04. Oktober 2021
Thomas Renggli

Schluss mit Gleichberechtigung: An die Abschluss-Party des Zurich Film Festival waren Männer nur in Begleitung einer Frau zugelassen

Die Anmeldebestimmungen zur Abschlussfeier des Zürcher Filmfestivals waren pikant: «Männer können sich nur in weiblicher Begleitung anmelden.»

Ausserdem galten unterschiedliche Mindestalter: Frauen waren ab 20 Jahren zugelassen, Männer erst ab 23 Jahren.

In Zeiten, in denen die politische Korrektheit gelegentlich ad absurdum geführt wird und in vielen Firmen die Gleichbehandlung von Frau und Mann fast noch über der Qualitäts-Kontrolle steht, sind solche Zugangskriterien schwer nachvollziehbar – auch wenn sie von den Veranstaltern mit der Tatsache begründet wurden, dass sich jüngere Männer im Ausgang oft schlecht benehmen.

Zwar versicherte die Medienstelle des Festivals, dass schwule Paare ebenso willkommen seien wie Menschen, die sich weder als Mann noch als Frau identifizieren.

Macht das Zürcher Beispiel aber Schule, könnte das Leben der Türsteher künftig kompliziert werden. Sie müssten dann im Schnellverfahren herausfinden, ob es sich bei einem Männerpaar um eine homosexuelle Verbindung handelt – oder nur um eine Freundschaft.

Auch müsste an der Eingangstür der Beweis erbracht werden, dass man im falschen Körper geboren wurde.

Den Eingangskriterien ganz sicher nicht entsprechen, würde jene männliche Person, die am Zürcher Filmfestival am lautesten gefeiert wurde. Ihr Name ist Bond, James Bond!

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13 Kommentare zu “Schluss mit Gleichberechtigung: An die Abschluss-Party des Zurich Film Festival waren Männer nur in Begleitung einer Frau zugelassen”

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