13. April 2021
Marcel Odermatt

Die Bankiervereinigung kämpft für das CO2-Gesetz. Die Kreditinstitute würden sich besser um ihre eigenen, reellen Probleme kümmern

Jörg Gasser, CEO der Schweizerischen Bankiervereinigung legte gestern zusammen mit anderen Wirtschaftsvertretern ein flammendes Plädoyer für das neue CO2-Gesetz hin, über das am 13. Juni abgestimmt wird. «Wenn man sich unsere Gletscher ansieht, erkennt man, dass es schon nicht mehr nur um das Morgen geht», warnte Gasser.

Schmelzen tun nicht nur die Gletscher. Auch das Image der Banken bildet sich im Rekordtempo zurück. Ausgerechnet ein Vertreter einer Branche, die wegen Strafen, Boni und Löhnen seit Jahren für Negativschlagzeilen und dem Image der Schweiz nachhaltig Schaden zufügt, ruft der Bevölkerung jetzt zu: «Wir wollen jetzt das Klima retten. Liebe Durchschnittschweizer, zahlt massiv mehr für Benzin, Öl und Flugreisen.»

Als hätten viele dieser diskreditierten Institutionen nicht selber genug zu tun, in ihren Unternehmen einigermassen für Ordnung zu sorgen. Mit den Milliarden teureren Bussen der Banken hätte die Schweiz zudem viel für den Klimaschutz tun können.

Wenn der Auftritt von Verbandsfunktionär Jörg Gasser nicht tatsächlich passiert wäre, würde man ihn für einen verspäteten Aprilscherz halten.

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10 Kommentare zu “Die Bankiervereinigung kämpft für das CO2-Gesetz. Die Kreditinstitute würden sich besser um ihre eigenen, reellen Probleme kümmern”

  • verena sagt:

    Wir erleben bereits über einem Jahr, dass Personen in den Themen etwas zu sagen haben, dessen Basis sie grundsächlich nicht mächtig sind..... also nichts bewegendes wenn Banken auf einmal die Klima-Apostel spielen!

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  • Paul Streuli sagt:

    Das einzige was dahin schmilzt ist das Geld der Banken.

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  • Fede sagt:

    Ach wie wahr! Nun kommt diese abgehobene Clique noch als Moralapostel daher. Odermatt sieht es vollkommen richtig, was hätte man nicht alles finanzieren können mit all dem Bussengeld das für kriminelle Machenschaften ausgegeben werden musste.

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  • T sagt:

    Der Trick besteht eben darin, dem durchschnittlichen SRF Zuschauer, die natürlichen Schwankungen von Warm- und Kaltphasen, als Kathastrophe zu verkaufen. Schmelzende Gletscher eigenen sich dazu vortrefflich, da der Mensch grundsätzlich das Gegühl hat, es muss immer alles so bleiben wie es ist. Gletscher sind schön. Die Kunst aber besteht darin die Reibungswärme, welche ensteht wenn jemand über den Tisch gezogen wird, demjenigen als Nestwärme zu verkaufen. So gesehen, funktioniert der Trick.

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  • winner16 sagt:

    Banken und Vertrauen ist wohl der grösste Widerspruch überhaupt! Somit kann das den Gegnern ja nur recht sein, wenn die Banken dafür sind, dann muss was faul daran sein! Manchmal wäre es besser zu schweigen!

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  • J. Lee sagt:

    Was hier Jörg Gasser bezweckt, ist die Ablenkung von den eigentlichen Herausforderungen, welche sich die Schweizerische Bankiervereinigung zu stellen hätte.

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  • Edmo sagt:

    Die Banken wollen nicht die Gletscher retten. Sie haben einfach erkannt, dass Moral und Klimarettung zum grossen Geschäft geworden sind und mit jeder weiteren Klimasteuer noch mehr Geld zu verdienen ist. Längst haben die Banken damit begonnen, morlisch und klimatisch einwandfreie Nachhaltigkeits-Fonds aufzulegen. Die Nachhaltigkeit dieser Fonds liegt in der dauerhaften Subventionierung Unternehmen, von denen diese Fonds Anteile halten. Das CO2-Gesetz ist das perfekte Geschenk für die Banken.

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