11. Mai 2021
Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Der Grünliberale Beat Flach hat den Sinn des Lebens erkannt: Am Ende unseres Daseins sollen wir zum menschlichen Ersatzteillager werden

Der Aargauer Nationalrat Beat Flach, ein Grünliberaler, der wie viele in dieser Partei die eigene Weltsicht für die einzige Wahrheit hält, hatte bei der Debatte im Nationalrat über Organspende und Transplantationsgesetz eine Erleuchtung. «Bei dieser Thematik haben wir Fragen zu stellen und zu beantworten wie vielleicht die nach dem eigenen Sein, nach dem Sinn und nach dem Ende des eigenen Lebens.» Für Flach ist der Sinn unseres Daseins also der, dass der Staat über unsere Organe verfügen kann, falls wir den Verwendungszweck unserer leiblichen Hülle nicht explizit schriftlich regeln?

Das erinnert an ein Buch des japanischen Nobelpreisträgers Kazuo Ishiguro (Alles, was wir geben mussten), in dem dieser einfühlsam beschreibt, wie in einem Internat junge Menschen als Ersatzteillager herangezüchtet werden. Ihr einzige Aufgabe besteht darin, fit, gesund und heil zu bleiben, damit die wertvollen Organe, die für Reiche bestimmt sind, keinen Schaden erleiden.

Die Argumente, mit denen der Aargauer für die Volksinitiative «Organ spenden – Leben retten» und auch für den etwas milderen Gegenvorschlag des Bundesrates eintritt geht in diese Richtung.

Wahrscheinlich denkt man so in der linken und selbstgerechten Filterblase, in der sich der Grünliberale bewegt. Flachs Botschaft ist unmissverständlich: Wer seine Organe nicht spendet ist kein fürsorglich mitfühlender Mensch. Und er hat den Sinn des Lebens nicht verstanden.

Wie lange geht es wohl, bis Bürger dieses Staates unter Androhung einer Busse gezwungen werden, ihren Körper in Schwung zu halten, damit die Einzelteile ihrer Bestimmung zugeführt werden können und der Lebenszweck sich erfüllt?

Wenn der GLP Nationalrat Herz und Nieren verschenken will, wie er das im Parlament in Gutmenschen-Manie vorsorglich ankündigte, steht ihm das frei. Gegen eine freiwillige Organspende hat auch niemand etwas einzuwenden. Aber es  sollte dann tatsächlich auch freiwillig bleiben – genau das ist es aber nicht mehr, wenn Initiative oder Gegenvorschlag angenommen würden.

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21 Kommentare zu “Der Grünliberale Beat Flach hat den Sinn des Lebens erkannt: Am Ende unseres Daseins sollen wir zum menschlichen Ersatzteillager werden”

  • sula sagt:

    Zusätzlich zu den erwähnten Filmen, Büchern etc. möchte ich den Roman DIE ENTBEHRLICHEN von Ninni Holmqvist erwähnen. Er geht unter die Haut. Menschen, die keine Familie gegründet, nichts Grosses im Leben vollbracht haben, müssen mit 50 in eine geschlossene Institution eintreten, wo sie gesund und fit gehalten werden, wissenschaftliche Tests über sich ergehen lassen müssen, viele Annehmlichkeiten geniessen, ihnen jedoch ein gesundes Organ ums andere entnommen wird bis hin zur «Endspende».

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  • Karin sagt:

    Einfach mal den Bericht sehen: Menschen als Ersatzteillager-Andreas Popp
    Wer danach noch für Organspende ist....

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  • Josef Hofstetter sagt:

    Nicht nur Beat Flach, die ganze GLP kommt einem unheimlich vor, man könnte diese Partei mit Ihren Forderungen als extremistische Partei einstufen. Von liberal im Namen existiert überhaupt nichts sondern eher als Partei, welche sich in der DDR heimische gefühlt hätte.

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  • Lucille sagt:

    Dieser Herr Flach behauptet: Wer seine Organe nicht spendet ist kein fürsorglich mitfühlender Mensch. Scheinbar glaubt er, dass die Organempfänger anschliessend wieder komplett gesund sind. Das dem nicht immer so ist, habe ich bei meiner Mutter gesehen. Sie erhielt eine Spenderniere. Die vielen und starken Medikamente, die sie wegen einer Abstossung nehmen musste, haben die anderen Organe angegriffen. Lunge (Lungenpilz), Darm, Wunden die nicht mehr heilten, Abszesse an den Schleimhäuten usw.

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    • Stefan Mueller sagt:

      Der feiste Flach bezeichnet sich selber gerne wie auch die Sekten-Genossen Moser-Sirene, Abzocker-Grossen Ukraine-Tänzerin-Bäumle...als gaaanz fest anständig-Stilvollen!!
      Und bei den Original-Wischiwaschi liegt es auch in den Tuttifrutti Genen, immer abzuwarten wohin der Volksmehrheits-Zug rollt, um dann noch aufzuspringen!

      O.k. ausser man ist wie die Moser-Sirene und der Grossen vom Linksfilz geschmiert; z.B. trotz aussichtslosem Rahmenabkommen, den devoten EU-Anbiederungs-Idioten abzugeben!

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  • jjg sagt:

    Es gibt ein gutes Wort, das die Situation beschreibt, auf die wir hinsteuern: Sozialfaschismus.

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  • minibixi2008 sagt:

    Lieber würde ich sterben als mir ein grünes oder rotes Organ einpflanzen zu lassen.
    Meistens wären deren Organe eh für nichts zu gebrauchen.
    Wenn meine Zeit gekommen ist dann gehe ich, auch bin ich kein Ersatzteillager.

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  • Paul Streuli sagt:

    Würde ein Linker sich auch Organe eines Rechten einpflanzen lassen, oder sind diese in seiner Patientenverfügung explizit ausgeschlossen?

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  • Meinrad Odermatt sagt:

    Und wie lange geht es noch bis wir auf Beerdigungen und Urnenbeisetzungen ganz verzichten und das "Restmaterial" direkt bei der Kadaversammelstelle abgeben. Darauf läuft ja die gegenwärtige De-Zivilisierung und Rückentwicklung zum Primaten hinaus. 100 Dummköpfe sagen etwas und 100 Millionen Idioten machen den Seich oppositionslos mit. Ja, man will nicht mal die Namen der Dummköpfe wissen.

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  • Gonzo sagt:

    Also ich bin stolzer Besitzer eines Organspendeausweises und habe das aus freiwilliger Basis gemacht, aber falls sich der Staat erfrechen sollte, mir meine Organe zu stehlen, werde ich das verhindern.

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  • Stefan Mueller sagt:

    Muss sagen die Diskussion dauert nun doch zu lange!
    Wir lassen uns drangsalieren; Gurtenobligatorium/Rauchverbote/Sprachpolizei/Bauvorschriften/ Zwangsgebühren/Bussenterror/Corona-Willkür etc etc!
    was soll das nun....
    Und ja alles beginnt mit einer Utopie-Limite...um sie dann Stück für Stück zu verschärfen!
    Aber ein Papierchen zu unterzeichnen, zumal ja wohl bei 80-90% eine Organ-Entnahme sinn- und nutzlos wäre..z.B. bei 70-100-jährigen wo Organe nicht mal mehr als Wandtafel-Schwamm taugen....

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  • Bischi49 sagt:

    Das Motto der geniessenden Weintrinkers ist ja, dass es schade wäre, mit einer völlig gesunden Leber zu sterben. Mit dieser unsäglichen Widerspruchslösung, d.h. Der „freiwilligen“ Spende mit der Pistole am Kopf, würde wohl rasch die gesunde Leber zur staatsbürgerlichen Pflicht. Kollateralschäden bei den Winzern und den schon jetzt gebeutelten Restaurants sind absehbar.

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  • Janosh sagt:

    Beat Flachhat sich in seiner Erleuchtung wohl vom Horrorfilm "JAHR 2022" (welcher 1973 die Kinos füllte) inspirieren lassen... Neugierige entdecken zufällig, was sich hinter dem Nahrungsmittel "Soylent Green" verbirgt.
    Nächstes Jahr ist '2022'! Lasst uns heute die abartigen Forderungen der "GRÜN"SCHNÄBEL stoppen!

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  • Albert sagt:

    Jegliche Widerspruchslösung ist ein absolutes NoGo, welche sich nur ein zunehmend übergriffiger werdender Staat ausgedacht haben kann.
    Deshalb Krankenkassenobligatorium abschaffen! Transplantationen entsprechend deren tatsächlichen Kosten als Wahlmöglichkeit in die Krankenversicherung einpreisen. Jene die selbst spenden wollen, könnten diese Leistung entsprechend günstiger versichern lassen und gleichzeitig dazu einen Spenderausweis erhalten.

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