16. Juli 2021
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Der frühere SVP-Präsident Toni Brunner gibt ein überraschendes Comeback – aber nicht in der Politik

Als der Nebelspalter am 1. April vermeldete, der frühere SVP-Präsident und Nationalrat Toni Brunner, plane ein politisches Comeback, war das bloss ein Scherz. Kein Gag ist dagegen, dass der Ostschweizer in Zukunft für den Walliser Bote Beiträge verfassen wird.

Das kündigte er gestern in einem ersten Elaborat selber an. Bodenmann und Freysinger in Ehren, schrieb Brunner – was es brauche, sei frischen Wind.

Er sei der neue Kolumnist, wohnhaft im fernen Osten, wo die stärksten Männer und die schönsten Frauen lebten. Er sei zwar kein Walliser, habe jedoch das Herz am rechten Fleck.

Man weiss, dass Brunner bereits in dem zu CH-Medien gehörenden St. Galler Tagblatt Kolumnen verfasst. Man weiss auch, dass der Walliser Bote die nationale Berichterstattung von dem CH-Medien Konzern übernimmt. Trotzdem fragt man sich, was um Himmelswillen Brunner dazu bewogen hat, in der Oberwalliser Tageszeitung Kolumnen zu schreiben.

Der frühere SVP-Präsident und Nationalrat hat zwar  ohne Zweifel einen Bezug zum Wallis. Seit er sich aus Bern verabschiedet hat, züchtet er in seinem Toggenburger Refugium Eringer Kampfkühe. Einzelne dieser Königinnen sömmert er offenbar auch auf Alpen im Oberwallis. Macht ihn das nun zum grossen Wallis-Versteher?

Auffallend ist, dass der Walliser Bote den früheren SVP-Spitzenpolitiker just in einem Moment verpflichtet, wo man sich mit dem Oberwalliser SVP-Nationalrat Michael Graber überworfen hat.

Die Zeitung hatte Passagen einer Kolumne zensuriert, in der Graber den Kurs der Redaktion und interne personelle Verfilzungen thematisierte. Worauf dieser die Mitarbeit sistierte.

Es wäre schade, wenn sich Brunner nun als Feigenblatt für die angebliche Meinungsvielfalt der nach links driftenden Zeitung missbrauchen liesse.

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6 Kommentare zu “Der frühere SVP-Präsident Toni Brunner gibt ein überraschendes Comeback – aber nicht in der Politik”

  • ulrich vogt sagt:

    Erfrischend in der Weltwoche kommen aus dem Oberwallis die Kommentare von Peter Bodenmann. Warum? Weil er grundsätzlich eine andere Meinung vertritt als das Gros der Weltwoche Schreibenden. Damit hat man wenigstens die Möglichkeit, eine andere Sichtweise kennen zu lernen. Was eigentlich die Idee der Weltwoche verkörpert. Ein Toni Brunner im Oberwallis - versteht er überhaupt Walliserdiitsch? Die Gommer und Matter lassen sich nichts vormachen von einem Üsserschwyzer.

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  • Zebedaeus sagt:

    Man muss mit keinem von beiden immer einig sein, aber solange der frühere SP-Präsident Peter Bodenmann, Hotelier aus Brig die Leserschaft der Weltwoche berieselt, mag es die im Gegensatz dazu üblicherweise klare Ansage des früheren SVP-Präsidenten Toni Brunner, Beizer vom Wintersberg, im Walliser Boten gut leiden!

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  • Heinrich sagt:

    Vielleicht schreibt er als erste Kolumne im Walliser Boten etwas über die aktuellste Aktion von SVP Ueli Maurer: https://uncutnews.ch/schweiz-was-haben-sie-zu-verstecken-finanzdepartement-verweigert-dem-datenschuetzer-zugang-zu-unterlagen/
    Freysinger wird gerne diese neue Kolumne lesen und wir auch.

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  • Der Stauffacher sagt:

    Toni Brunner ist mit Leib und Seele ein Toggenburger,der sich nichts anderes vorstellen kann,als der zu sein,der er ist.Wie jeder Eidgenosse kennt auch er eine zweite Heimat,und die haben ihm nun seine Ehringer Kühe gegeben.In den letzten Jahren manifestiert sich immer mehr Tendenz alle gegen die SVP.Das stellt auch Toni mit eigen Worten fest.Da tut im konservativen Wallis eine solche Stimme gut,zumal sich die CVP immer mehr entfernt.Mit Bodenmann und Freysinger ist Toni in bester Gesellschaft.

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  • h.deetlefs sagt:

    Toni Brunner kann wenigstens herzhaft lachen, auch über sich selber. Das macht ihn sympatisch, menschlich in einem Orchester, das oft genug nur aus Greisgram, Negativismus und Belehrung besteht.

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Wer Toni Brünner als Politbeobachter gut kennt, gibt ihm auch im Oberwallis gute Chancen, dass er verstanden wird! Brunner war als SVP Präsident und als Nationalrat stets offen und nannte Fakten unverblühmt beim Namen! Offenbar wird seine SVP-Ansicht in den meisten Deutschschweizer Redaktions-Stuben nicht weiter goutiert! Darum versucht er es in der Heimat seiner Ehringer Kampfkühe! Seine Offenheit, aber seine subtile Art, etwas klar zu beschreiben, wird bestimmt im Oberwallis gut ankommen!

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