31. August 2021
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Hubert Mooser
Hubis Bundeshaus

Der Vize-Präsident der Corona-Task-Force nährt den Verdacht, dass man ältere Corona-Patienten nicht mit allen Mitteln durchzubringen versuchte

Urs Karrer ist Vizepräsident der Covid-19 Task Force und er hat dem Sonntagsblick ein Interview gegeben zum Thema Corona-Impfungen und Spitalbetten-Kapazitäten. Er wurde gefragt, was sich in den Krankenhäusern im Vergleich mit 2020 verändert habe?

Worauf der Infektiologe des Kantonsspitals Winterthur antwortete: Damals seien viele ältere Patienten mit Vorerkrankungen im Spital ins Spital gekommen. «Hätten wir sie auf die Intensivstation verlegen müssen, hätten sie praktisch keine Überlebenschancen gehabt. Derzeit ist die Situation eine ganz andere: Das Durchschnittsalter der Covid-Patienten liegt bei etwa 54 Jahren. Da versucht man mit allen intensivmedizinischen Mitteln, die Patienten durchzubringen.»

Was will uns Karrer sagen?

Dass man betagte Corona-Patienten mit Vorerkrankungen, die vor einem Jahr ins Krankenhaus kamen, nicht mit allen Mitteln versucht hat am Leben zu erhalten? Das wäre nun wirklich eine Ungeheuerlichkeit.

Von Spanien weiss man, dass die Altersheime von den Spitälern angewiesen wurden, keine Corona-kranke Heimbewohner einzuliefern. Dort standen einige Spitäler vor dem Kollaps. Dort wurden inzwischen auch Klagen eingereicht.

In der Schweiz präsentierte sich die Situation anders, unser Gesundheitssystem war nie am Anschlag. Wir haben sogar Patienten aus dem Ausland übernommen. Gerade darum machen Karrers Ausführungen etwas sprachlos.

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20 Kommentare zu “Der Vize-Präsident der Corona-Task-Force nährt den Verdacht, dass man ältere Corona-Patienten nicht mit allen Mitteln durchzubringen versuchte”

  • mhol sagt:

    Welcher Hausarzt der dogmatischen Schulmedizin, vermag dem Eid des Hippokrates von Kos unter dem Tarmed-Regime noch ohne alternativen Einnahmen nachzuleben? Bei Erkältung/Influenza/Viren bin ich bereit, auf sämtliche KK-Leistungen zu verzichten, solange ich meine eigenen privat eingekauften (billigen) Substanzen (siehe Lateinamerika) bekommen kann. In letzter Konsequenz wäre mir vermutlich der Freitod näher als mich von inkompetenten oder feigen Pfuscher + deren Komplizen erpressen zu lassen.

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  • BeatGeneration sagt:

    Nicht einfach, jeden Tag etwas Gescheites zu bringen. Der Arzt hat recht. Betagte, schwache und vorerkrankte Patienten gehören nicht in eine Intensivstation, sondern nur Patienten, die die Intensivpflege auch verkraften können. Diese Aussage hat null Skandalwert.

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  • Alpenfurz sagt:

    Der eigentlich Skandal in der Schweiz und im Westen generell, ist dass, medikamentöse Frühbehandlung für Covid Patienten nicht durchgeführt wird. Es gibt mittlerweile zahlreiche publizierte Studien, welche die Wirksamkeit von Ivermektin, Vitamin D und Kortikosteroiden belegen. Die Studien werden von der WHO und nationalen Behörden jedoch aufgrund der zu geringen Patientenzahl nicht anerkannt. Ganz im Gegensatz zu den mRNA Impfungen, trotz mangelnder Safety Daten. Das kostet Menschenleben.

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  • Juerg Brechbuehl Diplombiologe sagt:

    Der Autor legt Worte auf die Goldwaage. In der Sache ist es nichts neues. Unser Gesundheitssystem war nie a m Anschlag, weil die Alterspflegeheime die Coronapatienten gar nicht erst ins Spital einwiesen. Die kamen nicht einmal in die Nähe einer Intensivstation.

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  • Marc Dancer sagt:

    Der Verdacht ist begruendet u. macht Sinn. Jeder der frueh stirbt entlastet die Pensionskasse u. die AHV.

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  • Schneewittchen sagt:

    Da "intensivmedizinische Mittel" oft tödlich enden, sollte man den Menschen (welchen Alters auch immer) lieber mit weniger brutalen Methoden helfen, damit sie bessere Chancen bekommen:

    https://uncutnews.ch/unter-der-tyrannei-von-covid-sind-die-us-krankenhaeuser-zu-mordfabriken-geworden-in-denen-ivermectin-verboten-ist-weil-es-leben-rettet/

    Bei uns ist es wohl kaum besser als in Amerika, solange auch hier harmlose Medikamente nicht zugelassen werden.

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  • WinstonC sagt:

    An diverse Mit-Kommentatoren: Sinn erfassendes Lesen könnte helfen. Betagte Patienten NICHT um jeden Preis heilen zu wollen, ist ok. Als Behörde in einer Pandemie-Situation behaupten, man wolle und müsse jedes Leben - unbesehen des Alters - um jeden Preis retten, es dann möglicherweise doch nicht tun, und dann doch jeden Toten als Opfer trotz intensiver Betreuung in der Statistik ausweisen, ist NICHT ok. Und Politiker und Beamte, die so etwas tun, sind auf jeden Fall auch NICHT ok.

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    • Juergen sagt:

      Man muss Herrn Karrer sicher vieles vorwerfen, insbesondere in seiner Funktion in der berüchtigten Taskforce. Ich finde jedoch, dass die Opposition deshalb nicht das Recht hat, ihren Verstand zum Fenster hinaus zu werfen.

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  • Marlisa Schmid sagt:

    Eine Studie ergab, dass die Hochbetagten in den Spitälern übertherapiert und mit erschreckend hohen Medikamenten-Cocktails zu Tode kamen. Neben der üblichen täglichen Einnahme von 8-10 Medikamenten kamen noch diese viel zu hoch dosierten Covid-Medikamente hinzu. Und Intubierung durch Einpressen von Luft in die Lungen mit grossem Druck ist eine Tortur für die Patienten und zerstört das Lungengewebe. Man sollte die Menschen in Frieden sterben lassen und auf Palliativmedizin setzen anstatt IP.

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  • lagom sagt:

    Sorry Fehler: Datum war Mitte März 2020, bitte um korrektur

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  • lagom sagt:

    Das ist eine ganz wichtige Beobachtung einer Tendenz zur der kommenden Zweiklassengesellschaft. Es herrscht ein Zeitgeist der Altersdiskriminierung in der westlichen Welt, nicht nur im Arbeitsleben, im Gesundheitswesen sondern in der Gesellschaft. Schweden hat beispielsweise ältere Covidpatienten in Altersheime verschoben und gleichzeitig die Institutionen mitte März 2021 aufgeforderdert nur noch palliative Pflege zu verordnen. Resultat: Dokumentierte Übersterblichkeit der älteren Bevölkerung!

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  • Josef Hofstetter sagt:

    Einen guten bekannten der nach einer guten Operation in ein Erholungsheim entlassen wurde, hat dort den Corona aufgelesen und wurde danach in ein Kantonsspital transportiert, dort hat man ihn nach kurzer Zeit in ein Landspital abgeschoben, wo er kurz darauf gestorben ist. Das bestätigt eigentlich die Aussage von Herrn Karrer.

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  • crista sagt:

    Wollen Sie eine 90 jährige Person mit Gebrechen noch an die Beatmungsmaschine hängen, was dann garantiert ebenfalls zum Tod führt. Leiden lindern, kann doch hier die einzige Massnahme sein.

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  • ulrich vogt sagt:

    Ach, lieber Hubi, wieder einmal mehr am Generalthema kleben geblieben. Und von Ungeheuerlichkeit geschrieben, wenn sehr alte Leute nicht mehr um Teufels Gewalt am Leben erhalten werden. Wer sonst lauthals über die ausufernden Kosten des Gesundheitswesens im Allgemeinen und über BR Berset im Speziellen ausruft, sollte auch die Kostenfolgen seiner Forderungen im Auge behalten. Aber mit Ihrem Beitrag haben Sie die Vorgaben des Chefredaktors für den heutigen Tag gewiss mit Auszeichnung erfüllt

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    • Urszh sagt:

      In der Tat erstaunlich, welch widersprüchliche Aussagen und Werweissungen der Herr Mooser hier platzieren darf. Da werden Leute aus der gemütlichen Schreibstube heraus mit vagen Anschuldigungen überhäuft, welche sich seit eineinhalb Jahren an vorderster Front im Spital durch die Pandemie kämpfen.

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  • Edmo sagt:

    Herr Mooser, heute sind Sie von allen guten Geistern verlassen. Es ist völlig unsinnig, jeden mit allen Mitteln und Maschinen am Leben erhalten zu wollen. Leute in Frieden sterben zu lassen, wenn die Zeit gekommen ist, ist keine Ungeheuerlichkeit, sondern Menschlichkeit. Menschen sterben, das ist absolut natürlich. Auch wenn jemand an oder mit Covid stirbt, ist das so. Herr Karrer hat klar gesagt, dass diese Leute auf der Intensivstation kaum eine Überlebenschance gehabt hätten.

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  • pboehi sagt:

    Vielleicht such nur ein vernünftiger medizinischer Entscheid bzw. Einsatz von Ressourcen. Irgendwann dürfen die Leute auch sterben, zudem viele alte Menschen explizit weder Reanimation noch Intensivbehandlung wünschen.

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  • Putin sagt:

    ...und wie viele sind in der Intensiv Stationen zu Tode gepflegt worden?

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  • Juergen sagt:

    Oh je, Herr Mooser. Herr Karrer hat lediglich eine bekannte medizinische Tatsache berichtet: Eine intensivmedizinische Behandlung ist für den Patienten so belastend, dass man ihn damit auch umbringen kann, wenn er körperlich zu schwach ist. Hier gibt es nichts zu politisieren.

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