23. März 2021
Alles lesen
Marcel Odermatt

Der deutsche Botschafter versteht die Sorgen der Schweizer Bevölkerung wegen der Zuwanderung nicht. Kein Wunder, in seinem Land läuft die Entwicklung in geordneten Bahnen

Das unfassbare Bevölkerungswachstum der vergangenen Jahre beschäftigt viele Schweizer. In der Eidgenossenschaft lebten 1990 gut 6,8 Millionen Einwohner, drei Dekaden später zählt das Land bereits 8,6 Millionen. Ein Grund für diese Entwicklung ist die Personenfreizügigkeit mit der EU. Es erstaunt nicht, dass das das Thema hierzulande kontrovers diskutiert wird.

Kein Verständnis für die Sorgen von Teilen der Bevölkerung zeigt der deutsche Botschafter Michael Flügger. «Zum Glück hat sich das Schweizer Volk klar gegen die Begrenzungsinitiative ausgesprochen», sagt der Diplomat in der NZZ und zeigt sich schockiert über die «Dämonisierung der EU».

Der Repräsentant kann gut reden. In seinem Land läuft das Bevölkerungswachstum in geordneten Bahnen. Das zeigt eine eben veröffentlichte Studie «Demokratie im Querschnitt» des Bundesministeriums des Innern.

Lebten 1990 noch 79.9 Millionen Menschen im nördlichen Nachbarland sind es dreissig Jahre später 83.2 Millionen. Würde die Bevölkerung in der Schweiz analog zu Deutschland «zulegen», hätte die Schweiz heute 7.1 Millionen Einwohner – und die Debatte über die Einwanderung wäre obsolet.

411 5

16 Kommentare zu “Der deutsche Botschafter versteht die Sorgen der Schweizer Bevölkerung wegen der Zuwanderung nicht. Kein Wunder, in seinem Land läuft die Entwicklung in geordneten Bahnen”

  • Realistin sagt:

    Natürlich versteht der deutsche Botschafter die Schweizer nicht. Er kennt ziemlich sicher keine Schweizer, hört, wie wir alle draussen, im ÖV, in den Läden überall Hochdeutsch und fühlt sich ganz zu Hause. Er findet deshalb auch, es habe gar nicht viele Ausländer in der Schweiz.

    66
    0
  • Muenchner Kindl sagt:

    Hallo Herr Odermatt
    "In seinem Land läuft das Bevölkerungswachstum in geordneten Bahnen."
    Das war doch Satire, oder ?
    ein /Satire _ON und /Satire_OFF Tag wäre nicht schlecht, damit es keine Mißverständnisse gibt.
    Schweiz hat das Glück, daß überwiegend Menschen aus den benachbarten Ländern mit ähnlicher Kultur kommen. Die negativen Folgen von einem zu schnellem Wachstum bei begr. Resourcen (z.B. Wohnungen, Bauland) will ich gar nicht kleinreden.
    Das EU-Gewächs Flügger ist nicht mein Botschafter

    29
    3
  • Florence sagt:

    Fragen wir doch den Herrn Botschafter mal weshalb so viele seiner Landsleute auswandern, wieso es in Deutschland so viele Arme gibt , was genau Hartz 4 ist und warum es immer mehr Freiwillige gibt die „Tafeln“ organisieren, oder in München „Brotzeit“ für Kinder die ohne Frühstück zur Schule müssen. Im „großen Kanton“ hocken die Leute zuhause rum,weil der 1€ Job ihnen weniger einbringt als das Arbeitslosengeld. Dichter und Denker? Nachkriegs-Wirtschaftswunder? Wo? Herr Botschafter ?

    132
    0
  • Bischi49 sagt:

    Sich über den Herrn Botschafter aufzuregen lohnt sich nicht. Er ist einer der Vielen die nicht wissen was sie nicht wissen. Um die Schweiz zu verstehen genügt es eben nicht, sich in Diplomatenkreisen zu bewegen. Interessanter ist da die Zuwanderung, welche den eingefärbten Tunnelblick grün-linker Kreise offenbart. Sie sollten die Zuwanderung mal unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit, bzw. Klimaneutralität betrachten. Doch in dem Kontext sind ihnen diese Anliegen plötzlich nicht mehr wichtig.

    110
    0
    • Tenor sagt:

      Im Kontext der Zuwanderung sind den Linken auch die Frauenfrage und der Rassismus nicht mehr wichtig - zwei Themen, die sie sonst bei jeder sich bietenden Gelegenheit lauthals aufs Tapet bringen und als Missstände anprangern. Migranten aus dem muslimischen Ländern jedoch dürfen alles - ihre Frauen unterdrücken und gegen Juden (ja gegen alle Arten von "Ungläubigen") hetzen.
      Das wirft die Frage auf: Weshalb ordnen die Linken der Zuwanderung all ihre Prinzipien unter?

      76
      1
  • VP-Falger sagt:

    Wie EU-politisch unsere Truppe im Bundeshaus gesteuert wird, zeigt, dass unser Aussenminister die NEUTRALITÄT mit dem China Bashing über Bord wirft. Beitritt in die Kriegsmaschinerie der UNO sind weitere Zeichen, dass die Mehrheit in Bern nur noch durch Machtglüste getrieben ist. Dazu passt der freche Auftritt des Deutschen Botschafters in Bern bestens. -- Was der Mensch hört, pflanzt sich in sein Gehirn. Desto öfters wiederholt, umso stärker. Und am Ende glaubt er noch jeden Mist.

    211
    0
  • Rolf Bolliger sagt:

    Wer sich als Bürger oder vorallem als gewählter Politiker (Volksvertreter) über die enorme Nettozuwanderung seit 1990 bis heute besorgt zeigt oder sogar Abhilfe schaffen möchte, wird sofort mit dem Modewort "Rassist" verunglimpft! Ueber die vielen Probleme und zunehmenden Belastungen in unserem kleinen Land wird kaum gesprochen (Landverschleiss, immer mehr überfüllte Züge, verstopfte Strassen, bis hin zu den stets steigenden sozialen Kosten!) Diese Entwicklung wird nachhaltige Folgen haben!

    235
    0
    • Fritz sagt:

      Völlig einverstanden, nur, diese Entwicklung wird nicht in der Zukunft nachhaltige Folgen haben, sie hatte bereits nachteilige Folgen. Es ist nicht 5 vor zwölf, es ist weit nach zwölf.

      79
      0
      • Rolf Bolliger sagt:

        Natürlich wollte ich mit dem Wort "nachhaltige Folgen" die negativen Seiten ansprechen, geehrter Herr "Fritz"! Darum besten Dank für Ihre Ergänzung mit dem klaren Wort "nachteilige Folgen"!

        34
        0
    • VP-Falger sagt:

      Ja, und bei diesem, als Folge aufgetretenen, Co2 Ausstoss sind die Klimaaktivisten gan still. Sie agieren ganz nach dem sozialistischen Motto: "Die Hand die einen füttert, beisst man nicht!" Diese Tendenz war schon in den frühen 2000er Jahren erkennbar gewesen. Eine schlaue Strategie, die wir Stimmbürger schlussendlich zugelassen haben. Von "Wehret den Anfängen!" will fast niemand mehr etwas wissen, weil offenbar politisch unkorrekt...

      43
      0
    • Haemmi sagt:

      Stimme ihnen voll & ganz zu. Gleiches gilt auch für das CO2 und den Stromverbrauch - je mehr Bevölkerung, desto grösserer Ausstoss bzw. Verbrauch. Allerdings 1990 war der CO2-Ausstoss pro Kopf 6.4 T, bei steigender Bevölkerung im Jahr 2018 noch 4.33 T (Quelle Gapminder)... Soviel zur Klimahysterie in der Schweiz.

      30
      0
  • markus.schudel@gmx.ch sagt:

    Ja, gegen rund 15 bis 20% Ausländeranteil hätte ich nichts. Damit lägen wir in Europa immer noch an der Spitze und vor Deutschland. Ich sehe auch ein, dass eine Gesellschaft Zuwanderung von aussen braucht, um neue wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Inputs zu erhalten. Aber gerade die ungebremste Zuwanderung aus Deutschland (bald 400'000) ist unerträglich. Ich wohne in Basel und die Deutschen sind überall: oben, hinten, vorne, links, rechts. Halte es nicht echt mehr aus! Hilfe!!!

    16
    0
  • T sagt:

    In Deutschland läuft alles nach Plan. Gut qualifizierte Leistungsträger und Steuerzahler, wandern in grosser Zahl aus. Schlecht qualifizierte Gäste und Facharbeiter in den Sozialstaat ein. 1 und 1 ergibt ?

    175
    0

Schreiben Sie einen Kommentar

© Copyright 2021 - Weltwoche daily

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche-daily.ch dienen als Diskussionsplattform und sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird. Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels oder wo angebracht an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Persönlichkeitsverletzende und diskriminierende Äusserungen hingegen verstossen gegen unsere Richtlinien. Sie werden ebenso gelöscht wie Kommentare, die eine sexistische, beleidigende oder anstössige Ausdrucksweise verwenden. Beiträge kommerzieller Natur werden nicht freigegeben. Zu verzichten ist grundsätzlich auch auf Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen), wobei die Online-Redaktion mit Augenmass Ausnahmen zulassen kann.

Die Kommentarspalten sind artikelbezogen, die thematische Ausrichtung ist damit vorgegeben. Wir bitten Sie deshalb auf Beiträge zu verzichten, die nichts mit dem Inhalt des Artikels zu tun haben.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Unzulässig sind Wortmeldungen, die

  • Nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommerzieller Natur sind
  • andere Forumsteilnehmer persönlich beleidigen
  • einzelne Personen oder Gruppen aufgrund von Rasse, Ethnie oder Religion herabsetzen
  • in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • verächtliche Abänderungen von Namen oder Umschreibungen von Personen enthalten
  • mehr als einen externen Link enthalten
  • einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Online-Redaktion behält sich jedoch vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Es besteht grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.