27. Mai 2021
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Marcel Odermatt

Der «Marsch aufs Läbe» darf stattfinden. Dass die Organisatoren sich dieses Recht erstreiten mussten, muss uns zu denken geben

Mit 72,2 Prozent der Stimmenden sagte das Volk 2002 Ja zur Fristenlösung. Bis zur 12 Schwangerschaftswoche liegt der Entscheid über den Abbruch bei der schwangeren Frau.

Trotz dieses demokratischen Entscheids kann jemand – aus welchen Gründen auch immer – diese Regelung ablehnen und das auch öffentlich bekunden. Das ist Teil der in der Verfassung garantierten Meinungs- und Versammlungsfreiheit.

Die linke Zürcher Stadtregierung wollte diese rechtsstaatlichen Prinzipien den Abtreibungsgegner nicht gewähren. Sie untersagte den Demonstrationszug «Marsch fürs Läbe» aus angeblichen Sicherheitsbedenken. Damit kaschierte die Exekutive, dass sie diese Personen mit ihrer unliebsamen Position einfach nicht durch «ihre» Limmatstadt spazieren lassen wollten.

Der Statthalter hat den selbstgerechten Stadtrat nun zurückgepfiffen. Der Gang durch Zürich darf stattfinden. Ein schaler Nachgeschmack bleibt: Wie ist es möglich, dass Leute heute in der Schweiz eine Beschwerde einreichen müssen, um ihre demokratischen Rechte ausüben zu können? Und das nur, weil ihre politischen Positionen der Mehrheit der Regierenden nicht passen.

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12 Kommentare zu “Der «Marsch aufs Läbe» darf stattfinden. Dass die Organisatoren sich dieses Recht erstreiten mussten, muss uns zu denken geben”

  • Bischi49 sagt:

    Ich befürchte mich zu wiederholen. Linke Toleranz ist dermassen ein rares und kostbares Gut, dass man sie, wenn überhaupt, dann höchstens an seinesgleichen verschwenden darf.

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  • Edmo sagt:

    Wenn wir das PMT am 13. Juni annehmen, wird auch eine Beschwerde nicht mehr reichen, um die demokratischen Rechte ausüben zu dürfen. Der Terrorverdacht gilt dann generell für Personen und Organisationen, die der Obrigkeit nicht genehm oder schon nur suspekt sind.
    Deshalb 5 x NEIN am 13. Juni.

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  • Reininghaus sagt:

    Die Grünen und die Linken... An vorderster Front mit "mein Körper gehört mir!" - aber einhellig für Maskenpflicht und Impf-Apartheit... Heuchlerische Verlogenheit!

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    • Bischi49 sagt:

      Mit unerwähnten die Widerspruchslösung, also der staatlich sanktionierte Organklau, sobald man gestorben, oder vielleicht nur fast gestorben ist. Da gehört dann mein Körper plötzlich nicht mehr mir. Nur um die Verlogenheit der Linken und Grünen zu illustrieren.

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  • Ulf Nordmann sagt:

    Die Einsargung des Rahmenabkommens wird kaum einen direkten Einfluss auf den Niedergang der EU-Unterdrückungsmaschinerie haben, aber das sind das die Schatten, die irgendetwas sehr Großes vorauswirft. Ihr lieben Eidgenossen, wenn ihr Euch im Schein der der Weltenlenker Putin und Biden sonnen wollt, dann solltet ihr Gas geben. Denn wenn die Tendenz bei der Überprüfung der Wahl in den Swing States so anhält, dann wird Putin den Biden in Guantanamo konsultieren müssen- wohlan ihr Schweizer!

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  • Realistin sagt:

    Dasselbe gilt doch für die Corona Massnahmegegner. Denen wird in der Deutschschweiz überall die Bewilligung für Kundgebungen verweigert.

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  • mikueder sagt:

    Die gleichen, die sich in der Abtreibungsdebatte mit dem Slogen "Mein Körper gehört mir!" für die Abtreibung einsetzten sind jetzt an vorderster Front bei den Impf(zwang) Befürwortern zu finden! Wie geht das auf?

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    • hape sagt:

      Ganz einfach - die, deren Körper ihnen gehört, müssen nicht mehr abtreiben lassen.

      Das erledigen Pfizer, Astra, Moderna und Co - und erst noch kostenlos.

      Pech wäre, wenn das nicht funktioniert und aus den geimpften Körpern, der denen gehört, Nachwuchs kommt, der lebenslang vom Steuerzahler zu zahlende Betreuung braucht...

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    • Realistin sagt:

      Das ist doch die heute übliche Doppelmoral, die wir überall und zu jedem Thema finden.

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  • Konrad Kugler sagt:

    Das Böse ist immer nur extrem, niemals radikal. Hannah Arendt
    Alle Ideologien sind extrem, jede aber mit einem nett aussehenden Mäntelchen getarnt. Klingt "sozial" nicht gut? Oder Frauenrechte? Kinderrechte? Die Welt braucht anständige Menschen für die Marktwirtschaft und die Pressefreiheit, nicht Linke, die sich mit dem Begriff Anstand tarnen und nur streit und Zerstörung fertig bringen.

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  • Angy Scheiwiler sagt:

    Unsere demokratischen Rechte müssen wir uns je länger je hartnäckiger erstreiten. Der Tag naht, wo dies nicht mehr möglich sein wird. Denn wir sind bereits im Orwellschen Zeitalter angekommen bzw. mit einem Fuss in der schönen Neuen WeltOrdnung mittendrin. Diese wird gerade justiert und ge-resettet. Möglich ist diese Entwicklung, weil die ganze Welt von Angst aufgefressen wird. Angst ist der schlechteste Ratgeber. Höchste Zeit also, 5 x NEIN zu sagen!

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  • Mueller sagt:

    Noch nie konnte ich verstehen, dass Mord an ungeborenem Leben für die linken Feministinnen einen Sieg auf dem Weg zu ihrer Befreiung darstellt.

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