01. Juli 2021
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Marcel Odermatt

Der Bundesrat will minderjährig Verheirateten länger die Möglichkeit geben, ihre «Ehe» zu annullieren. Der Vorschlag löst das Problem nicht

Der Bundesrat – oder besser das Bundesamt für Justiz von Karin Keller-Sutter – gab gestern bekannt, dass er eine längere Bedenk-Frist für verheiratete Minderjährige einführen möchte.

Heute kann eine Ehe nicht mehr für ungültig erklärt werden, wenn die minderjährig verheiratete Person das 18. Altersjahr vollendet und damit volljährig geworden ist.

Die Landesregierung will mit einer Gesetzesänderung erreichen, dass Betroffene die Ehe bis zum 25. Geburtstag annullieren können. Danach gilt die Ehe als gültig.

Dagegen lehnt es der Bundesrat ab, dass eine mit einer minderjährigen Person geschlossenen Ehe in jedem Fall ungültig sein soll.

Doch genau hier liegt die Krux: Dass jemand überhaupt mit dem Gedanken spielt, seine Kinder jemanden zu versprechen und minderjährig zu verheiraten, beweist, dass er oder sie in einer modernen Gesellschaft nicht angekommen sind oder sie sogar offen ablehnen.

Zwangsheiraten und Minderjährigen-Heiraten sind mit einer liberalen, demokratischen Gesellschaft unvereinbar.

Statt Gesetze zu ändern, bräuchte es eine Diskussion über die Migration.

Können Menschen, mit solchen Ansichten und Handlungen überhaupt sinnvollerweise einen Platz in der Schweiz finden?

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11 Kommentare zu “Der Bundesrat will minderjährig Verheirateten länger die Möglichkeit geben, ihre «Ehe» zu annullieren. Der Vorschlag löst das Problem nicht”

  • Realistin sagt:

    "Können Menschen, mit solchen Ansichten und Handlungen überhaupt sinnvollerweise einen Platz in der Schweiz finden?"
    Das müssen die gar nicht. Die Schweizer räumen den Platz freiwillig.

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  • Fede sagt:

    Odermatt bringt das ganze Problem in seinen letzten 2 Sätzen auf den Punkt! Bravo!

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  • Hegar sagt:

    Bei KKS türmen sich die Sünden; ich sehe nicht hinter die Kulissen. Vermutlich dürften diese die Matterhornspitze mittlerweile erreicht haben. Es hat noch ,Spatzung‘ nach oben.

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  • Edmo sagt:

    In den Palästen unserer aufgeblähten Behörden werden jeden Tag neue Gesetze ersonnen. Über Sinn und Unsinn nachzudenken, gehört nicht zum Geschäft. Und weil unsere Behörden völlig linksgrün versifft sind, kommt auch selten etwas Gescheites heraus, wenn sie besonders gescheit sein wollen. Wenn die Vernunft zurückkehren soll, müssen wir erst mal die unzähligen, unbrauchbaren Überschussakademiker aus den Behörden entfernen. Eine rigorose Schlankheitskur für die Behörden drängt sich auf.

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    • markus.schudel@gmx.ch sagt:

      Das ist wie bei der Pharmabranche: Man erfindet eine Krankheit oder ein Virus, macht ein Riesengeschrei in den MSM, schafft die Medizin dagegen und verdient viel Geld damit.

      Die Linken machen das ebenso: Sie holen sich völlig unnötig ein Problem ins Land, machen ein Riesengeschrei in den MSM, man müsse dagegen etwas tun, verlangen viel Geld und Stellen für ihre Klientel und halten sich für die Guten.

      Widerlich!

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    • Anstolmi sagt:

      Es gibt nichts Dümmeres auf der Erde als die menschliche (akademische) Weisheit. Darum ja, die hochdotierten, durch Akademiker besetzten Stellen auf mindestens die Hälfte reduzieren!

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Einmal mehr spricht die offizielle Mehrheit kein Wort über die Wurzeln dieser Kinderehen! Marcel Odermatt spricht das Grundübel solcher zunehmenden Zwangsheiraten von Kindern in seinen zwei letzten Sätze an! Die enorme und vielschichtige "Migrations -Situation Schweiz" sollte nicht zu Gesetzesanpassungen führen: Wer in unser Land einwandert, muss unsere Lebensordnung und deren Gesetze akzeptieren oder dort bleiben, wo solche unmenschliche und angeordnete Zwangsheiraten von Kinder erlaubt sind!

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  • Markus Saurer sagt:

    Lektorat lässt zu wünschen übrig.

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  • VP-Falger sagt:

    Wir haben eine WischiWaschi Politik und inzwischen genauso eine WischiWaschi Justiz. Die einen können ungestraft Gesetze übertreten, während andere schon beim kleinsten Gesinnungs-Vergehen angeprangert und sogar vor den Kadi gezogen werden. Die Gesetzes- und Verfassungsschädlinge führen in Bern die grössten Mäuler und die Bürger tragen noch immer Masken im Freien, obwohl weit und breit keine Person näher als 10 Meter entfernt ist. Absurdität hoch drei!

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  • markus.schudel@gmx.ch sagt:

    Da werden also wieder zig tausende von Franken und Stunden verbraten für ins Land geholte Probleme. Bin ich voll dagegen. Bringt doch ein paar dänische Sozialdemokraten ins Land, die überholen sogar die SVP rechts in Migrationsfragen. Es geht also, wenn man will. Ich will das auch, was die Dänen haben.

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