23. Februar 2021
Florian Schwab

Der Bund beklagt: Frauen würden beim Lohn immer stärker diskriminiert. Tatsächlich offenbart die neue Erhebung vor allem statistische Luftbuchungen.

Zweijährlich publiziert das Bundesamt für Statistik (BfS) seine Analyse der Lohnunterschiede zwischen Frau und Mann. Jetzt war es wieder so weit.

Die Gewerkschaften schwadronieren: Die Lohndiskriminierung sei zwischen 2014 und 2018 gestiegen. Die Entwicklung müsse «dringend gestoppt und umgekehrt werden».

Konkret besagt die neue Erhebung, dass im Jahr 2018 Frauen 19% weniger verdient haben als Männer (2016: 18,3%). Von diesem Unterschied sind 45,4% nicht durch das statistische Modell des BfS erklärbar (2016: 44,1%).

Die Mängel der BfS-Analyse sind seit langem bekannt. Erstens beruht sie auf einer Stichprobe, ist also mit einem Messfehler versehen. Die Mini-Verschiebungen von 2016 bis 2018 bewegen sich wohl im Bereich der Unschärfe.

Wichtiger: Die Unterscheidung zwischen gerechtfertigtem und ungerechtfertigtem Lohnunterschied nimmt der Bund anhand von sehr wenigen erklärenden Faktoren vor. Darin nicht enthalten ist beispielsweise die Berufserfahrung.

Bei wenigen Statistiken klafft eine ähnlich grosse Lücke zwischen Aussagekraft und öffentlichem Lärm.

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5 Kommentare zu “Der Bund beklagt: Frauen würden beim Lohn immer stärker diskriminiert. Tatsächlich offenbart die neue Erhebung vor allem statistische Luftbuchungen.”

  • UrsD sagt:

    Was übrigens immer mehr auffällt: Alle Institutionen, die eigentlich einen neutralen Public Service bieten sollten aber ganz offen links/grüne ideologische Botschaften bis zum geht nicht mehr postulieren, gehören alle zu den Departementen von Herrn Berset und Frau Sommaruga. In Sache "gleicher Lohn", "Hausfrauen arbeiten gratis" etc. ist es das BfS, bei der Klimahysterie ist es MeteoSchweiz und das SRF zensuriert fast alles inkl. Thema Corona, was nicht den links/grünen Ideologien entspricht.

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  • UrsD sagt:

    Der grosse Fehler ist, dass die effektive Leistung überhaupt nicht berücksichtigt wird und dass Äpfel (Teilzeit) mit Birnen (Vollzeit) verglichen wird. Jeder Manager oder Projektleiter weiss, dass z.B. ein etwas komplexeres Projekt mit 10 Vollzeitern locker durchgezogen werden kann, mit 40 Personen mit je einem 25% Pensum gelingt es nicht in der doppelten Zeit. Gar nicht zu reden vom generellen Overhead, den Teilzeiter mit Koordination, Administration, x-facher Ausbildung, etc. verursachen.

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  • Nic sagt:

    Ob Lohndiskriminierung, Klimakollaps oder Corona-Apokalypse: All diesen Symptomen liegt dieselbe Ursache zugrunde: Die blinde Wissenschaftshörigkeit. Wer selbst einmal an einer Studie mitgearbeitet hat, weiss, wie das Forschungsdesign das Ergebnis determiniert. Als integrer Wissenschaftler versucht man die Parameter so zu definieren, dass das Resultat möglichst ergebnisoffen ist. Und dennoch ist man sich bewusst, dass Modelle nur Indizien und Trends anzeigen können, aber nie „die Wahrheit“ sind.

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  • Edmo sagt:

    Die Lohndiskriminierung ist Allgemeinwissen. So wie auch jeder weiss, dass CO2 unser Klima macht. Natürlich stimmt weder das eine noch das andere. Die Statistiken sollen uns einfach darin bestärken, dieses falsche Allgemeinwissen als unumstössliche Wahrheit zu betrachten. Was das Wunschresultat der Auftraggeber nicht stützen würde, wird von den Statistikern einfach ignoriert. Was der These entgegenkommt, wird quantitativ völlig überhöht.

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