrat mit seinem Bundesamt andere Interessen als die Schweiz. Und das gilt auch im Bezug auf die Gesundheit.

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  • jameselsener sagt:

    Wenn dies wirklich so stimmt, ist es einmal mehr ein Beweis, dass unser Land nur noch 'zum Kotzen' geworden ist.

    Hochbezahlte Staatsangestellte und überbezahlte Lügenbarone auch bekannt unter dem Namen Politiker, welche in allen ihrem Handeln eines immer voranstellen: die Schweizer und die Schweizer Industrie muss immer auf die Hinterbank gegenüber dem Ausland geschoben werden sind der grosse Fels, den wir nicht mehr umschiffen können ohne den Fels zu sprengen.

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