19. August 2021
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Der Bundesrat sei vor einer Woche nicht über die Situation in Afghanistan informiert gewesen, sagen Karin Keller-Sutter und Ignazio Cassis. Lesen unsere Bundesräte eigentlich keine Zeitung?

Bundesrätin Karin Keller-Sutter und Bundesrat Ignazio Cassis informierten gestern die Medien darüber, dass die Schweiz lokale Mitarbeiter der Direktion für Entwicklungshilfe inklusive deren Familien in der Schweiz aufnehmen wolle. Es geht um zirka 230 Personen.

Aufschlussreich war, dass die zwei Bundesräte aber noch nicht sagen konnten, wie sie diesen Transfer bewerkstelligen wollen, die Situation vor Ort sei chaotisch. Da drängte sich natürlich sofort auch die Frage auf, ob die Schweiz nicht vorbereitet war auf eine Evakuierung.

Die Justizministerin gab auf die entsprechende Frage einer Journalistin zu verstehen, dass selbst die Supermacht USA das Tempo der Machtübernahme durch die Taliban unterschätzt habe. Der Aussenminister wies darauf hin, dass der Bundesrat vor einer Woche noch keine Informationen hatte über die sich rasch verändernde Situation in Afghanistan.

Die Schweizer Bundesräte lesen offenbar keine Zeitungen, hören kein Radio und schauen nicht Fernsehen. Vor einer Woche berichteten nämlich viele Medien bereits prominent über den bevorstehenden Machtwechsel in Kabul und die bevorstehende Flüchtlingswellen.

Man kann sich schon dumm stellen, aber bitte mit etwas mehr Stil und Eleganz.

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31 Kommentare zu “Der Bundesrat sei vor einer Woche nicht über die Situation in Afghanistan informiert gewesen, sagen Karin Keller-Sutter und Ignazio Cassis. Lesen unsere Bundesräte eigentlich keine Zeitung?”

  • hape sagt:

    Vielleicht wechselt Herr Köppel zur GLP...

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  • Beo B. Achter sagt:

    Wofür wurden dann die 40 Botschafts-Mitarbeiter, die jetzt ihre Familien mit in die Schweiz nehmen, bezahlt. Ich denke, die haben tagelang Beamtenmikado gespielt - wer sich zuerst bewegt hat verloren. Meine Güte, was ist aus der Schweiz geworden??

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  • THINK sagt:

    Datenschützer fragen!

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  • Peter Rossa sagt:

    Heil Dir, HELVETIA ? !

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  • Meinrad Odermatt sagt:

    Ich kann mich erinnern, dass wir mal einen Armeenachrichtendienst hatten. Mit riesigen Funk und Kurzwellen Abhöranlagen. Auch in Friedenszeiten. Er beobachtete Krisengebiete weltweit auf militärische Entwicklungen. Gibt es wohl nicht mehr.

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  • Bischi49 sagt:

    Gouverner c’est prévoir!

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  • uge sagt:

    Wenn ein Bundesrat nicht weiss was im Abstimmungsbüchlein steht und nicht mehr weiss was er vor 3 Monaten verfügt hatte, ja dann gute Nacht. Dann gibt’s noch eine Nationalrätin die nicht weiss was im Covid Gesetzt steht, für das sie einfach mal zustimmte. Dann verwundert mich nicht, dass sie keinen Plan haben um ihre Leute aus Afghanistan raus zu holen.

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  • Stefan Mueller sagt:

    die Schweizerin des Jahres Nummer II, hat ja nun ihr Bundesrätli-Plätzchen ergattert.
    Und in deren Aufgabenheftchen steht eben bloss, den Judaslohn dafür, dass die Linkschaoten die auf's Bundesrats-Plätzchen einschleichen liessen, ...pünktlich beim Linksstaatsfilz und den Volksgenossen abzuliefern....

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  • Arnold Ganz sagt:

    Unser Bundesrat reagiert drastisch auf die Klimaveränderung und redet von einer Katastrophe, welche uns bevorstehen werde. Er legt zwar Ziele für die nächsten 50 Jahre fest. Doch über das, was jetzt in Afghanistan abläuft, zeigt man sich völlig überrascht.Es gibt also keine Vorgehenskonzepte zu Problemlösungen der Gegenwart, sondern äusserst teure Massnahmen zur Entwicklung des Klimas in den nächsten 50 Jahren. Wo bleibt da die vorsorgliche und überzeugende Führung durch unsere Landesregierung??

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  • eduardkeller sagt:

    Vermutlich kann man sich besser auf die Supermächte China und Russland verlassen. Diese Skepsis wäre auch bei der Beschaffung des F 35 angebracht gewesen. Nicht die Qualität der Waffen siegte in Afghanistan, sondern die Qualität der Bevölkerung, die den Taliban nicht entgegen trat.

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  • Putin sagt:

    ...es ist halt viel wichtiger ungeimpfte Schweizer Bürger zu verfolgen als die Weltlage zu beobachten...

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  • feldmaus01 sagt:

    Bin einfach nur noch sprachlos, das der BR, resp. Frau Karin Keller-Suter und Herr Ignazio Cassis, nicht informiert waren. Das darf nicht sein! Schande für unser Land.

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    • Hans Peter sagt:

      Vielleicht finden Sie Ihre Sprache wieder, nachdem auch Sie sich aus dem Träumchen erwacht finden, dass es sich bei den beiden FDP-lern eben längst nicht mehr um Bundesräte, sondern um blosse karrieristische Erfüllungsgehilfen von allerlei Lobbykreisen handelt.

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    • oazu sagt:

      Wozu haben wir denn ein Netz von Botschaften und Konsulaten mit teuren Diplomaten rund um die Welt. Was tun die den ganzen Tag, vielleicht warten bis einem Bundesrat oder einem seiner Zudiener einfällt, sich mal bei ihnen zu informieren? Wenn Bundesräte keine Zeit zum Zeitungslesen haben, was tun denn ihre Kommunikationsabteilungen, von denen jedes Departement eines hat. Vermutlich halt nur nach Gelegenheit für ihre BRinnen suchen, grosse Auftritte vor Kameras zu ergattern.

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    • THINK sagt:

      Ferien- und Coronazeit!

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  • VP-Falger sagt:

    Offensichtlich füttern unsere Bundesräte, speziell aus dem links-grünen Spektrum die von ihren Subventionen abhängigen Zeitungen mit ihrer Propaganda. Wir sind meilenweit von staatsmännisch-ehrlicher und Information des Volkes entfernt und werden mit machtpolitischer Propaganda geradezu geflutet. Diese verlotterte politisch- undgesellschaftlich desaströse Strömung muss zur Strategie des Bundesbriefes zurückgeführt werden: Neutralität, Ort der Friedensstiftung (UNO usw. Sitz) und Volksdemokrtatie

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    • Stefan Mueller sagt:

      Da Linksstaatsfilz-Bünzlis sich ja jeweils darum balgen, jeden Muttifurz als Erster zu inhalieren um den dann auch dem CH-Bürger überzustülpen,
      war klar, dass mit dem Schmieren der Postillen der Milliardärsclans Ringlier Supino Coninx Wanner und der Nur-Züri-Zumutung-Halunken, auch in der Bünzli-CH ein Merkelstan nach DDR-Art entstehen würde!
      Solche Schmierfinke/Antidemokraten in Afghanistan, nennt der europäische Linksfilz-Gutmensch "Glaubenskrieger"! Kritiker werden als "Islamophob" besudelt!

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    • Hans Peter sagt:

      Hegen Sie angesichts all der vorauseilend gehorsamen Windelgesichter immer noch solches Vertrauen in die bessere Urteilsfähigkeit des "Volks"?
      Bestünde diese, sähen wir wohl eher Vorkommnisse wie in der Stadt Moskau, wo, anders als hierzulande, die Bevölkerung mittels solidarischem Boykott die Stadtregierung mit deren Hygienezertifikat flugs in die Knie gezwungen hat.

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  • BruderTell sagt:

    Was heisst hier dum stellen? Es kommt mir so vor, als Dies alles geschehen muss, damit die Schweizer erkennen können von was für Figuren sie hier eigentlich reagiert werden. Was man im Zusammenhang mit den 230 in Afghanistan verbliebenen Helfer sagen kann, ist eine Aufnahme nötig? Sind sie Asylbewerber, sind sie Flüchtlinge? Ist eine Überführung in ein Nachbarland nicht auch möglich? Ein weiteres Totalversagen. Zum Glück kan dies mein Weltbild nicht mehr erschüttern, so fällt alles viel leichter

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  • Putin sagt:

    Unsere zahlreichen, freundliche Afghanische Nachbarn erzählen uns schon seit Wochen ihre Familien in Kunduz möchten auch in die Schweiz kommen, weil der Taliban auf dem Vormarsch ist. Sie haben mit Handy jeden Tag Kontakt. Letzten Freitag erzählten sie uns ihre Bekannten und Freunde seien jetzt auf der Flucht. Wenn der BR etwas mehr Kontakt hätte mit den Tausenden Afghanen die schon hier sind, wüsste er genau was vorgeht in Afghanistan.

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