05. Februar 2021
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Das Spitalpersonal arbeitet am Limit. Trotzdem will man jetzt Patienten aus Portugal übernehmen. Wie passt das zusammen?

Das grosse Thema der letzten Tage an der Corona-Front waren die explodierenden Fallzahlen in Portugal. Die Situation scheint ausser Kontrolle geraten zu sein. Es gibt zu viele Corona-Patienten und zu wenig Intensivbetten.

Die halbe Welt hat den Portugiesen sofort Hilfe angeboten. Deutschland schickte Bundeswehrsoldaten, Österreich will Patienten übernehmen, auch die Schweiz ist auf diesen «Hilfskonvoi» aufgesprungen. Der Blick berichtet mit Verweis auf das Bundesamt für Gesundheit (BAG), dass auch die Eidgenossenschaft zur Aufnahme von Corona-Kranken bereit wären.

Solidarität ist eine wunderbare Sache. Aber in diesem Falle steht sie in krassem Gegensatz zu dem, was wir sonst täglich lesen, hören und sehen.

Fernsehen, Radio und Zeitungen berichten laufend von überlasteten Schweizer Spitälern und davon, dass das Pflegepersonal längst am Limit arbeiten. Da ist von knappen Betten in den Intensivstationen die Rede und von grosser physischer und vor allem psychischer Belastung.

Hat man uns nicht auch einen weiteren Lockdown aufgezwungen damit die Spitäler nicht kollabieren? Es ist noch nicht so lange her, da haben gestresste Mediziner den Bundesrat zum Handeln aufgerufen.

Schlägt uns Gesundheitsminister Alain Berset nicht ständig um die Ohren, dass eine dritte Welle bevorstehe. Ein paar Intensivbetten in Reserve zu halten, wäre vielleicht gescheit.

Portugal ist ohne Zweifel in einer dramatischen Situation. Die Schweiz allerdings auch – jedenfalls sagen das Verantwortlichen der Spitäler und die Gesundheitsbehörden. Oder hat man uns gerade angelogen?

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6 Kommentare zu “Das Spitalpersonal arbeitet am Limit. Trotzdem will man jetzt Patienten aus Portugal übernehmen. Wie passt das zusammen?”

  • LST1977 sagt:

    Mich verwundert, dass in der von Berset verfassten so extremen und ausserordentlichen Situation nicht die Militärkrankenhäuser schon längst in Betrieb genommen wurden (z.B. Andermatt)? Oder ist die Situation eben gar nicht soo dramatisch und alles nur ein politisches Konstrukt der Linken, ihre Macht auszubauen?
    Von unserer Heeresführung in Petson von Fräulein Amherd kommt ausser Homeoffice für Rekruten keinen wirklich brauchbaren Vorschlag, die Armee richtig einzusetzen. Erbärmlich...

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  • ceilteach sagt:

    Ich bin Intensivpfleger. Nein das Personal arbeitet nicht an ihren Grenzen. Bettenbelegungen um 80% sind nie ein Problem. Wir hatten im Winter oft 110% Belegung und schafften das über Wochen!

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  • hape sagt:

    Eine gute Freundin arbeitet als Intensivschwester. Auf Abruf, weil sie eigentlich ausgestiegen ist.
    Im ersten Lockdown brauchte man sie (in einem grossen Spital in der Region Zürich) nicht und sie sass däumchendrehend zuhause. Operiert wurde nicht und die eilig umfunktionierte covid-Station blieb leer.

    Jetzt ist Vollbetrieb in der intensiv, weil wieder operiert wird. Die Covid-Patienten sind auch in dieser Welle ausgeblieben - zumindest in der Intensivstation.

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  • Melanie sagt:

    An solchen Beispielen/Zuständen/Sachverhalten kann man eben ganz klar erkennen, wie unverhältnissmässig und schwachsinnig alles ist, und dass wir seit langem nur noch veräppelt und angelogen werden. Kurz: man hält die Bevölkerung für blöd. Leider ist das mehrheitlich auch der Fall.

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    • Realistin sagt:

      Genau so ist das leider.
      Und mit unserem Schulsystem, das seit 30 Jahren kaputt reformiert wird und in dem kein Wissen und Denken mehr beigebracht wird, sondern Einbindung in den Kollektivismus und Unterordnung unter die vorgegebenen Meinungen, hat man gute Arbeit zur Verblödung des Volkes geleistet.

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