05. Juli 2021
Rolf Hürzeler

Popstar Elton John jammert seit Monaten über den Brexit. Dabei hat er Karriere gemacht, bevor Grossbritannien in der EU war

Der begnadete Musiker Elton John zeichnet sich seit jeher durch ein ungebrochenes Selbstbewusstsein aus.

Aber eine klare politische Haltung fehlt ihm.

So lavierte er in den USA einst munter zwischen Hillary Clinton und Donald Trump je nach Opportunität.

Jetzt fühlt sich Elton John gerade berufen, der britischen Regierung Saures zu geben. Der Brexit sei schuld, dass britische Musiker auf dem Kontinent zu keinen Auftritten mehr kämen. Zu gross seien die bürokratischen Hürden für Live-Auftritte, der Papierkram schlicht unzumutbar.

Damit wäre eine so tolle Laufbahn wie sein eigene nicht mehr denkbar.

Offenkundig ist da bei Elton John etliches vergessen gegangen. Er hatte seinen Durchbruch in den frühen Siebzigerjahren, als noch kein Mensch von der Personenfreizügigkeit gesprochen hatte und die administrativen Hürden für Künstler europaweit viel höher lagen.

Sein berühmter Song «Crocodile Rock» ist 1972 erschienen, ein Jahr vor dem EU-Beitritt Grossbritannien.

Aber so weit zurückblicken muss man gar nicht: Natürlich spielten in den letzten Monaten weniger Briten live auf dem Kontinent.

Denn Musiker treten lieber vor Publikum auf als in der Quarantäne.

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7 Kommentare zu “Popstar Elton John jammert seit Monaten über den Brexit. Dabei hat er Karriere gemacht, bevor Grossbritannien in der EU war”

  • Rolf Bolliger sagt:

    Künstler, Schauspieler, Dichter, Maler, Musiker, usw. verhielten sich schon immer nur in zwei Richtungen: Ihre Selbst(über)schätzungs-Mentalität und die sichtbare Linksideologie! Somit reiht sich der begnadete Musiker Elton John eben auch genau in dieses Schema ein! Jetzt kommt bei ihm noch das vorgerückte Alter, das ihn wahrscheinlich immer mehr in Vergessenheit fahren wird! Wer mit seinem Hobby den Leuten Millionen aus dem Sack zieht, sollte sich etwas neutraler und zufriedener darstellen!

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  • Bischi49 sagt:

    Wenn er sich schon aufregen will, dann doch bitte über das protektionistische Verhalten der EU, und nicht darüber, dass GB die Nase voll hat, diesen Zirkus weiter mitzumachen. Die „Grösse“ der EU beschränkt sich auf das Zelebrieren der „Freiheit“ von Brüssels Gnaden im Inneren und das Schikanieren „befreundeter“ Nichtmitglieder. Nachbarn werden schlechter behandelt als jeder Drittweltstaat. Und auch Mitglieder mit eigenen Ideen bekommen die harte Hand von Brüssels Oberzampanos zu spüren.

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  • minibixi2008 sagt:

    Vielleicht ist er ja gar nicht mehr so gefragt in seinem Alter und schöner wird er auch nicht mehr.
    Eigentlich keine weltbewegende Nachricht.

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  • T sagt:

    Sollte er nicht besser hinknien und still sein?

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  • Fredi Stutz sagt:

    Elton John ist ein Fall für die Psychiatrie und ein gutes Beispiel wie Reichtum ohne Moral Dekadenz hervorruft, denn Kinder kaufen als ob sie Pets wären, darf nicht Schule machen. Seine Songs sind super und der persönlichen Erfolg beispielhaft.

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  • Janosh sagt:

    Singen kann er - ich ziehe den Hut vor diesem Genie!
    Aber sein 'Umgang' hat ihm mit den Jahren wohl die letzten Hirnzellen zerstört.

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  • Mueller sagt:

    Ja der gute Elton spürt den zunehmenden Alterungszerfall; man vergisst vieles und wird sturer! Aber er hat uns mit seiner wunderschönen Musik das Leben leichter gemacht; verzeihen wir ihm seine Phrasen!

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