07. Mai 2021
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Beat Gygi

Jetzt sollen die Krankenkassen die Löcher im Gesundheitswesen stopfen. Kann Bundesrat Berset einfach durchregieren?

Die Pandemie-Politik ist das Trainingslager für Politiker und Bürokraten, die eine neue Normalität wollen, in der sie den Leuten mehr befehlen und mehr Geld wegnehmen können.

Soeben haben die Schweizer Universitätsspitäler in einem gemeinsamem Auftritt dargelegt, dass sie in der Pandemie an die Kapazitätsgrenzen gekommen seien, vieles verschieben mussten und dass erzwungene Leerstände ihnen schwere Defizite gebracht hätten.

Wer stopft das Loch? Die Meinung der Staatsspitäler: Die privaten Krankenkassen haben ja noch Reserven, nehmen wir die!

Das Geld gehört zwar den Versicherten, aber jetzt ist Notlage, der Gesundheitsstaat braucht Stärkung.

Ist auch ganz die Meinung von SP-Nationalrätin Barbara Gysi: Sie ruft nach mehr Stellen, Ausbau von Medizin und Pflege, höheren Löhnen.

Ihr Rezept: fort mit all dem Privaten! Statt Krankenkassenprämien staatliche Finanzierung, Steuern fallen weniger auf als Prämien. Und statt Krankenkassen eine zentrale Steuerung des Gesundheitssystems. Will Berset ja schon lange.

Das Schockierendste: Die Bürgerlichen im Parlament schauen zu, sind leise, ohne Konzept. Kein Wunder, dass Berset einfach durchregieren kann.

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18 Kommentare zu “Jetzt sollen die Krankenkassen die Löcher im Gesundheitswesen stopfen. Kann Bundesrat Berset einfach durchregieren?”

  • Janosh sagt:

    In Amerika hat Biden die Arbeitslosentaggelder dermassen erhöht, dass die Hilfsgeldbezüger keine Lust auf Arbeit mehr haben.

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  • Janosh sagt:

    Ketzerische Frage: Warum nicht den COVID-PATIENTEN einen höheren Selbstbehalt verrechnen? Schliesslich erfolgt eine Infektion durch 'ungeschützten Kontakt' mit Kranken Menschen. Dass die Ansteckung hauptsächlich im Urlaub, Ausgang sowie bei Demonstrationen und Besuch von Fest- und Sportanlagen erfolgt ist schon lange bewiesen. Ärzte und Pflegepersonal könnten ausgeklammert werden, da bei ihrer Arbeit ein enger Körperkontakt unvermeidbar ist.

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  • Peter Meier sagt:

    Krankenkassenreserven sind Prämiengelder, sie gehören den Versicherten. Spitallöcher mit Prämiengelder zu stopfen, ist Missrauch/Zweckentfremdung der Reserven. Wie können Reserven wegschmelzen: 2020 wiesen 27 KK eine sinkende , 27 eine steigende und 2 eine stabile Solvenz auf. Von fallender sind 2020 45% und von steigender Solvenz 43,6% aller Versicherten betroffen gewesen. Wie rasch sich Risiko- und Solvenzberechnungen im Nichts auflösen könnten, zeigt doch gerade die Corona-Situation.

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  • Christine Angst sagt:

    Die Spitalkapazitäten genügen. Was wir tun können, ist uns selber im beziehen der Leistungen zu begrenzen. Es kann nicht sein, dass man Intensivstationen mit Greisen überfüllt. Es kann nicht sein, dass der Mensch in den letzten zwei Jahren seines Lebens die grössten Gesundheitskosten verursacht, aus Angst vor dem Tod, der aber trotzdem kommen wird.

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    • juege sagt:

      Solange Geschlechtsumwandlungen a gogo in der Grundversicherung sind, können Sie sich Ihren Beitrag sparen.

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    • Realistin sagt:

      Mancher Greis hat mehr Freude am Leben als ein junger Drogensüchtiger.
      Wollen Sie bestimmen , wer das Recht auf die bestmögliche Pflege hat?

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      • Christine Angst sagt:

        Bestmöglichste Pflege ist ein sehr relativer Begriff. Greise liebevoll betreuen oder aus einem sterben Körper mit modernster Medizin das letzte herauszuholen fällt beides darunter. Die Diskussion sollte geführt werden.

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    • Stefan Mueller sagt:

      Eine TU Berlin-Studie im Mutti-Gesundheits-Ministerium-Auftrag ergab für Merkelstan für 2020: Intensivbetten-Belegung im Schnitt zw. 64% und 73%!
      172.248 Behandlungsfälle mit der „Nebendiagnose“ Covid 2020 – „Nebendiagnose“ = positives Labortest-Ergebnis. Intensivmedizinisch behandelt wurden 26.151, also nur ein Bruchteil dieser Testpositiv-Patienten.
      Laut Gesundheitsministerium ergibt das einen jahresdurchschnittlichen Anteil der Corona-Patienten an der Intensivbelegung von 4 Prozent!!!

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    • Melanie sagt:

      Sehe ich genauso. Wieso dürfen und können alte Menschen nicht einfach würdig und in Ruhe sterben? Der Tod ist nun mal nicht abschaffbar. Und je mehr man ihn aus dem Denken und dem Alltag ausklammert und ihn nicht wahr haben will, desto kränker und absurder wird eine Gesellschaft. Es ist eine Tatsache, dass die letzten Lebensjahre oder Lebensmonate alter Menschen dem Gesundheitssystem und damit der zahlenden Allgemeinheit horrende Kosten bescheren. Ist das etwa sinnvoll und menschenwürdig?

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  • Elba sagt:

    Das Gesundheitswesen ist an die "Kapazitätsgrenze" gekommen. Gleichzeitig werden halbdutzendweise Spitäler geschlossen und massenhaft Fachpersonal entlassen.

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  • Herby sagt:

    Ja Bundesrat Berset kann durchregieren. Niemand stellt sich dagegen! Er hat entschieden,
    dass nur mRNA Covid Vaccine bestellt werden. Er hat auch entschieden, dass ich nicht einmal
    zwischen den beiden bestellten wählen kann. Um sich wie die Schweizer Botschaft in
    Moskau mit Sputnik oder Johnson and Johnsen impfen zu lassen, muss sich der Inländer*innen
    wohl bald zu einer Reise in ein demokratischeres Land aufmachen.

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  • Josef Hofstetter sagt:

    Ich glaube diese sollten sich doch einmal am Ausland orientieren, wie Deutschland, da haben die Mitarbeiter von Firmen immer davon gesprochen, wenn mit soviel vom Staat abgezogen wird, dann nehme ich halt eine längere Zeit Krankheitsurlaub. Und wie ist es mit vielen Staaten in der EU, ich kenne die Situation z.B. in Schweden und Dänemark wo man zuerst ein halbes Jahr arbeiten muss für den Staat und erst nachher Geld für die eigenen Bedürfnisse hat. Wollen wir tatsächlich solche Verhältnisse,

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  • Edmo sagt:

    Wo immer es einen Topf mit Geld hat, wollen die Sozialisten mit beiden Händen hineingreifen. Die Reserven der Krankenversicherer sind ihnen schon lange ein Dorn im Auge. Die angebliche Pandemie, ein grosser Glücksfall für die Sozialisten, ist eine neue Chance, die Versicherten auszuplündern. Sind die Reserven weg, müssen die fehlenden Finanzerträge duch höhere Prämien ausgeglichen werden. Natürlich werden die Sozialisten dann sofort die staatliche Einheitskasse fordern.

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