17. März 2021
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Florian Schwab

Das Parlament diktiert höhere Steuern auf Sportwagen, frei nach dem Motto: Die Schweiz soll Dacia fahren!

Wo beginnen technologische Innovationen beim Auto? Richtig, im Spitzensegment. 

Dessen ungeachtet hat der Nationalrat diskussionslos einem Vorstoss zugestimmt, der die CO2-Abgaben für Sportwagenhersteller und Nischenmarken wie Subaru erhöhen will. Bis anhin genossen diese einen Rabatt bei der CO2-Abgabe. Dessen Wegfall verteuert einzelne Modelle um mehrere zehntausend Franken.

Diese Steuererhöhung ist ökonomisch unsinnig. Sie bestraft, wie gesagt, technologischen Fortschritt. Auch belastet sie das ohnehin durch den Lockdown gebeutelte Autogewerbe. Schon jetzt sind die Flotten-Durchschnittswerte beim CO2 für viele Importeure schlicht nicht erreichbar - so sehr sie sich auch bemühen, die Kunden in Richtung Elektroautos zu schubsen.

Fast noch unerfreulicher ist der Mangel an Ästhetik: Das Parlament will den schmucken Schweizer Fuhrpark in eine Dacia-Wüste verwandeln.

Der freudlose Vorstoss kam von einem Freisinnigen: Ständerat Damian Müller, Luzern. Nein sagten bei der FDP fünf Nasen, die man loben darf: Jacques Bourgeois (FR), Marcel Dobler (SG), Kurt Fluri (SO), Peter Schilliger (LU) und Christian Wasserfallen (BE),

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22 Kommentare zu “Das Parlament diktiert höhere Steuern auf Sportwagen, frei nach dem Motto: Die Schweiz soll Dacia fahren!”

  • pfrank@gmx.ch sagt:

    Als in den 80igern die Ökologistik erfunden wurde, sagte ein Kollege: " Ein Auto könnte auch Sauerstoff produzieren, demnoch würde es verboten werden". Freie Mobilität war seit Menschengedenken ein Dorn im Auge der Machthaber. Heute personifiziert in der Gestalt des ehemaligen Neidobjektes Automobil

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  • Martin Niederhauser sagt:

    Dieser Wegfall verteuert einzelne Modelle um mehrere zehntausend Franken,Wie soll das gehen?

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  • RS sagt:

    Damian Müller und die linksgrüne Mehrheit wollen uns mit Rahmenabkommen an die EU binden. Wenn es aber um die Besteuerung von Auto Kleinstherstellern geht, wird plötzlich von den EU Regeln abgewichen? Seltsam!

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  • Bernhard Krummenacher sagt:

    Einzige richtige CO2-Besteuerung - wenn man denn eine solche will - kann nur über den Brennstoffpreis erfolgen. Den nur die Verbrennung produziert CO2. Der grösste SUV verbrennt nur wenn er fährt, nicht aber wenn er steht. Und der Kleinste kann viel CO2 ausstossen, wenn mit ihm eben viele Kilometer gefahren werden. Also: diese steuerliche Bestrafung der SUV hat die Ursache bei « Neid und Missgunst » . Die CO2-Argumentation dient nur als Feigenblatt.
    Bernhard

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  • juege sagt:

    Irgendwie hat die Seite Macken. Anstatt einer Fehlerkorrektur wird die Seite abgeschickt.

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  • Richard Mohler sagt:

    Nicht das Dacia Weltmeister beim CO2-Ausstoss wäre. Ich fahre selber einen Duster, und so robust, wartungsarm und wintertauglich das Fahrzeug ist, in der Disziplin Verbrauchsökonomie glänzt er wahrlich nicht. Das ist im Gesammtpacket auch nicht das wichtigste! Allerdings kann Nissan Renault diesen heute zwecks ‘Schutzes’ der Hauptmarken gewollten Umstand mit neueren Motoren aus dem Konzern bei Bedarf schnell ändern, was dem reinen Sportwagenhersteller nicht möglich sein wird.

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  • D. Keller sagt:

    Apropos Dacia: mit dem Dacia Spring kommt jetzt der erste E-Auto Kleinwagen mit relativ günstigem Preis auf den Markt. Damit ist Dacia/Renault innovativer als mancher alteingesessener Sportwagenhersteller.
    Mir sind diese sauberen Dacia Spring jedenfalls sympathischer in der Landschaft als röhrende Sportwagen die einem u.a. den Schlaf rauben.

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  • R.Roth sagt:

    Hat das Parlament nichts besseres zu tun, als uns vorzuschreiben was für Autos wir fahren sollen?
    Hier sieht man wo die FDP steht. Immer grüner und immer weniger Wähler. Das kommt davon wenn die Präsidentin Frau Gössi lieber in St.Galen studiert statt im Bundeshaus zu sitzen und für die Partei da zu sein.

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  • T sagt:

    In der Westschweiz soll eine Initiative lanciert werden "für sichere Autos". Hersteller sollen haftbar gemacht werden, falls es zu Unfällen kommt, weil das Fahrzeug nicht "sicher" ist. Wenn man die Stichworte liest ist alles klar. Überdimensionierter Pickup, Sportwagen, etc. Das Mass der Verblödung scheint noch lange nicht erreicht und leider sind Teile der Bevölkerung empfänglich für Bullshit.

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  • steinlin sagt:

    Als SVP Wähler muss ich Ihnen sagen, dass eine vernünftige Umweltpolitik nichts mit politisch links oder rechts zu tun hat.
    Wer ein Auto für 80 oder 150 tausend Franken kaufen kann, kann ohne weiteres auch ein paar Prozent dafür mehr zahlen, wenn diese Karre mehr Dreckt ausstösst als nötig.
    Das Angebot auf dem Fahrzeugmarkt ist riesig und weit davon entfernt eine Dacia-Wüste zu werden.
    Auf lange Sicht müssen wir etwas gegen mehr unnötigen Fahrzeuglärm, Kraftstoffverbrauch usw. tun.

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  • julweb sagt:

    Die prinzipienlose FDP ist zu einem Sammelbecken der Lässigen Jetzt Leber Velofahrer geworden. Ungebildete und unbelesene Schlaumeier, denen die langfristigen Auswirkungen ihrer Entscheidungen auf Gesellschaft und Fortschritt nichts bedeuten. Abwählen.

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  • Florence sagt:

    Immer schön links gen Europa! Die Grünen- unreifen Roten- werden euch dann zeigen wo‘s lang geht !

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    • D. Keller sagt:

      Hab ich was verpasst? Welche technische Innovation wird denn bei Ferrari, Porsche und Subaru verhindert?
      Um diese Steuererhöhung zu Umgehen, zumindest auf dem Papier, gibt es ja schon lange Hybridlösungen, auch bei Sportwagenherstellern. Porsche hat seit letztem Jahr sogar ein vollelektrisches Auto auf dem Markt. Und Ferrari, Lambo &Co müssen inzwischen mit Hybridantrieb nachhelfen, damit sie mit den Beschleunigungswerten von Mittelklasse E-Autos einigermassen mithalten können!

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  • Edmo sagt:

    Für unsere Weltenretter-Politiker ist klar, dass technologischer Fortschritt ausschliesslich in einer Reduktion von CO2 liegen kann. So gesehen ist der Entscheid unseres Nationalrates nachvollziehbar. Doch es geht nicht um technologischen Fortschritt oder CO2. Wir sollen unsere Mobilität Schritt für Schritt einbüssen. Die Dacia-Wüste ist nur ein weiterer Schritt zum Fahrrad. Mehr werden uns die Öko-Tyrannen schon bald nicht mehr zugestehen. Wer wählt solche Leute?

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    • T sagt:

      Tja, wenn seit Jahrzehnten die politische Meinungsbildung medial den Linken überlassen, nein sogar noch von pseudo Bürgerlichen unterstützt wird, dann lässt sich das Wahlvolk vortrefflich manipulieren. Die vierte Gewalt im Staat zu kontrollieren, verhalf in der jüngerer Vergangenheit, Diktaturen immer zur Machtübernahme.

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  • T sagt:

    Wie sagte glaube ich schon Henry Ford. "Sie können jede Farbe bestellen, hauptsache sie ist Schwarz". Oder aber nach guter alter DDR Manier. Die Auswahl aus zwei Hersteller, entweder Trabant, oder Wartburg. Der Ökosozialismus kommt auf leisen Pfoten...

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    • D. Keller sagt:

      Apropos Dacia: mit dem Dacia Spring kommt jetzt der erste E-Auto Kleinwagen mit relativ günstigem Preis auf den Markt. Damit ist Dacia/Renault innovativer als mancher alteingesessener Sportwagenhersteller.
      Mir sind diese sauberen Dacia Spring jedenfalls sympathischer in der Landschaft als röhrende Sportwagen die einem u.a. den Schlaf rauben.

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      • Florence sagt:

        Wir sollten vielleicht doch einmal hinterfragen wo und wie all dieser Strom für diese E-Autos produziert wird. Wind - und Braunkohle -Energie ? Wir befürchten ja jetzt schon Blackouts im normalen Hausverbrauch. Wieviel Strom müsste die Schweiz dann importieren um all diese schönen e-Autos zu versorgen?

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        • D. Keller sagt:

          Wieviel Öl importieren wir für die schönen Verbrenner-Autos seit bald 100 Jahren?
          Mit den E-Autos hätten wir zumindest im Sommerhalbjahr (Stromüberschuss) die Chance, diese mit in der Schweiz produzierten Energie (Wetschöpfung zu 100% in CH) zu versorgen. Öl ist immer 100% Wertschöpfung im Ausland.

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          • Florence sagt:

            Beinah vergessen aber sehr wichtig : wo wird, und wer baut das Lithium für die Batterien ab(wir wissen es, verdrängen es aber, )und was macht die Entsorgung eben dieser Batterien mit der Umwelt?

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    • juege sagt:

      Und gegen die Umweltzertörung

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    • juege sagt:

      Noch ein Versuch: Und gegen die gigantische Umweltzerstörung, die diese "Technologien" verursachen, produzierten Trabi und Wartburg lediglich etwas warme Luft.

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