Beat Gygi

Der Bund verbietet das Geschäften, gleichzeitig steigen die Staatslöhne – da stimmt etwas nicht

14. Jan 2021
Beat Gygi

Der Bundesrat schliesst Einkaufsläden und Märkte, verlängert die Blockade der Restaurants und befiehlt, zu Hause zu bleiben. Für die Selbständigen wird es nun noch schwieriger, den Lebensunterhalt zu verdienen und die Kosten zu zahlen.

Die Bundesexperten hingegen, die am Schreibtisch den Lockdown beschlossen haben, spüren bei ihrem Lohn nichts davon.

Scheue Frage: Sollten nicht auch die Staatsangestellten irgendwie persönlich mitziehen, wenn es um eine derart gewaltige gemeinsame Anstrengung im Kampf gegen das Virus geht?

Eine Antwort gibt es schon: Die Ostschweizer Gemeinde Thal teilte am 8. Januar mit, dass die Löhne des gesamten Personals der Einheitsgemeinde auf 2021 hin auf der jetzigen Höhe belassen werden. Eingefroren. Der Gemeinderat habe beschlossen, keine Stufenanstiege und auch keine generellen Lohnerhöhungen zu gewähren.

Begründung: «In der heutigen Zeit sind etliche Betriebe in Kurzarbeit, viele Arbeitnehmer bangen um ihren Lohn. Angesichts dieser wirtschaftlichen Lage erachtete es der Rat als nicht opportun, dem Verwaltungspersonal auf das kommende Jahr hin eine Lohnerhöhung zu gewähren.»

So etwas hat man von der Bundesverwaltung bisher nicht gehört. Man weiss nur: Das Bundespersonal ist zwischen 2007 und 2019 um 5000 auf rund 37 000 Personen gewachsen, Tendenz weiter steigend. Dabei legte der jährliche Bundes-Durchschnittslohn um gut 13 Prozent auf 125 000 Franken zu, Tendenz weiter steigend.

Ist es denkbar, dass sich der Bund an der Gemeinde Thal ein Vorbild nimmt und sagt: «Einfrieren»?

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