23. März 2021
Christoph Mörgeli

Der Abgang von Mitte-Fraktionschefin Andrea Gmür: stillos und befremdlich

Nur ein gutes Jahr lang amtete die Luzerner Ständerätin Andrea Gmür-Schönenberger als Fraktionschefin der Mitte.

Sie verdankte diesen einflussreichen Job ihrer erfolgreichen Kampfwahl gegen einen Luzerner Parteikollegen. Leo Müller hatte die Fraktion zuvor interimistisch geleitet. Doch als bodenständiger Mann der ländlichen CVP-Tradition unterlag er selbstverständlich der zeitgeistigen Frau aus der Stadt.

Jetzt hat Andrea Gmür nach kürzester Zeit den Bettel schon wieder hingeworfen.

Das hat keinen Stil und befremdet. Für einen solchen Schritt gäbe es allenfalls ernste persönliche Gründe. Doch davon ist in ihren Begründungen nichts zu hören.

Sie wolle sich im Ständerat voll und ganz für ihren Kanton einsetzen. Vor ihrer Wahl zur Fraktionschefin wollte sie sich noch voll und ganz für ihre CVP einsetzen. Als lupenreine Berufspolitikerin kann sich Gmür schwerlich über Zeitmangel beklagen.

Es sei denn, sie wolle fortan ihre Zeit im Ständerat zum Sammeln und Verwalten von gut bezahlten Mandaten einsetzen. Dann würde die chambre de réflexion noch mehr zur chambre de corruption.

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5 Kommentare zu “Der Abgang von Mitte-Fraktionschefin Andrea Gmür: stillos und befremdlich”

  • Florence sagt:

    Sie hat jetzt sehrwahrscheinlich genug „gebääbelet“ und darum landet das „Bääbi“ in einer Ecke , so wie das Amt das sie angenommen hatte,und welches sie ja unbedingt haben wollte! Die Frauen beklagen sich immer dass sie nicht gleichwertig behandelt würden. Dieses Verhalten hat der Frauensache ganz sicher keinen guten Dienst erwiesen... Ämter und Jobs sollten immer nur die erhalten die auch wirklich was können.

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  • Melanie sagt:

    Darum merke: Frauen sind NICHT die besseren Menschen als Männer. Und eine Welt mit (nur) Frauen an der Macht wäre/ist KEINESFALLS eine bessere Welt. Männer-bashende Frauen sollte man übrigens generell ignorieren und ganz sicher nicht vorauseilend an die Macht lassen.

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  • Santenbergler sagt:

    @ Edmo: Gut resumiert.
    Parallelen zu FussballerInnen . . .

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  • Edmo sagt:

    So funktionieren echte Karrieristen. Bietet sich eine neue Opportunität, wirft man sich in den Kampf und sondert heroisches Geschwurbel ab. Dahinter steht keine sachlich begründete Überzeugung, sondern nur unermüdliches Streben nach Macht und Geld. Deswegen wird an einem Amt oder einem Job auch nur genau so lange festgehalten, bis sich eine Gelegenheit auftut, an noch mehr Macht oder Geld zu gelangen. Viele Frauen sind gerade dabei, die Männer in Sachen Opportunismus zu überholen.

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