01. Februar 2021
Katharina Fontana

Der Bundesrat solle sich für die späte Einführung des Frauenstimmrechts entschuldigen, fordern linke Politikerinnen: Was für ein Unsinn

Am 7. Februar sind es 50 Jahre, dass die Schweizer Männer den Frauen das Stimmrecht gaben.

Die Pionierinnen von damals, die gegen alle Anfeindungen für die politischen Rechte der Frauen gekämpft haben, werden seit Wochen offiziell und medial gewürdigt, und das ist mehr als verdient. Das Jubiläum wird indes auch zum Aufhänger genommen, um mit Gleichstellungsanliegen aller Art aufzuwarten und die Moralkeule zu schwingen.

So spricht man in Genderkreisen schon seit längerem davon, dass die Schweiz an ihren Frauen «kollektives Unrecht» begangen habe, indem sie ihnen das Stimmrecht vorenthielt. Die entsprechende Lobby fordert im Verbund mit linken Politikerinnen, dass sich der Bundesrat öffentlich entschuldigen müsse – ob bei den Frauen insgesamt oder bei jenen, die vor 1971 betroffen waren, ist nicht klar.

Auf der Liste der unsinnigen Ideen figuriert diese weit oben. Dass die Frauen von den Männern so lange in der politischen Unmündigkeit gehalten wurden, ist nichts, mit dem sich ein Land schmücken kann. Doch es ist zu einfach, aus heutiger Warte die damalige Gesellschaft und ihre Regeln zu verurteilen und «kollektives Unrecht» zu schreien.

Wenn jede Form der rechtlichen Ungleichbehandlung eine Diskriminierung und damit Unrecht ist, wie Genderprofessorinnen behaupten, müsste sich der Bundesrat öfters Asche aufs Haupt streuen. Etwa dafür, dass die Schweiz – auch heute noch – einzig Männer für den Militärdienst verpflichtet und sie bis zur Pensionierung länger arbeiten lässt als Frauen. Kollektives Unrecht?

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5 Kommentare zu “Der Bundesrat solle sich für die späte Einführung des Frauenstimmrechts entschuldigen, fordern linke Politikerinnen: Was für ein Unsinn”

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