16. Dezember 2020
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Alex Baur

Das Geschäft mit der Angst war schon immer ein Bombengeschäft

Macht man sich beim BAG kundig, kann man über das mediale Lockdown-Geschrei nur staunen: Die Zahl der Hospitalisationen und Todesfälle geht schweizweit seit Anfang Monat zurück, die Positiv-Tests pendeln sich auf stabilem Niveau ein. Im Osten sind es mittlerweile mehr Ansteckungen als im Westen, wo die zweite Welle früher eintraf und auch früher wieder abflaute. Die Auslastung der Intensivbetten stieg landesweit nie über 80 Prozent.

Doch je weniger sterben, desto hysterischer wird der Ruf nach harten Massnahmen. Wir kennen das vom letzten Frühsommer, als der Maskenzwang im Öffentlichen Verkehr nach einem medialen Trommelfreuer eingeführt wurde, obwohl sich die Spitäler längst geleert hatten und kaum noch Todesfälle zu beklagen waren. Je weiter sich das bedauerliche, aber leider kaum zu verhindernde Seniorensterben – das durchschnittliche Alter der Toten liegt mittlerweile bei 86 Jahren, wobei 97 Prozent von ihnen mindestens an einer schweren Vorerkrankung litten – sich von öffentlichen Wahrnehmung entfernt, desto penetranter der Alarmismus.

Dafür gibt es nur eine Erklärung: Das Geschäft mit der Angst, das Cés Keiser und Margrit Läubli vor fünfzig Jahren schon so treffend besangen, ist ein Bombengeschäft. Die Online-Portale erzielen mit ihren Panikmeldungen märchenhafte Klickraten. Ein Heer von Journalisten, Experten, Ärzten, Beamten oder Politikern, um die sich früher kein Mensch kümmerte, sonnen sich dank ihrer Kassandra-Rufen plötzlich im Scheinwerferlicht und dürfen sich nun wahnsinnig wichtig fühlen. Sie können sich dabei stets einreden, einen grandiosen Beitrag zur Volkserziehung zu leisten. Tatsächlich geht es wie eh und je nur um das eine: Macht, Einfluss, Geld und, ganz banal um Eitelkeiten.

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