08. Februar 2021
Christoph Mörgeli

Die Basler Regierung fühlt sich wegen ihres Festbanketts ertappt – und muss alle Fakten bestätigen

Es ist hocherfreulich, dass Weltwoche daily zur Pflichtlektüre des Basler Regierungsrats und der Basler Journalisten gehört. Unser Beitrag über ein mehrgängiges Menu mit Alkohol, das sich am Dienstag die Kantonsregierung von Baselstadt als «mehr oder weniger normales Arbeitsessen» und «ausnahmsweise» im vornehmen «Wenkenhof» genehmigte, hat den Regierungsrat am Rheinknie samt seiner medialen Wagenburg auf dem falschen Fuss erwischt.

Das Festessen mit 13 Personen aus 13 Haushalten zum Abschied der alten Regierung fand am gleichen Tag statt, an dem Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger (CVP) die Fernsehaufzeichnungen für fasnächtliche Schnitzelbänke verbot. Der ertappte Regierungsrat konterte, alles sei gesetzeskonform abgelaufen. Tatsächlich ist gemäss Covid-Verordnung eine Regierungsratssitzung erlaubt, nicht aber ein Catering mit Bedienung. Man darf gespannt sein, ob die Basler Strafbehörden aktiv werden und wie die Bussen ausfallen. Ein Mehrgang-Menu mit Weinen während dem gastronomischen Lockdown macht die Regierung ohnehin unglaubwürdig. Geradezu lächerlich ist ihr Dementi betreffend «Abendbankett». Von einem Abendbankett war in unserem Artikel nie die Rede.

Das Mittagsbankett des Regierungsrats «in schönem Rahmen» (Regierungssprecher Marco Greiner) ist und bleibt beschämend. Denn das «Fussvolk» darf gegenwärtig keine Feste mit 13 Personen feiern. Und viele Büezer müssen ihre Mittagspause mit einem Butterbrot in der Kälte verbringen, weil ihnen die Politiker die warme Wirtsstube verbieten.

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6 Kommentare zu “Die Basler Regierung fühlt sich wegen ihres Festbanketts ertappt – und muss alle Fakten bestätigen”

  • arabella 777 sagt:

    ALLE TIERE SIND GLEICH, ABER EINIGE TIERE SIND GLEICHER ALS ANDERE

    George Orwell 1945 in „Animal Farm“

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  • Guignol sagt:

    Uiuiui. Das wird ein paar lustige Verse in der Schnitzelbangg abgeben. Damit hat es sich dann aber schon. Draussen ist ja jetzt Corona und in Klaibasel sammeln sie mit Handwagen all die Leichen ein.

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  • Emil Perret sagt:

    Nur traurig 😞
    Der Lügenbaron von Münchhausens könnte noch etwas lernen

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  • rochristen sagt:

    Das passt sehr gut zusammen. Herr Engelberger wollte den Fastnächtlern das Vortragen von Schnitzelbanken am Fernsehen, unter Einhaltung aller erlassenen Vorschriften, verbieten. Auf der andern Seite erlaubt er sich Bankette abzuhalten, die im gegenwärtigen Zeitpunkt nun einmal verboten sind. Wie soll ein solcher Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektoren denn noch ernst genommen werden!!

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  • Hoenggi55 sagt:

    Ja es gibt halt Politiker die haben das Gefühl sie seinen mehr wehrt als der normale Bürger und könnten darum die von Ihnen erlassenen Gesetze und Verbote einfach umgehen ohne ins Fettnäpfchen zu treten !! Aber Ohalätz !! Es kommt meist Anders als mann Denkt

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  • Kurt Vetterli sagt:

    Ich finde das Bankett nicht beschämend. Ich gönne es den Staatsdienern und verstehe, dass sie auch essen müssen nach einer langen Sitzung. Und dass sie das zum Abschied der ausscheidenden Personen feierlich gestalten wollen, ist absolut verständlich und legitim. Die Politiker müssen, während sie ihre wichtige Arbeit tun, auch leben und atmen können. DESHALB ist es aber so nötig, dass sie uns anderen (die schliesslich diese schönen Bankette bezahlen) dasselbe zugestehen.

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