12. Januar 2021
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Christoph Mörgeli

Das Wunder von Bern: BAG will Personal in Alters- und Pflegeheimen auf Corona testen

In der Schweiz seien allein in der zweiten Covid-Welle mindesten 2686 Personen in Alters- und Pflegeheimen verstorben, meldete 20minuten.ch. Traurige Bekanntheit erlangte etwa Rafz, wo innert zwei Wochen 11 von 40 Bewohnern an Corona verstarben. Seit Oktober sind in der Schweiz mehr Menschen in Alters- und Pflegeheimen gestorben, als in den Spitälern.

Diese Bilanz hat sogar das Bundesamt für Gesundheit (BAG) in Bern aufgeschreckt. Nach fast einem Jahr Covid-Pandemie will jetzt das BAG empfehlen, das Pflegepersonal serienmässig zu testen.

Welch ausgezeichnete Eingebung!

Eigentlich wurde dem ganzen Land vermittelt, dass die Läden, die Restaurants, die Schulen, der Kultur- und Veranstaltungsbereich sowie Freizeit, Vergnügen und Sport massiv eingeschränkt oder ganz geschlossen wurden, um die Risikogruppen zu schützen. Und diese verortete man von Anfang an beim fortgeschrittenen Alter, also speziell in den Alters- und Pflegeheimen.

Während den Angehörigen der Kontakt verboten oder massiv eingeschränkt wurde, interessierte sich offenbar niemand für das ein- und ausgehende Pflegepersonal. Und weil unser Gesundheits- und Sozialwesen bekanntlich ohne Ausländer kollabieren würde, ist anzunehmen, dass die Migration beim Pflege- und Betreuungspersonal eine grosse Rolle spielt.

Ich kenne ein Alters- und Pflegeheim in einem Zürcher Vorort, in dem die Angestellten aus annähernd hundert Nationen stammen. Diese Migranten pflegten auch 2020 eine rege Reisetätigkeit in ihre Heimat.

Sie und ihre Schweizer Kollegen jetzt auf Covid-19 zu testen, ist eine hervorragende Idee. Nur kommt sie 2686 Tote zu spät.

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