14. Februar 2021
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Das Schweizer Radio SRF wirbt mit sauberem Strom aus Deutschland für Elektroautos. Und verschweigt wichtige Fakten

Für Verkehrsministerin Simonetta Sommaruga ist es höchste Eisenbahn für die Elektrifizierung des Strassenverkehrs. Sie gerät ins Schwärmen, wenn sie darüber referiert, wie viele Schweizerinnen und Schweizer von Benzin-und Dieselfahrzeuge auf Elektro- oder Hybridfahrzeuge umgestiegen sind.

So schön sich das anhört, es gibt ein paar Probleme. Der Stromverbrauch wird mit dem grösser werdenden E-Fahrzeugpark steigen, die Stromproduktion wegen des Ausstiegs aus der Atomkraft sinken – zumal auch der Ausbau in erneuerbare Energien bisher im Schneckentempo abgelaufen ist.

Sind Stromimporte aus Deutschland die Lösung, wie SRF das jetzt in einem kurzen Beitrag mehr oder weniger propagiert?

Der deutsche Strommix sei besser als sein Ruf, weil Deutschland viele neue Solaranlagen und Windräder baute, zugleich auch immer mehr Kohlekraftwerke abschaltete, berichtete der Sender. Gut hat man auch darauf hingewiesen, dass die Stromlieferungen aus Deutschland nicht garantiert sind. Aber das ist noch nicht alles.

Dass die deutschen Haushalte mit Abstand die höchsten Strompreise in Europa zahlen, wurde unterschlagen. Das passte wohl nicht ins Schema einer grünen heilen Welt.

Die Strompreise im nördlichen Nachbarland sind in den letzten Jahren ständig gestiegen. Aktuell kostet die Kilowattstunde beim Grundversorger 34,75 Cent – 24,23 Cent beim günstigsten Anbieter. In der Schweiz kostet die kWh durchschnittlich 20,5 Rappen. Hier sind die die Strompreise noch stabil.

Bei dem ständig steigenden Stromverbrauch, wegen des von linken und grünen forcierten Umbau der Energieversorgung oder auch wegen dem Umstieg auf Elektrofahrzeuge, werden wohl auch bei uns die Strompreise stark anziehen.

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27 Kommentare zu “Das Schweizer Radio SRF wirbt mit sauberem Strom aus Deutschland für Elektroautos. Und verschweigt wichtige Fakten”

  • benpal sagt:

    Um den mittleren Bedarf an elektr. Energie (nicht den Spitzenbedarf) der Schweiz aus Solar anlagen decken zu können, bräuchten wir heute schon ein Solar-Feld in der Grösse des Kantons Zug, inklusive aller Berge, Gewässer, Wohngebiete, Wälder und Felder. Tag und Nacht!

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  • benpal sagt:

    Selbst wenn Solar und Wind im Durchschnitt 200% des mittleren Stromverbrauchs decken könnte, so wäre das keine Lösung.
    Bei uns können die Niederschläge im Durchschnitt mehr als den mittleren Wasserverbrauch decken, aber nicht zu jederzeit und nicht nach Bedarf. Da fehlt dann halt das Trinkwasser an einigen Tagen oder Wochen im Jahr.

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  • juege sagt:

    Abgesehen davon, wie er erzeugt wird, ist es bandgefährlich nur noch auf einen Energieträger zu setzen. Was passiert, wenn ein Freileitung reisst, haben wir ja vor ein paar Jahren gesehen, als Norditalien wegen einem Fehler bei uns ohne Strom war.

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  • Juerg Schneeberger sagt:

    Eines, wenn nicht das wichtigste Ziel für die Zukunft der CH muss sein, möglichst eine unabhängige und eigenständige Stromproduktion sicherzustellen.
    Werfen wir uns mit dem in der Zukunft stark steigenden Strombedarf, nicht zuletzt durch die Elektrifizierung der Fahrzeuge, der Ölheizungen und des Bevölkerungswachstums, in die Abhängigkeit der EU, so wird dies mit Bestimmtheit zu Erpressung durch die EU führen.
    Neue, sichere und äusserst umweltfreundliche AKW‘s sind die Lösung!

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  • arco sagt:

    Es ist bedenklich, wichtige Faktoren wie die Kosten zu unterschlagen. Zum Umbau der Energieversorgung gehört auch immer ein Preisschild, damit sich das Volk ein klares Bild machen kann, ob eine Änderung zu mehr oder weniger Geld im eigenen Geldbeutel führt. Auf dieser Grundlage kann jeder selber entscheiden, ob er einen Umbau will oder ablehnt. Überhaupt sollten viele Vorlagen nicht nur einer Umweltverträglichkeitsprüfung sondern auch einer Wirtschaftlichkeitsprüfung unterzogen werden.

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  • Andreas88 sagt:

    Hier noch der Link zum Dual-Fluid Reaktor:
    https://dual-fluid.com/
    Man staunt!

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    • juege sagt:

      Wenn man sich schon länger damit befasst, staunt man nicht. Leider ist das technische Verständnis bei den meisten Leuten auf die Bedienung eines Smartphones geschrumpft, dass sie nur schon beim Wort Atom in den Panikmodus schalten, sonst wären die Grünen längst aud dem Müllhaufen der Geschichte gelandet.

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  • Petersen sagt:

    Wir Deutschen erwarten, dass die Schweiz uns mit Strom versorgt, wenn die letzten AKW und die Kohlekraftwerke abgeschaltet sind. Bei Windstille und nach Sonnenuntergang ist bei uns „Schicht im Schacht“; schon jetzt hängen wir an dem Atomstrom aus Frankreich und den Transfers aus Polen und Tschechien (- Braunkohlestrom).

    In diesem Moment (11:50) liefern die Windanlagen 35% des in Deutschland verbrauchten Stroms – der Wind weht recht kräftig. Im Moment.

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  • Andreas K sagt:

    Das Deutschland die höchsten Strompreise hat, passt unseren Grünroten definitiv nicht. Denn es zeigt, dass die Schweizer noch zu wenig geschröpft werden. Aber das kann man ja ändern, fragt Frau Sommaruga. Interessant ist auch, dass für die Energiewende Importe fest eingeplant sind. Glauben die Politiker wirklich, dass wir Strom von Ländern bekommen, die jetzt schon am Anschlag mit der Energieproduktion sind. Im Winter bei Maximallast?

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  • Andreas88 sagt:

    Wir wurden damals bei der Abstimmung über die „Energiewende“ vom Rehäuglein und ihren Supportern massiv belogen. Die Erzeugung von „grünem“ Strom mit Wind und Sonne ist ein Weg Richtung Stromausfällen und Blackout. Das ganze Lügengebäude der Medien und grünlinken Politiker wird böse enden. Dabei haben deutsche Wissenschafter den Dual-Fluid Reaktor entwickelt, der mit den atomaren Abfällen von konventionellen AKWs betrieben wird, also eine saubere, fantastische Energiequelle!

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  • Juerg Schneeberger sagt:

    Teil 1:
    Solche Beiträge sind für die Schweiz brandgefährlich und ich frage mich wie lange es noch dauert bis man wie beim Rahmenabkommen merkt, in welche höchst risikoreiche Abhängigkeit wir uns da begeben, denn Strom ist das wichtigste Gut der Zukunft. 6 Mio Fahrzeuge und 1 Mio Ölheizungen im 2050 mit Strom zu betreiben benötigt ca. 17 TWh zusätzlichen Strom, was zusätzliche 4 AKW’s benötigt und wir wollen noch 4 AKW’s abschalten.

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  • Juerg Schneeberger sagt:

    Teil 2:
    Das Elementare wird von den Strombaronen und den Linksgrünen Medien völlig ausgeklammert, denn wir begeben uns in die völlige Abhängigkeit der EU.
    Wird der Strom knapp, und das wird in Zukunft so sein, so ist sich die EU am nächsten und die Schweiz wird wenn nötig abgeklemmt und zwar genau so wie dies bei der Börsenäquivalenz gemacht wurde. Investitionen in Erneuerbare im Ausland und ein mögliches Stromabkommen wird da rein gar nichts nützen!

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  • D. Keller sagt:

    Wie schädlich wäre 100% Gasstrom (worst case) für Wärmepumpen und E-Autos (BV) im Winter? ImVergleich zum direkten Verbrauch der fossilen Energie in Verbrennerautos und fossiler Heizungen würde man rund 50% Energie (und CO2) EINSPAREN.
    CH Gaskraftwerke als ergänzende Stromerzeugung im Winterhalbjahr wären ein Gewinn für Umwelt und Klima, wenn man Verkehr und Heizung elektrifiziert. Weitere Vorteile: günstiger Bau, flexibel einsetzbar, Stillegung ohne Altlasten.

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  • D. Keller sagt:

    Was auch gesagt werden muss: Die Schweiz exportiert pro Jahr 21 TWh Strom nach Italien, davon auch wertvollen „Winterstrom“ der in Stauseen gespeichert ist, den man auch gut in der Schweiz verwenden könnte. Im Vergleich 57 TWh Stromverbrauch pro Jahr in der Schweiz. Es wird also über ein Drittel des CH Stromverbrauchs nach Italien exportiert.

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  • Edmo sagt:

    Was Radio SRF zu berichten weiss, fällt ganz klar unter die Rubrik Lügenpresse. Anstatt den gelebten und bewiesenen Irrsinn der deutschen Energiewende zu geisseln, wird uns dieses gigantische Fiasko als nachahmungswürdiges Erfolgsmodell serviert. Dass Sommaruga nicht hell genug ist, den Unsinn zu begreifen, ist längst klar. Dass sich aber bei SRF auch keiner mehr findet, der ein Mindestmass an Bildung und Vernunft mitbringt, ist mehr als erschreckend.

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    • D. Keller sagt:

      Fake news? Tatsache in D ist schon, dass man den erneuerbaren Anteil (Stromproduktion) innerhalb von 20 Jahren von 10% auf über 50% gesteigert hat. Mit was für Kosten und ob das 1:1 nachzuahmen sei, ist eine ganz andere Frage.
      Aber der importierte Strom aus Deutschland ist zwangsläufig auch sauberer geworden, auch für die Schweiz. Ist jetzt kein Nachteil, oder?!

      Quelle Fraunhofer Institut:
      https://energy-charts.info/charts/renewable_share/chart.htm?l=de&c=DE

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      • juege sagt:

        Jemand der von erneuerbarer redet, hat sowieso kein Ahnung. Nicht die Stromproduktion hat sich auf 50 % erhöht, sondern die installierte Leistung. Sie können diese Leistung ins unendliche Steigern – wenn der Wind nicht bläst und die Sonne nicht scheint lautet die Rechnung unendlich x 0 ist 0.

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  • Bettina sagt:

    Erhellend. Hatten wir doch darauf gehofft, dass uns die Schweizer bei einem Blackout retten. Deutschland hängt am Strom-Tropf von Frankreich

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  • Florence sagt:

    Frau Sommaruga und das Schweizer Fernsehen haben auch noch „vergessen wollen“ was der Raubbau für Lithium und die spätere Entsorgung der Batterien der E-Autos für Menschheit und Umwelt bedeutet.

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    • Herbi Waldvogel sagt:

      Hallo Florence
      Wie recht Sie haben. Ihre Anmerkungen in Sachen Herstellung der Batterien ist ein ganz wichtiger Punkt.
      Zudem habe Wissenschaftler bewiesen, dass mit der Herstellung der Batterien soviel Energie verbraucht wird und die Umwelt beschädigt wird, so dass mit einem Mittelklassewagen mehr als 100-tausend Kilometer gefahren werden kann, um etwa auf dem gleichen Stand zu sein.
      SRF und Sommaruga sind eine Einheit.

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    • D. Keller sagt:

      Diese Fragen hat das PSI in einer Studie Anfang 2020 beantwortet, inkl. Batterieherstellung etc.
      Das Resultat ist eindeutig.
      Kann man hier nachlesen, ab Seite 16.

      https://www.psi.ch/sites/default/files/2020-02/5232_1-2020_D.pdf

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  • Mai Kel sagt:

    Liebe Schweizer

    Lasst euch bitte von dem deutschen Irrweg nicht beeinflussen! Alles was hier in D getan wird ist zum Nachteil des Bürgers und freien Lebens!

    Bleibt Standhaft auch beim Rahmenabkommen mit der EU. Lieber verzichten als auf diese Repressionen eingehen!

    ALOHA aus Berlin

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  • baloiszydeco sagt:

    In tiefer Winternacht swissgrid importiert bis gegen 3 GW netto. Das sind 1,5 Grande Dixence oder 6 KKW Mühleberg R.I.P sofort verfügbarer Strom. Wir hängen dabei schwer am (noch) D Kohlestrom. Tage mit null Offshore Wind wird dort 80 % ‚konventionell‘ produziert. Irre wie Ideologie uns blind macht, voll in blackout Erpressbarkeit reinlaufen.
    https://www.agora-energiewende.de/service/agorameter/chart/power_generation/12.02.2021/15.02.2021/

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  • VP-Falger sagt:

    In den Tiefen des Bergmassivs auf der Splügen-Route wird von internationalen Kapazitäten der der Atomwissenschaft geforscht, um bessere und sicherere Atommeiler schaffen zu können. Nur unsere EU-underwerfungswillige Regierung ist nicht daran interessiert, dass die Schweiz auch in der Elektrizitätsproduktion ihre Unabhänbgigkeit bewahrt. It’s all about EU-Beitritt.

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