16. Februar 2021
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Wolfgang Koydl

Das Saarland verbietet Werbung für nichtlebensnotwendige Güter. Viele Deutsche fühlen sich zu recht an die DDR erinnert

Es gibt im Leben ein paar Grundweisheiten, die helfen, Dinge einzuordnen. Dazu gehört die Erkenntnis, dass Deutsche zwar zu aberwitzigen Entscheidungen fähig sind, sie aber immer gut begründen können.

So auch der jüngste Beschluss der Regierung des Saarlandes. Sie hat Werbung für nicht lebensnotwendige Produkte verboten. Der Grund: Aldi, Lidl und Co. haben Waren im Angebot, die der Einzelhandel wegen Lockdown nicht verkaufen darf. Doch anstatt über Lockerungen nachzudenken, beschliesst man neue Grenzen.

Es überrascht nicht, dass sich viele Deutsche immer mehr an die DDR erinnert fühlen. Dort hatte man übrigens Werbung für nicht lebensnotwendige Produkte schon 1975 verboten – sicher auch mit gutem Grund.

Interessant: Das verschollen geglaubte Genre des politischen DDR-Witzes ersteht wieder auf. Die Pointen passen einfach zu gut zu den neuen Zeiten. Man muss nur DDR durch Bundesrepublik ersetzen. In diesem Sinne: Wie ist die Stimmung im Land? Sie hält sich in Grenzen.

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2 Kommentare zu “Das Saarland verbietet Werbung für nichtlebensnotwendige Güter. Viele Deutsche fühlen sich zu recht an die DDR erinnert”

  • Don Quixote sagt:

    Nun sind wir schon so weit, dass die Regierung eines Bundeslandes bestimmt, was nichtlebensnotwendige Güter sind! Bald werden wir die Geschichte jenes Saarländers zu lesen bekommen, der in die falsche Abteilung eines Shopping-Centers gerät. «Haben Sie hier keine Socken?» «Keine Socken haben wir im dritten Stock» erklärt ihm die Verkäuferin, «hier gibt es keine Schuhe».

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  • juege sagt:

    Die BRD wurde durch die DDR übernommen – schaut Euch doch das politische Personal an.

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