09. Juli 2021
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Christoph Mörgeli

Der Tod des Chefredaktors der Solothurner Zeitung, Balz Bruder, wirft die Frage nach der Unabhängigkeit der Medien auf

«Unerwartet verstorben», so umschreiben die Medien die aussergewöhnliche  Todesursache mit Polizeieinsatz von Balz Bruder, Chefredaktor der Solothurner Zeitung. Sein berufliches Umfeld hat den kritischen, unabhängigen Journalisten in den vergangenen Wochen und Monaten auffallend antriebslos und bedrückt wahrgenommen.

Zumindest dazu beigetragen hat eine unschöne Vorgeschichte: Am 18. März dieses Jahres hat der Solothurner Regierungsrat den Verleger Peter Wanner vom Unternehmens CH Media – zu dem die Solothurner Zeitung gehört – schriftlich zu einer «informellen Aussprache» vorgeladen.

Den Grund des «aktuellen Anlasses» nannte Staatsschreiber Andreas Eng dem «lieben Peter» sehr unverblümt: «Der Regierungsrat bekundet seit einiger Zeit und in zunehmendem Mass Mühe mit der Berichterstattung von Balz Bruder.» Dieser missachte in seiner Arbeit immer wieder «journalistische Grundregeln».

Dann fuhr der Solothurner Regierungsrat fort: «Medien als kritische Beobachter von Politik und Gesellschaft sind für das Funktionieren unserer Demokratie unabdingbar. […] Die Berichterstattung von Balz Bruder hingegen ist zuweilen inakzeptabel, hier besteht Klärungsbedarf.»

In Wahrheit hielt Bruder nichts von der jahrzehntelangen Verfilzung des von ihm geleiteten Monopolblatts mit den politischen Machthabern des Kantons. Er sah seine Rolle als Chefredaktor nicht gleichbedeutend mit der eines Regierungssprechers.

Dem Solothurner Regierungsrat missfiel namentlich Bruders Artikel, in dem er über Gerüchte betreffend die bevorzugte Covid-Impfung von Angestellten im Steueramt schrieb, diese aber als falsch bezeichnete.

Über das kantonale Gesundheits-, Polizei- und Strafverfolgungswesen hat Chefredaktor Bruder wiederholt kritisch berichtet und sich deswegen den Zorn der dafür zuständigen SP-Regierungsrätin Susanne Schaffner zugezogen.

Zu welchen Folgen das Treffen zwischen der Solothurner Regierung und Verleger Peter Wanner geführt hat, ist nicht bekannt. Dasselbe gilt für die beruflichen und persönlichen Konsequenzen, die sich daraus für Balz Bruder ergaben.

Der Fall des Chefredaktors Balz Bruder wirft auf jeden Fall die Frage auf, wohin der heute beschrittene Weg einer vom Staat finanzierten und damit vom Staat gegängelten Medienlandschaft führen kann.

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21 Kommentare zu “Der Tod des Chefredaktors der Solothurner Zeitung, Balz Bruder, wirft die Frage nach der Unabhängigkeit der Medien auf”

  • Ku Fe sagt:

    Wars das schon? Alles schon vergessen?
    Ein brillanter und mutiger Journalist mit viel Herzblut ist gegangen. Viele Fragen bleiben bis jetzt unbeantwortet bei der Brisanz seiner Tätigkeit mit hochpolitischen Themen in der Regierung. Ich erwarte von Herrn Peter Wanner ein öffentliches Statement. Wieso fand das Treffen mit den Kantonsvertretern nicht statt und wie verlief die Aussprache mit Balz Bruder. Wurde er von CH Media in seiner Tätigkeit als akribischer Journalist weiter unterstützt?

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  • erderichichbin sagt:

    So ist die Schweiz.
    Hochgradig tyrannisch.
    Gesetze sind absichtlich vage gehalten, damit die Amtsinhaber Willkür walten laßen können wie es ihnen grade passt.
    Vor Gericht ziehen kann nur wer unerschöpfliche Ressourcen hat- ein Anwalt kostet Minimum 300 - / Stunde (!).
    Die Richter können völlig legal formale Hinweise, daß die Aktenlage verifizierbar falsch sei mit 'auf Vernehmlaßung WIRD verzichtet' schlicht IGNORIEREN.
    Da hört einfach alles auf!
    Sowas ist kein Rechtsstaat sondern pure Despotie

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  • ich sagt:

    Das ist längst keine Frage mehr: Die Medien sind nicht unabhängig. Sie werden Top-Down von der mächtigsten Welt-Agenda besessen und über die "Mittelatlant. Brücke" und Dutzende von anderen +- geheimen Organisationen weltweit gelenkt und kontrolliert wie auch Finanz und Politik. Auch zuunterst müssen sie folgen, um Job und Friede zu behalten.

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    • Stefan Mueller sagt:

      Anders als widerliche Äss-Ärr-Äff-Potz-Protz-Brotze/Rote-Klappe-Typen der Staatsrotfunk-Anstalt mit Linksfilz-Biotöplein-Juso-Krawall, müssen sich Einheitsbrei-Linksfilz-Müllstream-Knechte, an Heuschrecken-Halunken-Vorgaben der Milliardärsclan-Coninxe/Ringliers/Wanners/Nur-Züri-Zumutbar-Gnomen halten!
      Obwohl in deren Genen steckend, müssen die sich mit widerlich-unterwürfiger Regime-Propaganda prostituieren, damit die Bosse Staatsknete abzocken, und sie selber ihr Filzplätzchen behalten können!

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  • peterlinz sagt:

    Den Solothurner Politfilz gibt es. Bekanntlich ist es schwierig, ihn zu entfilzen. Das meine ich als unmassgeblicher Ex-Kantonsrat. Die Verwaltung ist sakrosankt.

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    • Remy Wyssmann sagt:

      Und die oberste leitende und vollziehende Behörde des Kantons betreibt eine barocke Kabinettspolitik, bei der es müffelt und nach Staub und abgestandenem Puder riecht. Wenn man sieht, wie ein Öffentlichkeitsgesuch zur Frage der illegalen Verwendung von Leistungsboni hin und hergeschoben wird, mutet das Ganze schon fast kafkaesk an. Wie im Roman «Das Schloss» undurchschaubarer bürokratischer Apparat, jeden Einzelnen der Einwohner kontrollierend, dabei selber unnahbar und unerreichbar.

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  • uge sagt:

    Da Liste doch ein Bundesrat pädophile Kunst. Könnte die Erpressung mit dieser Szene in Zusammenhang stehen? Wer tappte noch alles in diese Falle?

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  • lionmo sagt:

    Die Schwarzen interessiert das übrigens am allerwenigsten.. Die schmunzeln und fragen sich ob wir Weissbrote keine anderen Sorgen haben.

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  • Realistin sagt:

    Wie sagte Herr Köppel letzthin? Er sehe es nicht so, dass jemand, der in die rechte Ecke gestellt wird, gesellschaftlich tot gemacht ist.

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  • Peter Rossa sagt:

    ..... "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" von Heinrich Böll lesen ! ....

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  • Beat Furrer sagt:

    Jeder Todesfall ist tragisch für die Angehörigen. Und Verstorbene sollen in Ehren gehalten werden. Was mich beim Lesen von Balz Bruders Kommentaren zur "Pandemie" immer sehr störte, war, dass er voll auf Corona-Panikmacher-Linie war. Er hat meiner Ansicht nach die "Pandemie" völlig falsch eingeschätzt (wie alle Massenmedien). Es würde mich wundern, wenn Balz Bruder nicht geimpft worden wäre. Ist er an den "Nebenwirkungen" (Trombose, ...) der Impfung gestorben?

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  • Mark Theiler sagt:

    Balz und ich waren Berufskollegen aber keine Freunde. Balz hatte aber stets meine Bewunderung als hart recherchierender und hartnäckiger Journalist. R.I.P. Balz. Auf der anderen Seite habe ich als Nicht-Solothurner Journalist selber miterlebt, wie der Solothurner Politklüngel funktioniert. Balz hat dieses üble Spiel verdienterweise nicht mitgespielt. Die Sache gibt einen Vorgeschmack auf das, was auf kritische Journalisten zukommt, wenn der Staat die Medien finanziert und sagt, wo's lang geht.

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    • T sagt:

      Prawda-Journalismus at its best!

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    • Peter Meier sagt:

      Werter Herr Theiler, "Was auf kritische Journalisten zukommt....". Damit zeigen Sie, eine mögliche Entwicklung in der Berichterstattung auf, wenn nicht der alten Wahrheit "Wehret den Anfängen" nachgelebt wird. Vielleicht beherzigen die Journalisten dies. Dann stelle ich fest, dass in keinem Bericht die "Todesursache" des 53-jährigen, also relativ jungen Journalisten erwähnt wird. Hat sie etwas zu tun mit der im Artikel erwähnten unschönen Vorgeschichte?

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  • Rolf Bolliger sagt:

    Wenn ein Journalist nicht unbeirrt im linken Fahrwasser mitschwimmt, lebt er dauernd im Ungewissen: Sein Job ist so unsicher, wie die Zielankunft eines Motorrad-Rennfahrers! Somit ist die fragende Aussicht in Mörgelis letztem Satz klar beantwortbar: Solange die "nichtlinken" Stimmbürger(innen) den Wahlurnen fern bleiben und nur noch staatsabhängige Menschen in den Städten und Grossagglomerationen linke "Geldverteiler" wählen, wird unser Land von den linksideologischen Medien regiert!

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    • Peter Eschmann sagt:

      Kann man solche Journalisten auch bei „Reporter ohne Grenzen“ anmelden? Oder wären sie dort schwarze Schafe?

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    • waschiwischi sagt:

      ....und dass das so bleibt, werden weitere 7 Jahre jedes Jahr diese Presse-Fritzen mit 120 Millionen aus Bern alimentiert. Während Prawda-Boss (Verlegerpräsident) Pietro Supino im Ovid-Tiefpunkt ein Grundstück im Zürichs Seequartier erworben hat, kämpft die Crew um Jobs und es gibt in der Tx Group (neuer Name) Kurzarbeit.

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  • Mario Teran sagt:

    Ein Beispiel. CH Media fährt erneut eine Hetzkampagne gegen Dubler Mohrenköpfe. In der Stadt Zürich können Dubler Mohrenköpfe an Kiosken gekauft werden! Obwohl die Stadt vermeintlich rassistische Namen von Gebäuden entferne, seien weiterhin Dubler Mohrenköpfe zu kaufen? Hier soll klar die Bevölkerung und das Gewerbe gegen Dubler aufgehetzt werden. Die Linksfaschisten wollen der Firma Dubler schaden, indem sie Hetzte gegen deren Mohrenköpfe betreiben. An vorderster Front mit dabei, CH Media.

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    • Ba We sagt:

      Dann ist es nicht mehr weit, bis es auch keine Hamburger, keine Wiener Schnitzel, keine Schwarzwurzeln und keine Schwarzfahrer mehr geben darf. In Deutschland gibt es bereits Anstrengungen, den Begriff Schwarzfahrer zu verbieten. Leute, merkt ihr nicht , dass mit solchen Problemen Augenwischerei betrieben wird und von den wirklichen Problemen abgelenkt werden soll?

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    • Meinrad Odermatt sagt:

      Mohrenköpfe gegen irrationale Dummköpfe. Wer gewinnt das böse Spiel, wenn die Dummköpfe den Schiedsrichter stellen? Welches Geschlecht haben eigentlich Mohren? Das wäre doch auch noch eminent wichtig für eine korrekte "akademische Beurteilung" des "Falles". Er könnte zusätzlich noch eine Frauendiskriminierung enthalten. Man müsste das dringend aufarbeiten. Wenn man gerade nichts anderes zu tun hat.

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